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Russlands Außenminister Lawrow nennt deutsche Reaktion auf Drohnenvorfall in Leipzig „den Beginn eines echten Krieges“

Nach der offiziellen deutschen Beschuldigung Russlands wegen des Drohnenvorfalls an einem ukrainischen An-124-Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig/Halle hat der russische Außenminister Sergei Lawrow die Reaktion Deutschlands als „den Beginn eines echten Krieges“ bezeichnet. Deutschland hatte in der Folge das letzte russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen und die Vereinbarung zur Tätigkeit des „Russischen Hauses“ in Berlin beendet; Russland kündigte als Gegenmaßnahme die Schließung von Filialen des deutschen Goethe-Instituts an.

Das Wichtigste

  • In der Nacht vom 4. auf den 5. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle ein mit Sprengstoff und Zünder ausgestatteter Drohnenkörper wenige Meter von einem ukrainischen An-124-Frachtflugzeug entdeckt und von einem ferngesteuerten Roboter entschärft.
  • CCTV-Aufnahmen zeigen, wie die Drohne gegen 19:30 Uhr direkt auf das ukrainische Flugzeug zuflog, einen Flügel streifte, abprallte und zu Boden fiel; der Sprengsatz detonierte nicht.
  • Am 1. September 2025 beschuldigte die deutsche Bundesregierung offiziell Russland des versuchten Angriffs auf den Flughafen Leipzig.
  • Daraufhin schloss Deutschland das letzte russische Generalkonsulat in Bonn und beendete die Vereinbarung zur Tätigkeit des „Russischen Hauses“ in Berlin; Russland kündigte die Schließung von Filialen des deutschen Goethe-Instituts an.
  • Das ukrainische Außenministerium erklärte, es habe keine Verletzten gegeben und Flugzeuge des ukrainischen Unternehmens seien nicht beschädigt worden.
  • Strittig ist, ob der An-124 Munition geladen hatte: WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung berichteten unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht, das Flugzeug habe Munition aus Frankreich transportiert; das Bundesinnenministerium und die Bundesregierung erklärten offiziell, es habe sich keine Munition an Bord befunden.

Warum es wichtig ist

Deutschland hat als NATO- und EU-Staat Russland offiziell für einen versuchten Drohnenangriff auf ein ukrainisches Militärlogistikflugzeug auf eigenem Staatsgebiet verantwortlich gemacht – eine erhebliche Eskalation in der direkten Zuweisung eines Sabotageakts an Moskau. Die Leipziger Reaktion umfasste die Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Bonn und die Beendigung der Vereinbarung zum „Russischen Haus“ in Berlin, was einer spürbaren Herabstufung der bilateralen institutionellen Beziehungen gleichkommt. Da Leipzig/Halle ein zentraler Logistikknoten für westliche Militärhilfe an die Ukraine ist, hat der Vorfall zudem direkte strategische Bedeutung für die Unterstützung Kiews.

Was geschehen ist

In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2025 wurde am Flughafen Leipzig/Halle ein verdächtiges Objekt nur wenige Meter von einem ukrainischen An-124-Frachtflugzeug entdeckt. Eine Röntgenuntersuchung ergab, dass es sich um eine kleine Drohne mit Sprengstoff und Zünder handelte; der Flugbetrieb wurde ausgesetzt, und die Drohne wurde von einem ferngesteuerten Roboter entschärft. Videoaufnahmen zeigen, wie die Drohne gegen 19:30 Uhr direkt auf das ukrainische Flugzeug zuflog, einen Flügel streifte, abprallte und zu Boden ging, wobei der Sprengsatz nicht detonierte. In derselben Nacht kollidierte ein Frachtflugzeug, das wegen der Flughafensperrung nicht hatte landen können, in einigen hundert Metern Höhe mit einem anderen Objekt. Das ukrainische Außenministerium erklärte, es habe keine Verletzten gegeben und die Flugzeuge des ukrainischen Unternehmens seien nicht beschädigt worden. Am 6. August erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, der Vorfall sei nicht das Werk von Amateuren gewesen und ein ausländischer Staat könne beteiligt sein. Am 1. September 2025 beschuldigte die deutsche Bundesregierung offiziell Russland. Daraufhin schloss Deutschland das letzte russische Generalkonsulat in Bonn und beendete die Vereinbarung zur Tätigkeit des „Russischen Hauses“ in Berlin; Russland kündigte als Gegenmaßnahme die Schließung von Filialen des deutschen Goethe-Instituts an. Der russische Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete die deutsche Reaktion als „den Beginn eines echten Krieges“ und warf Bundeskanzler Friedrich Merz vor, im Wesentlichen beschlossen zu haben, Russland den Krieg zu erklären. Außerdem verglich er die Schließung diplomatischer Vertretungen mit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und sprach von „Metastasen des Nazismus“ in Europa.

Wo die Berichte auseinandergehen

Strittig ist, ob die ukrainische An-124 in Leipzig/Halle Munition geladen hatte: WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung berichteten unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht, das Flugzeug habe Munition transportiert, die zuvor aus Frankreich nach Leipzig verbracht worden sei. Das deutsche Innenministerium und die Bundesregierung erklärten dagegen offiziell, an Bord habe sich keine Munition befunden.

Hintergrund

Der Flughafen Leipzig/Halle wird seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine als alternativer Standort für den Transport westlichen militärischen Frachtguts in die Ukraine genutzt und gilt als wichtiger Logistikknoten. Am 6. August erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, der Vorfall sei kein Werk von Amateuren und ein ausländischer Staat könne beteiligt sein, bevor Deutschland am 1. September 2025 offiziell Russland beschuldigte. Eine gemeinsame Recherche von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung vom 25. August kam zu dem Schluss, dass drei Drohnen an dem Angriff beteiligt waren und der Anschlag umfangreicher war als zunächst bekannt. Amerikanische Beamte erklärten gegenüber der Wall Street Journal, dass die mit Sprengstoff ausgestattete Drohne wahrscheinlich der russischen Regierung gehöre.