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Kommandeur der ukrainischen F-16-Eskadre warnt vor akutem Mangel an Luft-Luft-Raketen

Der Kommandeur einer ukrainischen F-16-Eskadre mit dem Rufzeichen „Phantom" hat den akuten Mangel an Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9 und AIM-120 öffentlich bestätigt. Piloten rationierten die Munition und müssten russische Luftziele in einigen Einsätzen mit der Bordkanone des Jets bekämpfen. Zugleich fehle es an Patriot-Abwehrraketen.

Das Wichtigste

  • Der Kommandeur der ukrainischen F-16-Eskadre mit dem Rufzeichen „Phantom" erklärte in einem Interview mit dem US-Sender Newsmax, die Vorräte an AIM-9- und AIM-120-Luft-Luft-Raketen seien kritisch knapp.
  • Das Interview wurde am 16. September von der Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte verbreitet.
  • Wegen des Mangels rationierten die Piloten die Raketen; bei einigen Kampfeinsätzen griffen sie russische Luftziele ausschließlich mit der 20-mm-Bordkanone M61A1 Vulcan an.
  • Phantom forderte zusätzliche Lieferungen von Luft-Luft-Raketen und Patriot-Flugabwehrraketen oder alternativ eine Lizenz zur Produktion in der Ukraine.
  • Ein Flugzeug ohne Bewaffnung sei ein „Werkzeug, das keinen Sinn macht".
  • Bereits im Mai 2025 hatte die ukrainische Luftwaffe einen Vorfall gemeldet, bei dem ein Pilot nach dem Einsatz der Kanone aussteigen musste.
  • Am 3. September hatte ein Newsmax-Reporter unter Berufung auf einen hochrangigen Offizier der ukrainischen Luftwaffe über ähnliche Vorfälle bei Tageseinsätzen berichtet.

Warum es wichtig ist

Die Erklärung kommt vom Kommandeur einer ukrainischen F-16-Eskadre und ist damit eine autoritative Bestätigung eines Munitionsengpasses, der zuvor nur von ausländischen Fachmedien wie War Zone und Newsmax beschrieben worden war. Der Rückgriff auf die 20-mm-Bordkanone gegen Luftziele – insbesondere gegen kleine, langsame Drohnen, teils auch nachts – ist ein Hochrisiko-Workaround, der laut ukrainischer Luftwaffe bereits zu Zwischenfällen mit Notausstieg geführt hat. Da zugleich Patriot-Abwehrraketen fehlen, deutet dies auf eine breitere Belastung der ukrainischen Luftverteidigung und der Luft-Luft-Kill-Chain hin. Mit der Forderung nach schnelleren Lieferungen oder einer Produktionslizenz rückt das Thema unmittelbar auf die Agenda der westlichen Partner.

Was geschehen ist

Der Kommandeur einer ukrainischen F-16-Eskadre mit dem Rufzeichen „Phantom" hat in einem Interview mit dem US-Sender Newsmax, das am 16. September von der Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte verbreitet wurde, den akuten Mangel an Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9 und AIM-120 bestätigt. Wegen der Knappheit rationierten die ukrainischen F-16-Piloten ihre Raketen und griffen russische Luftziele in einigen Kampfeinsätzen ausschließlich mit der 20-mm-Sechsrohr-Bordkanone M61A1 Vulcan an. Phantom erklärte, die Lieferungen von Luft-Luft-Raketen und Patriot-Flugabwehrraketen müssten erhöht oder der Ukraine eine Lizenz zur Eigenproduktion erteilt werden. Ein Flugzeug ohne Bewaffnung sei ein „Werkzeug, das keinen Sinn macht". Bereits im Mai 2025 hatte die ukrainische Luftwaffe einen Vorfall gemeldet, bei dem ein Pilot nach dem Kanoneneinsatz aussteigen musste. Am 3. September hatte ein Newsmax-Reporter unter Berufung auf einen hochrangigen Offizier der ukrainischen Luftwaffe berichtet, ukrainische Piloten hätten bei einigen Tageseinsätzen nur die Bordkanone eingesetzt und das Militär zähle „die Stunden und Minuten" bis zum Eintreffen neuer Raketenlieferungen.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationale Rahmung beschränkt sich in den vorliegenden Quellen auf das Newsmax-Interview selbst und auf frühere Berichte des Fachmediums War Zone. Beide betonen den operativen Workaround des Kanoneneinsatzes und die damit verbundenen Risiken, insbesondere gegen kleine, langsame Luftziele wie Drohnen.

Hintergrund

Die F-16 ist serienmäßig mit einer 20-mm-Sechsrohrkanone des Typs M61A1 Vulcan ausgestattet. Das Fachmedium War Zone hatte bereits zuvor über den Mangel an Luft-Luft-Raketen für ukrainische F-16 und den Rückgriff auf die Bordkanone berichtet. Am 3. September hatte ein Newsmax-Journalist unter Berufung auf einen hochrangigen Offizier der ukrainischen Luftwaffe berichtet, Piloten griffen bei einigen Tageseinsätzen ausschließlich mit der Kanone an und das Personal zähle „die Stunden und Minuten" bis neue Lieferungen die Grenze überquerten. Am 14. September hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj während eines Besuchs in Kanada erklärt, die ukrainischen F-16 seien zur Abwehr russischer Angriffe mit düsengetriebenen Drohnen eingesetzt worden; AIM-9- und AIM-120-Raketen seien teuer, aber bisweilen das einzige Mittel, um solche Drohnen abzuschießen.