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Naftogaz und MOL unterzeichnen Memorandum über grenznahe Treibstofflager in Ungarn

Der ukrainische Konzern Naftogaz und das ungarische Energieunternehmen MOL haben im Rahmen des Gipfels der Karpaten-Acht (C8) ein Memorandum über den Bau von Lagerkapazitäten für Mineralölprodukte auf ungarischem Gebiet nahe der ukrainisch-ungarischen Grenze unterzeichnet. Die Anlagen sollen strategische Treibstoffreserven der Ukraine außerhalb der Reichweite russischer Angriffe auf die heimische Treibstoffinfrastruktur aufnehmen. Das teilte der amtierende Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, Serhij Fedorenko, am 20. September mit.

Das Wichtigste

  • Memorandum zwischen Naftogaz und MOL über den Bau von Mineralöllagerkapazitäten auf ungarischem Gebiet nahe der ukrainisch-ungarischen Grenze
  • Unterzeichnet beim Karpaten-Wirtschaftsforum im Rahmen des Gipfels der Karpaten-Acht (C8) am 18. September; angekündigt von Serhij Fedorenko am 20. September
  • Die Lager sollen Teile der strategischen Treibstoffreserven der Ukraine außerhalb der Reichweite russischer Angriffe aufnehmen
  • Fedorenko begründet das Projekt mit der Notwendigkeit, Lieferwege zu diversifizieren und Lagerkapazitäten außerhalb der Beschusszone zu schaffen
  • Teil einer Reihe strategischer Initiativen, die Naftogaz beim C8-Gipfel mit Energieunternehmen aus Polen, Tschechien und Ungarn unterzeichnet hat
  • C8 wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj ins Leben gerufen und umfasst Ukraine, Rumänien, Polen, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Österreich und Serbien

Warum es wichtig ist

Das Memorandum schafft die Grundlage dafür, Teile der strategischen Treibstoffreserven der Ukraine außerhalb der Reichweite russischer Angriffe auf die heimische Infrastruktur zu lagern. Es ist Teil eines Pakets strategischer Initiativen, die Naftogaz beim C8-Gipfel mit Energieunternehmen aus Polen, Tschechien und Ungarn unterzeichnet hat, um die Energieversorgung der Ukraine vor dem Winter zu sichern. Zugleich markiert es ein konkretes ukrainisch-ungarisches Energieprojekt – trotz der Tatsache, dass Ungarn unter seiner neuen Regierung weiterhin russische Energieressourcen kauft.

Was geschehen ist

Naftogaz und MOL unterzeichneten am 18. September beim Karpaten-Wirtschaftsforum im Rahmen des Gipfels der Karpaten-Acht (C8) ein Memorandum über den Bau von Mineralöllagerkapazitäten auf ungarischem Gebiet nahe der ukrainisch-ungarischen Grenze. Die Anlagen sind für die Bedürfnisse der Ukraine bestimmt und sollen einen Teil ihrer strategischen Treibstoffreserven außerhalb der Reichweite russischer Angriffe aufnehmen. Das gab der amtierende Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, Serhij Fedorenko, am 20. September bekannt. Fedorenko erklärte, die Diversifizierung der Lieferwege und zusätzliche Lagerkapazitäten außerhalb der Beschusszone seien angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die ukrainische Treibstoffinfrastruktur eine Frage der Stabilität des gesamten Marktes. Das Projekt solle die Versorgungssicherheit für ukrainische Verbraucher erhöhen und die grenzüberschreitende Energieinfrastruktur zwischen beiden Ländern gegenseitig vorteilhaft weiterentwickeln. Die Vereinbarung ist Teil einer Reihe strategischer Initiativen, die Naftogaz beim C8-Gipfel mit führenden Energieunternehmen aus Polen, Tschechien und Ungarn getroffen hat, mit dem Ziel, die Energieversorgung der Ukraine vor dem Winter zu stärken.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen die Vereinbarung als Antwort auf die systematischen russischen Angriffe auf die Treibstoffinfrastruktur der Ukraine dar und betonen die Notwendigkeit, strategische Reserven außerhalb der Beschusszone zu halten. Sie rahmen das Memorandum als Teil des von Präsident Selenskyj initiierten C8-Formats und als Vorbereitung auf den Winter. Im Vordergrund steht der gegenseitige Nutzen für die Ukraine und Ungarn, einschließlich der Entwicklung grenzüberschreitender Energieinfrastruktur. Als zentraler Sprecher tritt Serhij Fedorenko, amtierender Vorstandsvorsitzender von Naftogaz, auf.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Der C8-Gipfel brachte Staats- und Regierungschefs aus acht Karpaten-Anrainerstaaten zusammen, darunter die Präsidenten Rumäniens und Serbiens sowie den polnischen Ministerpräsidenten. Beim Karpaten-Wirtschaftsforum am 18. September präsentierten die C8-Teilnehmerländer ein gemeinsames Investitionsportfolio mit 95 Projekten im Wert von rund 40 Milliarden Euro. Das ungarisch-ukrainische Memorandum ist bemerkenswert, da Ungarn unter seiner neuen Regierung seit Mai weiterhin russische Energieressourcen kauft; gleichzeitig erklärte Ungarns Wirtschafts- und Energieminister, das Land könne seinen Gasbedarf ohne russische Lieferungen bis Oktober 2027 decken und verhandle neue Importrouten und LNG-Käufe.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Gesamtbilanz der beim Karpaten-Wirtschaftsforum vorgestellten Projekte wird in den Quellen unterschiedlich angegeben: Einige nennen rund 50 Investitions- und Handelsprojekte in den Bereichen Öl und Gas, Energie, Infrastruktur und Kultur mit einem Volumen von über 1 Milliarde Euro (Ministerpräsident Serhij Korezkyj zitiert), andere ein gemeinsames C8-Investitionsportfolio von 95 Projekten im Wert von rund 40 Milliarden Euro.

Hintergrund

Das C8-Format wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj ins Leben gerufen und umfasst die Ukraine, Rumänien, Polen, die Slowakei, Ungarn, Tschechien, Österreich und Serbien. Der C8-Gipfel und das Karpaten-Wirtschaftsforum fanden am 18. September statt; Fedorenko kündigte das Memorandum am 20. September an. Russland hat die Treibstoffinfrastruktur der Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion systematisch angegriffen, mit einer groß angelegten Kampagne gegen Raffinerien und Öldepots im März–April 2022; im Jahr 2026 verlagerte sich der Schwerpunkt auf Logistik- und Einzelhandelsinfrastruktur, wobei Hunderte Tankstellen beschädigt oder zerstört wurden. Die ukrainische Gesetzgebung erlaubt die Lagerung eines Teils der strategischen Treibstoffreserven im Ausland, doch die praktische Umsetzung war durch Verfügbarkeit von Lagertanks, Logistik und Lagerregeln eingeschränkt. Ungarn hat seit Mai eine neue Regierung unter Péter Magyar, die Viktor Orbán ablöste; Ungarn hat die Käufe russischer Energieressourcen nicht eingestellt. MOL Group ist ein integriertes, unabhängiges internationales Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Budapest.