Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Selenskyj: Ukraine hat Ölraffinerien in Omsk und Uchta sowie ein russisches Rechenzentrum getroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitgeteilt, dass die ukrainischen Streitkräfte in der Nacht zum 9. Oktober zwei russische Ölraffinerien – in Omsk und Uchta – sowie ein weiteres russisches Rechenzentrum angegriffen haben. Die Ziele liegen rund 1.900 beziehungsweise etwa 2.500 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt. Selenskyj bezeichnete den Schlag gegen das Rechenzentrum als Spiegelung russischer Angriffe auf die Ukraine.

Das Wichtigste

  • Präsident Selenskyj kündigte am 9. Oktober über soziale Medien an, dass ukrainische Streitkräfte zwei russische Ölraffinerien – in Omsk und Uchta – getroffen haben.
  • Die Raffinerie in Uchta liegt rund 1.900 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt und wurde nach Angaben Selenskyjs mit Drohnen vom Typ An-196 RS angegriffen, die eine Reichweite von etwa 2.500 Kilometern haben.
  • Die Raffinerie in Omsk liegt rund 2.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und wurde mit Drohnen vom Typ FP-6 angegriffen, bei denen es sich um modifizierte Versionen der FP-1 handelt.
  • Die Omsk-Raffinerie kann laut den vorliegenden Angaben jährlich mehr als 21 Millionen Tonnen Öl verarbeiten.
  • Die Raffinerie in Uchta verarbeitet nach den Angaben rund 4 Millionen Tonnen Öl pro Jahr.
  • Selenskyj meldete zudem den Angriff auf ein weiteres russisches Rechenzentrum und bezeichnete ihn als eine Spiegelung russischer Angriffe auf die Ukraine.
  • Die Angriffe erfolgten nach ukrainischer Darstellung in der Nacht zum 9. Oktober.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe haben Ölraffinerien in Entfernungen von rund 1.900 und etwa 2.500 Kilometern von der ukrainischen Grenze erreicht und demonstrieren damit eine weitreichende Schlagkraft ukrainischer Drohnen. Die Anlage in Omsk zählt mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von über 21 Millionen Tonnen Öl zu den bedeutenden russischen Raffinerien und ist somit ein strategisch relevantes Ziel. Mit der Uchta-Raffinerie wurde die bisher bekannte Reichweite ukrainischer Drohnenangriffe weiter ausgedehnt. Die eingesetzten Systeme An-196 RS und FP-6 werden als im Inland entwickelte Langstreckendrohnen präsentiert, was die Modernisierung der ukrainischen Schlagfähigkeit unterstreicht. Dass der Präsident persönlich die Verantwortung übernahm und die strategische Deutung vorgab, verleiht der Operation zusätzliches Gewicht.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am 9. Oktober über seine Konten in den sozialen Netzwerken Telegram und Facebook bekannt, dass die ukrainischen Streitkräfte in der Nacht russische Ziele tief im Landesinneren angegriffen haben. Nach seinen Angaben wurden zwei Ölraffinerien getroffen: die Anlage in Omsk, die etwa 2.500 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt liegt und jährlich mehr als 21 Millionen Tonnen Öl verarbeiten kann, sowie die Raffinerie in Uchta in der Republik Komi, die rund 1.900 Kilometer von der Grenze entfernt ist und etwa 4 Millionen Tonnen Öl pro Jahr verarbeitet. Die Raffinerie in Uchta wurde demnach mit Drohnen vom Typ An-196 RS angegriffen, deren Reichweite mit rund 2.500 Kilometern angegeben wird; die Anlage in Omsk wurde mit Drohnen vom Typ FP-6 attackiert, modifizierten Versionen der FP-1. Selenskyj meldete darüber hinaus den Angriff auf ein weiteres russisches Rechenzentrum und beschrieb ihn als eine Spiegelung russischer Angriffe auf die Ukraine.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt Präsident Selenskyj als zentralen Sprecher heraus, der die Angriffe über seine eigenen Kanäle in den sozialen Medien ankündigte. Hervorgehoben werden das technische Profil der eingesetzten Drohnen An-196 RS und FP-6 sowie die große Entfernung zu den Zielen – rund 1.900 und etwa 2.500 Kilometer von der Grenze – als Beleg für die wachsende Reichweite und Modernisierung der ukrainischen Fähigkeiten. Der Schlag gegen das Rechenzentrum wird, Selenskyjs Deutung folgend, als gezielte Antwort auf russische Angriffe auf ukrainischem Boden eingeordnet.

Hintergrund

Die Anlage in Uchta verarbeitet nach den vorliegenden Angaben jährlich rund 4 Millionen Tonnen Öl. Die Ziele werden als Objekte beschrieben, die mit dem Abschuss von Raketen und der Produktion von Raketentreibstoff in Verbindung stehen. In derselben Berichtslage wurde zuvor auch ein Angriff auf ein Verwaltungsgebäude des Innenministeriums in Belgorod erwähnt, der Schäden und vermutlich einen Brand verursacht haben soll.