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Ukrainische Drohnen treffen Kuibyschewer Raffinerie in Samara – Großbrand auf dem Werksgelände

In der Nacht zum 22. September 2026 haben ukrainische Drohnen die Kuibyschewer Ölraffinerie im russischen Samara angegriffen und einen großflächigen Brand auf dem Werksgelände ausgelöst. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und die Streitkräfte der unbemannten Systeme bestätigten den Angriff. In derselben Nacht wurde auch die Raffinerie Bashneft-UNPZ in Ufa getroffen.

Das Wichtigste

  • Angriff erfolgte in der Nacht zum 22. September 2026 auf die Kuibyschewer Raffinerie (PJSC Rosneft) in der Region Samara; ein großflächiger Brand brach auf dem Werksgelände aus.
  • Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und die Streitkräfte der unbemannten Systeme bestätigten den Treffer; Angreifer war den Angaben zufolge der 1. Einzelzentrum der Streitkräfte der unbemannten Systeme, die Distanz zum Ziel über 1000 km.
  • Laut OSINT-Kanal Exilenova+ brannte die atmosphärisch-vakuum-Röhrenanlage AVT-5 (Primärverarbeitung); das ukrainische Verteidigungsunternehmen Fire Point erklärte, auch AVT-4 sei getroffen worden; die Drohne war vom Typ FP-1.
  • Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fjodorischtschew, sprach von abgeschossenen „Dutzenden Drohnen" über der Region und Angriffen auf Industrieobjekte; den Brand der Raffinerie erwähnte er nicht, sprach aber von Schäden an Wohnhäusern und Autos.
  • In derselben Nacht traf ein Drohnenangriff die Raffinerie Bashneft-UNPZ in Ufa (Republik Baschkortostan), wo ebenfalls ein Feuer ausbrach; Kapazität rund 7,5 Mio. t Öl pro Jahr.
  • Kuibyschewer Raffinerie hatte eine Auslegungskapazität von rund 7 Mio. t Öl pro Jahr (laut OSINT-Kanal Astra rund 6,7 Mio. t); 2024 wurden 4,7 Mio. t verarbeitet; Produkte dienen nach ukrainischer Darstellung auch der Versorgung der russischen Armee.
  • Die Raffinerie war bereits nach Drohnenangriffen im Juni, im August 2025 und im März 2024 vorübergehend stillgelegt; nach dem Juni-Angriff wurden die Primärverarbeitungsanlagen CDU-4 und CDU-5 gestoppt.
  • Kurz vor dem Angriff hatte US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj am 20. September laut Axios-Quellen gefordert, die Schläge auf russische Raffinerien einzustellen, und am 21. September erklärt, Russland habe wegen des Krieges die Kontrolle über seine Ölverarbeitung „verloren".
  • Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden in der Nacht über 14 Regionen und die besetzte Krim hinweg 297 Drohnen „abgefangen und zerstört"; einen Tag zuvor sollen es 244 gewesen sein, am Sonntagmorgen sogar 1.110.

Warum es wichtig ist

Die Kuibyschewer Raffinerie ist mit einer Auslegungskapazität von rund 7 Mio. t Öl pro Jahr ein bedeutendes Standbein des Samara-Verarbeitungsverbunds von Rosneft, zu dem auch die Raffinerien von Nowokuibyschewsk und Sysran gehören. Mit dem erneuten Treffer der Primärverarbeitungsanlagen AVT-4 und AVT-5 – dieselben Einheiten, die bereits beim Angriff im Juni 2026 stillgelegt wurden – summieren sich die Schäden an einem Objekt, das nachweislich Produkte für die Versorgung der russischen Armee liefert. Dass die ukrainische Seite den Angriff mit einer Reichweite von über 1000 km offen bestätigt und parallel die Raffinerie Bashneft-UNPZ in Ufa getroffen wurde, unterstreicht die wachsende Fähigkeit zu koordinierten Langstreckenoperationen gegen die russische Treibstoffbasis. Zugleich fällt der Schlag in eine Phase, in der US-Präsident Trump öffentlich von der Ukraine ein Ende solcher Angriffe verlangt und zugleich erklärt hat, Russland habe die Kontrolle über seine Ölverarbeitung verloren.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 22. September 2026 griffen ukrainische Drohnen die Kuibyschewer Ölraffinerie im Kuibyschewer Rajon der Stadt Samara an. Auf dem Werksgelände brach ein Großfeuer aus, das nach Angaben des OSINT-Kanals Exilenova+ die atmosphärisch-vakuum-Röhrenanlage AVT-5 erfasste; das ukrainische Verteidigungsunternehmen Fire Point erklärte, auch AVT-4 sei getroffen worden, eingesetzt worden sei eine Drohne vom Typ FP-1. Anwohner berichteten von Explosionen und dem charakteristischen Fluggeräusch von Drohnen, in sozialen Netzwerken wurden Videos eines starken Brandes und einer dichten Rauchsäule verbreitet. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und die Streitkräfte der unbemannten Systeme bestätigten den Angriff; nach deren Angaben führten Operateureure des 1. Einzelzentrums der Streitkräfte der unbemannten Systeme gemeinsam mit weiteren Komponenten der Verteidigungskräfte den Schlag aus, die Distanz zum Ziel habe über 1000 km betragen. In derselben Nacht wurde zudem die Raffinerie Bashneft-UNPZ in Ufa (Republik Baschkortostan) getroffen, wo ebenfalls ein Feuer registriert wurde. Der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fjodorischtschew, erklärte, die Luftabwehr habe über der Region „Dutzende Drohnen" abgeschossen und die Drohnen hätten Industrieobjekte angegriffen; den Brand der Raffinerie erwähnte er nicht und sprach stattdessen von Schäden an Wohnhäusern und Autos. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawijazija verhängte über Nacht Flugbeschränkungen für Samara und weitere Städte der Region. Regionale Behörden und Rettungsdienste äußerten sich zu den Folgen des Angriffs zunächst nicht.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Auslegungskapazität der Kuibyschewer Raffinerie wird in den meisten Quellen mit rund 7 Mio. t Öl pro Jahr angegeben, während der OSINT-Kanal Astra von rund 6,7 Mio. t spricht. Bei den getroffenen Anlagen identifizieren Exilenova+ und vorläufige Berichte ausschließlich AVT-5 als brennend, Fire Point hingegen erklärt, sowohl AVT-4 als auch AVT-5 seien getroffen worden. Eine englischsprachige Schlagzeile berichtet von einem Todesopfer und vier Verletzten in der Region Samara; andere Berichte sowie der Gouverneur der Region führen dagegen keine Opfer durch den Schlag auf die Raffinerie an und nennen lediglich Schäden an zivilen Objekten. Beim Datum der vorangegangenen größeren Stilllegung schwanken die Quellen: einige nennen Juni 2025, andere Juni 2026.

Hintergrund

Die Kuibyschewer Raffinerie gehört zum Samara-Verarbeitungsverbund des russischen Staatskonzerns PJSC Rosneft, dem auch die Raffinerien in Nowokuibyschewsk und Sysran angehören; alle drei wurden von ukrainischen Verteidigungskräften bereits mehrfach angegriffen. Die Anlage verarbeitete 2024 rund 4,7 Mio. t Öl zu etwa 800.000 t Benzin, 1,4 Mio. t Diesel und 1,3 Mio. t Heizöl und produziert insgesamt mehr als 30 verschiedene Erdölprodukte. In den vergangenen Jahren wurde die Raffinerie nach Drohnenangriffen im März 2024, im August 2025 und im Juni 2026 zeitweise stillgelegt; beim Juni-Angriff wurden die Primärverarbeitungsanlagen CDU-4 und CDU-5 mit einer Leistung von jeweils rund 10.000 t Einsatzstoff pro Tag (etwa 73.000 Barrel) gestoppt. Nach Darstellung des ukrainischen Generalstabs dienen die Produkte auch der Versorgung der russischen Armee. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht seien über 14 Regionen und die besetzte Krim hinweg 297 Drohnen „abgefangen und zerstört" worden; am Vortag habe die Zahl bei 244 gelegen, am Sonntagmorgen sogar bei einem angeblichen Rekordwert von 1.110.