Russische Angriffe auf Kramatorsk: Eine Tote und Verletzte bei Treffer einer Evakuierungsstelle
Am Morgen des 20. September schlugen russische Streitkräfte die Stadt Kramatorsk in der Oblast Donezk zunächst mit Artillerie und etwa eine Stunde später mit zwei Luftbomben (vorläufig als KABs identifiziert) an. Eine der Bomben traf direkt eine zivile Evakuierungsstelle, an der sich Evakuierte und Evakuierungshelfer aufhielten. Bei den Angriffen wurde eine Frau getötet und mindestens drei Menschen verletzt; eine Schule, ein Kindergarten und mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt.
Das Wichtigste
- Am 20. September schlugen russische Streitkräfte Kramatorsk in der Oblast Donezk mit Artillerie und Luftbomben an.
- Gegen 10:10 Uhr trafen drei Artilleriegeschosse das Stadtviertel Lasurny; eine Frau (geboren 1965, laut Kramatorsker Stadtrat) wurde getötet, ein Mann (geboren 1961) verletzt.
- Gegen 11:19–11:20 Uhr folgte ein Angriff mit zwei Luftbomben; eine davon traf eine zivile Evakuierungsstelle direkt, an der Evakuierte und Evakuierungshelfer anwesend waren.
- Zwei Menschen wurden bei dem Bombenangriff auf die Evakuierungsstelle verletzt; insgesamt wurden für 13:00 Uhr drei Verletzte gemeldet.
- Beschädigt wurden eine Schule, ein Kindergarten und mehrere mehrstöckige Wohnhäuser.
- Die Kramatorsker Stadtverwaltung und Jevhen Kaplin von der Hilfsmission Proliska informierten über den Angriff auf die Evakuierungsstelle.
Warum es wichtig ist
Innerhalb von rund einer Stunde wurde Kramatorsk zweimal angegriffen, wobei eine zivile Evakuierungsstelle direkt getroffen wurde, während dort Evakuierte und Helfer anwesend waren. Eine Frau kam ums Leben, mindestens drei Menschen wurden verletzt, und zivile Infrastruktur – darunter eine Schule und ein Kindergarten – wurde beschädigt.
Was geschehen ist
Am Morgen des 20. September schlugen russische Streitkräfte Kramatorsk in der Oblast Donezk an. Gegen 10:10 Uhr feuerte die russische Armee drei Artilleriegeschosse auf das Stadtviertel Lasurny; eine Frau (geboren 1965, nach Angaben des Kramatorsker Stadtrats) wurde durch Splitter einer Granate getötet, ein Mann (geboren 1961) verletzt und medizinisch versorgt. Bei diesem Angriff wurden eine allgemeinbildende Schule sowie mehrere mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt. Rund eine Stunde später, gegen 11:19–11:20 Uhr, folgte ein Angriff mit zwei Luftbomben, die vorläufig als KABs beschrieben wurden. Eine der Bomben traf nach Angaben von Jewhen Kaplin, Leiter der Hilfsmission Proliska, eine zivile Evakuierungsstelle direkt. Zum Zeitpunkt des Einschlags hielten sich dort Evakuierte und Evakuierungshelfer auf; bis 13:00 Uhr wurden zwei Verletzte durch den Bombenangriff gemeldet. Der Bombenangriff beschädigte laut örtlichen Berichten einen Kindergarten, eine Bildungseinrichtung und vier mehrstöckige Wohnhäuser. Informationen über den Angriff auf die Evakuierungsstelle gab Olexandr Hontscharenko, Leiter der Kramatorsker Stadtverwaltung, telefonisch gegenüber Suspilne Donbas weiter.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vorliegenden Quellen sind ukrainische Medien und Agenturen. Sie schreiben die Angriffe übereinstimmend den russischen Streitkräften zu („Russen“, „russische Armee“, „Besatzer“) und rahmen sie als gezielte Aggression gegen die Zivilbevölkerung. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen die Auswirkungen auf ukrainische Zivilisten – Evakuierte, Evakuierungshelfer, eine Schule, ein Kindergarten und Wohnhäuser – sowie die Aussagen ukrainischer Amtsträger, insbesondere der Kramatorsker Stadtverwaltung und der Hilfsmission Proliska.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen widersprechen sich beim Alter bzw. Geburtsjahr der getöteten Frau: Der Kramatorsker Stadtrat und weitere Berichte geben 1965 als Geburtsjahr an, ein anderer lokaler Bericht nennt ein Alter von 69 Jahren (variiert mit dem Geburtsjahr 1956). Uneinigkeit besteht auch über die Art der Waffe, die die Evakuierungsstelle traf: Mehrere Berichte beschreiben den Angriff als einzelnen Luftbombenangriff, während ein Titel und einige Details den gesamten Angriff als das Abwerfen zweier Luftbomben (vorläufig als KABs identifiziert) beschreiben, von denen nur eine die Evakuierungsstelle traf.
Hintergrund
Bereits am 18. September hatten russische Streitkräfte in Kramatorsk einen Menschen getötet, was auf ein anhaltendes Muster von Angriffen auf die Stadt hinweist. Kramatorsk dient als Knotenpunkt für die Evakuierung von Zivilisten aus den frontnahen Gebieten der Oblast Donezk.