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Estlands Geheimdienst: Russische Verluste übersteigen dritte Woche in Folge die Rekrutierung

Der Chef des estnischen Militärgeheimdienstes, Oberst Ants Kiviselg, hat am 18. September 2026 bei einem Briefing im Verteidigungsministerium in Tallinn erklärt, dass die russischen Kampfverluste die dritte Woche in Folge über 10.000 Soldaten pro Woche liegen. Er nannte zudem Details zur ukrainischen Gegenoffensive im Raum Lyman und zu ukrainischen Angriffen auf russische Öl-, Chemie- und Militäranlagen tief im Landesinneren.

Das Wichtigste

  • Russische Verluste laut Kiviselg drei Wochen in Folge über 10.000 Soldaten pro Woche, im Schnitt rund 1.600 pro Tag (etwas mehr als 11.000 pro Woche).
  • Russland verliert nach Einschätzung Kiviselgs mehr Soldaten als es rekrutieren kann.
  • Ukraine hat erstmals Daten zur Gegenoffensive Richtung Lyman in der Oblast Donezk veröffentlicht: rund 85 Quadratkilometer befreit und geräumt; Operationen laufen weiter.
  • Kiviselg listete ukrainische Angriffe auf Ölanlagen in Krasnodar, Saratow und Samara sowie in Tatarstan, auf den Hafen Machatschkala am Kaspischen Meer und auf Chemiewerke in der Region Perm und Wolgograd.
  • Außerdem genannt: Angriff auf eine Drohnenfabrik in der Oblast Rostow sowie auf Flugplätze, Luftabwehr und Drohnenlagerstätten in den Oblasten Rostow und Orjol.
  • IEA-Bericht: Zustand russischer Raffinerien verschlechtert sich durch ukrainische Schläge und Sanktionen; Kapazität laut IEA-Schätzung 18 Monate lang 30 % unter Vorkriegsniveau.
  • Estlands Geheimdienst sieht wachsende Probleme für die russische Bevölkerung und einen möglichen Einfluss auf die Duma-Wahlen im September.

Warum es wichtig ist

Die estnische Einschätzung liefert eine unabhängige Bestätigung dafür, dass Russland seine Verluste dauerhaft nicht durch Rekrutierung ausgleichen kann – ein Indikator für anhaltenden Personaldruck. Zugleich zeigen die erstmals offiziell bezifferten ukrainischen Geländegewinne im Raum Lyman und die Reichweite ukrainischer Drohnenschläge bis fast 3.000 Kilometer ins russische Hinterland, dass Moskau Verwundbarkeit jenseits der Frontlinie hinzunehmen hat. Der Hinweis auf mögliche politische Folgen bei den Duma-Wahlen verbindet die militärische mit der innenpolitischen Lage.

Was geschehen ist

Beim Briefing im estnischen Verteidigungsministerium sagte Oberst Ants Kiviselg, Leiter des Nachrichtendienstes der estnischen Streitkräfte, die russischen Wochenverluste hätten die dritte Woche in Folge über 10.000 gelegen – durchschnittlich etwa 1.600 Soldaten pro Tag, insgesamt etwas mehr als 11.000 in der Woche. Der Trend halte an: Russland verliere mehr Soldaten als es ersetzen könne. Kiviselg verwies zudem darauf, dass die Ukraine erstmals Daten zur Gegenoffensive im Raum Lyman in der Oblast Donezk veröffentlicht habe; rund 85 Quadratkilometer seien befreit und geräumt worden, die Operationen liefen weiter. Er listete ukrainische Angriffe auf Ölanlagen in Krasnodar, Saratow, Samara und Tatarstan, auf den Hafen Machatschkala am Kaspischen Meer, auf Chemiewerke in der Region Perm und in Wolgograd sowie auf eine Drohnenfabrik, Flugplätze, Luftabwehrstellungen und Drohnenlager in den Oblasten Rostow und Orjol. Ein IEA-Bericht zeige eine Verschlechterung des Zustands russischer Raffinerien; Schätzungen zufolge bleibe die Raffineriekapazität 18 Monate lang 30 % unter Vorkriegsniveau. Kiviselg erklärte weiter, dass Probleme, die für die einfache russische Bevölkerung spürbar würden, die Duma-Wahlen im September beeinflussen könnten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainischen Quellen – die Zeitung "Jewropejska Prawda" und die Agentur Ukrinform – stellen den estnischen Geheimdienstbericht als unabhängige externe Bestätigung des Drucks auf Russland dar. Sie rücken die Personalverluste in den Vordergrund und rahmen die ukrainischen Schläge auf Öl- und Militäranlagen tief in Russland als wirksame Schwächung der gegnerischen Kriegsführung.

Hintergrund

Das Briefing gab Oberst Ants Kiviselg, Leiter des estnischen Militärgeheimdienstes, im estnischen Verteidigungsministerium. Estlands Geheimdienst hatte bereits zuvor auf die wachsende Reichweite ukrainischer Angriffe hingewiesen – Ziele seien erstmals in Entfernungen von fast 3.000 Kilometern getroffen worden.