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Großangriff mit Drohnen auf Moskau und Moskauer Gebiet in der Nacht zum 6. Oktober

In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober wurden Moskau und das Moskauer Gebiet laut Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin mit mehr als 80 Drohnen angegriffen. Vier Flughäfen der russischen Hauptstadt – Wnukowo, Domodedowo, Scheremetjewo und Schukowski – stellten den Betrieb ein. Am größten Öldepot der Region, der LPDS Wolodarskaja, brach ein Feuer aus.

Das Wichtigste

  • Moskau und das Moskauer Gebiet wurden in der Nacht zum 6. Oktober mit Drohnen angegriffen.
  • Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von mehr als 80 abgeschossenen Drohnen auf dem Weg nach Moskau.
  • Die Flughäfen Wnukowo, Domodedowo, Scheremetjewo und Schukowski stellten den Betrieb ein.
  • Auf dem Gelände der LPDS Wolodarskaja, des größten Öldepots der Region, brach ein Feuer aus.
  • Die Wolodarskaja-Station gehört Transnefteprodukt und pipelinet Benzin, Flugkraftstoff und Diesel direkt zu den Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Scheremetjewo.
  • Die Anlage war nach bisherigen Erkenntnissen noch nie zuvor angegriffen worden.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf ein Öldepot und eine Pipeline-Versandstation, die Hauptflughäfen Moskaus direkt mit Flugkraftstoff versorgt – gleichzeitig wurden vier dieser Flughäfen in ihrer Arbeit eingeschränkt. Die LPDS Wolodarskaja war zuvor noch nicht als Ziel von Angriffen bekannt geworden, was auf eine Ausweitung der Palette getroffener Energieinfrastruktur hindeutet. Mit den mehr als 80 abgeschossenen Drohnen, die Sobjanin nannte, handelt es sich um einen der bislang größten dokumentierten Drohnenangriffe auf den Großraum Moskau.

Was geschehen ist

In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober flogen Drohnen in das Moskauer Gebiet aus mehreren Richtungen gleichzeitig ein. Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach zunächst von 13, dann von weiteren 15 abgeschossenen Drohnen und erklärte später, insgesamt seien mehr als 80 Drohnen auf dem Weg nach Moskau von der russischen Luftabwehr abgefangen worden. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawijazija schränkte nach und nach den Betrieb der Flughäfen Wnukowo, Domodedowo, Scheremetjewo und Schukowski ein. Rettungskräfte waren an den Absturzstellen der Trümmer im Einsatz; Angaben zu Schäden oder Verletzten machte Sobjanin nicht.

OSINT-Analysten des Kanals ASTRA lokalisierten eines der Brände im Dorf Konstantinowo im Rajon Ramenski. Der Telegram-Kanal Exilenova+ berichtete, Drohnen hätten die LPDS Wolodarskaja getroffen – das nach eigenen Angaben größte Öldepot und den wichtigsten Pipeline-Versandpunkt im Moskauer Gebiet. Auf dem Gelände brach demnach ein Feuer aus. Nach Angaben von ASTRA war diese Anlage zuvor noch nie Ziel eines Angriffs gewesen. Während des Angriffs brach laut Berichten außerdem ein Feuer in einem Wildberries-Lager im Moskauer Gebiet aus.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellenangaben zur Gesamtzahl der Drohnen widersprechen sich: Sobjanin sprach zeitweise von „mehr als 80“ abgeschossenen Drohnen auf Moskau, an anderer Stelle davon, dass zwischen dem 5. Oktober 20:30 Uhr und dem 6. Oktober 05:00 Uhr etwa 650 Drohnen Richtung Moskauer Gebiet geflogen seien, von denen 105 nahe Moskau abgeschossen worden seien. Beide Zahlen übersteigen die früher in der Nacht genannten Zwischenstände (zunächst 13, dann 15) deutlich. Zudem schwanken die Schreibweisen der getroffenen Anlage und des Brandorts zwischen „LPDS Wolodarska“ / „Wolodarskaja“ und „Kostyantinowo“ / „Konstantinowo“ (Rajon Ramenski).

Hintergrund

Die LPDS Wolodarskaja gehört zu Transnefteprodukt und ist das größte Öldepot im Moskauer Gebiet; sie lagert und pipelinet Motorenbenzin, Flugkraftstoff und Diesel getrennt voneinander. Jährlich werden dort rund 3 Millionen Tonnen Mineralölprodukte umgeschlagen. Beliefert wird die Anlage von den Raffinerien in Moskau und Rjasan. Ein Pipeline-Netz verbindet die Station direkt mit den Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Scheremetjewo. Während des Angriffs brach nach Berichten zudem ein Feuer in einem Wildberries-Lager im Moskauer Gebiet aus.