Ukrainische Drohnenangriffe treffen Erdölraffinerie Iljinski in russischer Region Krasnodar
In der Nacht zum 26. September haben ukrainische Drohnen die Erdölraffinerie Iljinski in der russischen Region Krasnodar getroffen. Auf dem Gelände brach ein Brand aus, nach Angaben des ukrainischen Generalstabs wurden drei Primärverarbeitungsanlagen und der Tanklagerpark beschädigt; die Raffinerie stellte den Betrieb vorübergehend ein. Der Generalstab und Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigten den Angriff.
Das Wichtigste
- Angriff erfolgte in der Nacht zum 26. September durch ukrainische Drohnen vom Typ FP-1
- Auf dem Gelände der Raffinerie Iljinski wurde ein Brand registriert
- Nach Angaben von Fire Point wurden drei Primärverarbeitungsanlagen und das Tanklager beschädigt; die Raffinerie stellte den Betrieb ein
- Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und Präsident Selenskyj bestätigten den Angriff
- Eingesetzt wurden Operatoren des 1. Zentrums der Unbemannten Streitkräfte und der 414. Brigade „Ptachy Madjara"
- Die Raffinerie hat eine Kapazität von rund 6,6 Mio. Tonnen Erdöl pro Jahr und liegt etwa 50 km von Krasnodar entfernt
- Entfernung zu ukrainischen Startpunkten rund 400 km
Warum es wichtig ist
Die Raffinerie Iljinski gehört zu den größten Erdölverarbeitungsanlagen im Süden Russlands mit einer Kapazität von etwa 6,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Ihre Produkte werden laut Generalstab auch zur Versorgung der russischen Streitkräfte genutzt, sodass der Angriff direkte Auswirkungen auf die russische Militärlogistik hat. Generalstab und Präsident bestätigten den Angriff öffentlich, womit die Ukraine ihre Fähigkeit zu weitreichenden Drohnenschlägen bewusst signalisiert. Das Ziel war zuvor bereits mehrfach getroffen worden – im Februar, Juni, Juli und August –, sodass der Angriff Teil einer etablierten Kampagne gegen denselben Standort ist. In derselben Nacht wurden zudem Schäden und Opfer in den Oblasten Rostow und Belgorod gemeldet.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 26. September führten ukrainische Drohnen vom Typ FP-1 einen Angriff auf die Erdölraffinerie Iljinski in der russischen Region Krasnodar durch. Auf dem Gelände brach ein Brand aus. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsunternehmens Fire Point wurden drei Primärverarbeitungsanlagen und der Tanklagerpark beschädigt; die Raffinerie stellte den Betrieb vorübergehend ein. Den Angriff bestätigten der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj. Eingesetzt wurden Operatoren des 1. Zentrums der Unbemannten Streitkräfte und der 414. Separaten Brigade „Ptachy Madjara" zusammen mit weiteren Einheiten der Verteidigungskräfte. Die Anlage liegt im Rajon Siewerski rund 50 km von Krasnodar entfernt und wird über das Pipeline-System von Transneft mit Rohöl versorgt; die Entfernung zu ukrainischen Startpunkten beträgt etwa 400 km. Der Angriff auf die Region Krasnodar begann OSINT-Analysten zufolge gegen Mitternacht Ortszeit. Gouverneur Veniamin Kondratjew bestätigte den Drohnenangriff auf den Rajon Siewerski und meldete ein beschädigtes Wohngebäude sowie Brände in zwei Betrieben, ohne diese namentlich zu benennen; es habe Tote und Verletzte gegeben. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht 645 ukrainische Drohnen über mehreren Oblasten, der besetzten Krim sowie dem Schwarzen und Asowschen Meer zerstört zu haben.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen rücken das eigene Militär als handelndes Subjekt in den Mittelpunkt: „Sily oborony" (Verteidigungskräfte) und Generalstab werden als bestätigende Instanzen genannt, der Angriff wird als gezielte, namentlich zugeordnete Operation präsentiert. Ukrainische Berichte betonen die strategische Logik – Produkte der Raffinerie würden auch die russischen Streitkräfte versorgen, und Angriffe auf kriegsfinanzierende Einrichtungen sollten Russland zu Verhandlungen und zum Ende der Aggression drängen. Hervorgehoben werden operative Details wie die Beschädigung dreier Primärverarbeitungsanlagen, die Außerbetriebnahme, die Distanz von rund 400 km sowie die öffentliche Bestätigung und der Dank von Präsident Selenskyj, was den Schlag als Erfolgsmeldung rahmt. Russische Angaben – 645 zerstörte Drohnen, Schäden in Rostow und Belgorod – werden als Kontext der Kampagnengröße eingeordnet, nicht als Hauptfokus.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Internationale Agenturmeldungen sind knapp und neutraler formuliert: Eine Meldung hebt Selenskyjs Aussage hervor, wonach ukrainische Kräfte eine Erdölraffinerie und militärische Ziele in Russland getroffen hätten; eine andere führt unter der Überschrift „Three killed in Ukrainian drone attack in Russia's Krasnodar region" zivile Opfer als Aufhänger. Die internationale Rahmung stellt zivile Opfer und die regionalen Auswirkungen des Drohnenangriffs in den Vordergrund, nicht die Rolle der Raffinerie für die Versorgung der russischen Streitkräfte, und verzichtet auf Angaben zu beteiligten Einheiten oder Drohnentyp.
Wo die Berichte auseinandergehen
Ukrainische und russische Darstellungen widersprechen sich in mehreren Punkten. Ukrainische Meldungen konzentrieren sich auf die Raffinerie Iljinski und operative Schäden (Verarbeitungsanlagen, Tanklager, Betriebsstopp). Der Gouverneur von Krasnodar bestätigt nur Brände in „zwei Betrieben" des Rajons Siewerski, ohne Iljinski namentlich zu nennen. Internationale Agenturen berichten teilweise von drei zivilen Toten in der Region Krasnodar. Bei der Zuordnung der Verantwortung beschreiben einige ukrainische Beiträge den Angriff allgemein als Operation der „Verteidigungskräfte", während andere sowie der Generalstab ihn konkret Operatoren des 1. Zentrums der Unbemannten Streitkräfte und der 414. Brigade „Ptachy Madjara" mit FP-1-Drohnen zuschreiben. Das russische Verteidigungsministerium behauptet, 645 ukrainische Drohnen zerstört zu haben, und rahmt den Einsatz als erfolgreiche Luftabwehr statt als erfolgreichen Angriff.
Hintergrund
Die Raffinerie Iljinski (auch Iljewski/Ilski) ist nach A. A. Schamar benannt und liegt in der gleichnamigen Siedlung im Rajon Siewerski, rund 50 km von Krasnodar entfernt; Rohstoffe werden über das Pipeline-System von Transneft angeliefert. Sie produziert Benzin, Diesel, Heizöl und rund 20 weitere Erdölprodukte. Der Drohnenangriff in der Nacht zum 26. September begann OSINT-Analysten zufolge gegen Mitternacht Ortszeit; Anwohner meldeten Explosionen, Flugabwehraktivität und einen Brand, während Luftalarme erst rund zwei Stunden nach Beginn ausgelöst wurden. OSINT-Analysten der Telegram-Kanäle Astra und Exilenova+ identifizierten Iljinski als einen der betroffenen Standorte; Exilenova+ stufte zudem die Afipski-Raffinerie im selben Gebiet als vermutliches Ziel ein. In derselben Nacht meldeten die Gouverneure und Behörden der Oblasten Rostow (fünf Verletzte, Schäden in Asow) und Belgorod (ein Toter, drei Verletzte) Folgen von Drohnenschlägen; das russische Verteidigungsministerium sprach von 645 zerstörten Drohnen über mehreren Oblasten, der Krim und dem Schwarzen und Asowschen Meer. Die Ukraine hat Angriffe auf kriegsfinanzierende Infrastruktur öffentlich als Mittel dargestellt, Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen. Iljinski war bereits im Februar, Juni, Juli und August 2025 sowie im Februar und August 2026 angegriffen worden.