Ukrainische Drohnen treffen Erdölraffinerie Ily bei Krasnodar – Anlage muss Produktion stoppen
In der Nacht zum 26. September haben ukrainische Drohnen die Erdölraffinerie Ily im Kreis Sewerski der Region Krasnodar angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Generalstabs wurden drei Primärverarbeitungsanlagen und der Tankpark getroffen; die Raffinerie stellte den Betrieb ein. Gouverneur Weniamin Kondratjew bestätigte den Angriff und sprach von drei Toten und zwei Verletzten in der Region.
Das Wichtigste
- Angriff in der Nacht zum 26. September auf die Raffinerie Ily im Kreis Sewerski, Region Krasnodar, rund 50 km von Krasnodar entfernt.
- Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte reklamierte den Angriff für die ukrainischen Verteidigungskräfte.
- Laut Fire Point wurden Drohnen vom Typ FP-1 eingesetzt; drei Primärverarbeitungsanlagen und der Tankpark wurden getroffen, die Raffinerie stellte den Betrieb ein.
- Kapazität der Raffinerie: rund 6,6 Mio. Tonnen Erdöl pro Jahr; Produkte werden auch zur Versorgung der russischen Streitkräfte verwendet.
- Gouverneur Kondratjew bestätigte den Drohnenangriff auf den Kreis Sewerski; drei Tote und zwei Verletzte in der Region Krasnodar.
- Parallel wurde in der Oblast Rostow der Optik-Mechanische Betrieb Asow (Teil der russischen Konzerns „Taktische Raketenwaffen") angegriffen.
- Angriff erfolgte wenige Tage nachdem US-Präsident Trump Präsident Selenskyj am 20. September in einem Telefonat aufgefordert hatte, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.
Warum es wichtig ist
Die Raffinerie Ily liegt weit hinter der Front und liefert nach ukrainischen Angaben auch Treibstoff für die russischen Streitkräfte. Sollten drei Verarbeitungsanlagen und der Tankpark tatsächlich ausgefallen sein, fehlen dem Werk auf Jahre hinaus Kapazitäten. Beobachtergruppen führen die kumulierten Treffer auf einen Rückgang der russischen Raffinerieproduktion auf den niedrigsten Stand seit 2002 zurück. Der Angriff erfolgte nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Trump Präsident Selenskyj am 20. September laut Berichten aufgefordert hatte, Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen – und steht damit im Widerspruch zu dieser Bitte.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 26. September schlugen ukrainische Drohnen auf dem Gelände der Erdölraffinerie Ily im Kreis Sewerski der Region Krasnodar ein. Die ukrainische Generalstabs erklärte, die Anlage sei von den ukrainischen Verteidigungskräften getroffen worden. Nach Angaben des ukrainischen Projekts Fire Point kamen Drohnen vom Typ FP-1 zum Einsatz; dabei seien drei der sechs Primärverarbeitungsanlagen und der Tankpark beschädigt worden, die Raffinerie habe den Betrieb eingestellt. Gouverneur Weniamin Kondratjew bestätigte den Angriff auf den Kreis Sewerski, sprach von Brandschäden an zwei Betrieben und von durch Drohnentrümmer beschädigten Wohnhäusern; insgesamt seien drei Menschen getötet und zwei verletzt worden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht landesweit 645 Drohnen abgefangen zu haben. Parallel traf eine Drohnennacht in der Oblast Rostow nach Angaben von Gouverneur Jurij Sljusar den Optik-Mechanischen Betrieb Asow, der zur russischen Konzern „Taktische Raketenwaffen" gehört und Optik sowie Elektronikkomponenten für Raketen produziert; fünf Menschen seien verletzt worden, die regionale Luftabwehr habe über 30 Drohnen abgefangen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellten den Angriff als erfolgreiche Militäroperation dar und verwiesen auf die Verantwortungsübernahme durch den Generalstab sowie auf Details von Fire Point zu Drohnen vom Typ FP-1 und beschädigten Anlagen. Sie betonten die strategische Bedeutung – Kapazität von rund 6,6 Mio. Tonnen pro Jahr und Rolle bei der Versorgung der russischen Streitkräfte – und ordneten den Schlag in eine seit Anfang 2026 andauernde Kampagne ein, die laut Monitoring-Gruppen Dutzende russische Raffinerien getroffen hat. Einige ukrainische Ausgaben stellten den Angriff zusammen mit parallelen Treffern in der Oblast Rostow und im Schwarzen Meer in den Rahmen einer von Präsident Selenskyj angekündigten neuen Reihe „weitreichender" Sanktionsschläge. Frühere Treffer auf die Raffinerie Ily – am 8. August sowie laut Astra am 10. Juli, 2. Juni, 17. Februar und 1. Januar – wurden herangezogen, um die Beharrlichkeit der Kampagne zu unterstreichen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Russische Behörden beschrieben Opfer und Schäden in zivilen Kategorien (Drohnentrümmer trafen ein Wohnhaus, Brände an zwei Betrieben, drei Tote und zwei Verletzte in der Region), während ukrainische Quellen und Fire Point die Zerstörung dreier Primärverarbeitungsanlagen und des Tankparks sowie den Produktionsstopp in den Vordergrund stellten. Quellen widersprechen sich zudem beim Ausmaß der russischen Luftabwehr: Das russische Verteidigungsministerium behauptete, in der Nacht landesweit 645 Drohnen abgefangen zu haben, Gouverneur Sljusar sprach für die Oblast Rostow allein von mehr als 30 abgefangenen Drohnen; Fire Point geht davon aus, dass einige Drohnen die Raffinerie Ily erreichten und Schlüsselinfrastruktur beschädigten.
Hintergrund
Die Raffinerie Ily liegt im gleichnamigen Ort im Kreis Sewerski, etwa 50 km von Krasnodar entfernt, verfügt über sechs Primärverarbeitungsanlagen und erhält Rohöl über Pipelines von Transneft. Gouverneur Kondratjew bestätigte den Angriff auf den Kreis Sewerski und erklärte, Drohnentrümmer hätten ein Wohnhaus beschädigt und an zwei Betrieben seien Brände ausgebrochen. In derselben Nacht wurde in der Oblast Rostow der Optik-Mechanische Betrieb Asow getroffen, der zum russischen Konzern „Taktische Raketenwaffen" gehört und optische sowie elektronische Komponenten für Militärtechnik und Raketen produziert. Die Raffinerie Ily war bereits am 8. August getroffen worden – nach Angaben der örtlichen Behörden mit sechs Verletzten – sowie laut Astra am 10. Juli, 2. Juni, 17. Februar und 1. Januar; in den Jahren 2023, 2024 und 2025 hatte es ebenfalls Angriffe gegeben. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht zum 26. September 645 Drohnen über russischen Regionen abgefangen zu haben; Gouverneur Sljusar sprach für die Oblast Rostow von mehr als 30 abgefangenen Drohnen.