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Feuer an Starlink-Bodenstation in Polen: Behörden prüfen Sabotageverdacht

In der Nacht zum 24. September brach in dem Dorf Wola Krobowska in der polnischen Woiwodschaft Masowien ein Feuer an einer Starlink-Bodenstation aus. Die Station wird vom staatlichen Telekommunikationsunternehmen Exatel betrieben und versorgt große Teile Mittel- und Osteuropas sowie die Ukraine mit Internet, darunter auch die ukrainischen Streitkräfte an der Front. Polnische Behörden stufen den Vorstand vorläufig als mögliche Sabotage ein; offizielle Vertreter bezeichneten ihn als Element hybrider Kriegführung.

Das Wichtigste

  • Brand am Abend des 23. September an einer Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska, Woiwodschaft Masowien
  • Station wird vom polnischen staatlichen Telekommunikationsunternehmen Exatel betrieben
  • Beschädigt wurden Antennen und ein Stromgenerator; keine Verletzten
  • Station versorgt zusammen mit einer ähnlichen Station bei Kaunas (Litauen) weite Teile Mittel- und Osteuropas sowie die Ukraine mit Internet, auch das ukrainische Militär
  • Polens Vizeregierungschef und Digitalminister Krzysztof Gawkowski sprach von deutlichen Anzeichen für eine vorsätzliche Sabotage
  • Ministerpräsident Donald Tusk und Innenminister Marcin Kierwiński bezeichneten den Vorfall als Element hybrider Kriegführung; Russlands Verantwortung ist nicht erwiesen
  • Nach dem Brand lief die Station weiter, Dienstausfälle für Endnutzer wurden nicht gemeldet
  • ABW und Polizei sowie die Staatsanwaltschaft ermitteln; als mögliche Ursachen gelten vorsätzliche Brandstiftung am Verteilerkasten oder ein Kurzschluss

Warum es wichtig ist

Die Station ist einer der Knoten, über die Starlink die Ukraine und weitere Teile Mittel- und Osteuropas versorgt – einschließlich der ukrainischen Streitkräfte an der Front. Polnische Spitzenvertreter werteten den Vorfall öffentlich als wahrscheinliche Sabotage und als Element hybrider Kriegführung und stellten ihn in einen Zusammenhang mit Russland, auch wenn eine russische Beteiligung nicht belegt ist. Weil eine ähnliche Station bei Kaunas in Litauen Teil desselben Netzes ist, hätte eine erfolgreiche Abschaltung dieser Infrastruktur regionale Folgen über die Ukraine hinaus. Polen hat zwischen 2022 und 2024 rund 323 Millionen Zloty (über 86 Millionen US-Dollar) in Starlink-Endgeräte für die Ukraine investiert.

Was geschehen ist

Am Abend des 23. September brach in dem Dorf Wola Krobowska in der Woiwodschaft Masowien ein Feuer an einer von Exatel betriebenen Starlink-Bodenstation aus. Der Eigentümer des Grundstücks alarmierte nach 21:00 Uhr die Feuerwehr; drei Löschzüge rückten aus und brachten den Brand unter Kontrolle. Dabei wurden Antennen und ein Stromgenerator beschädigt, verletzt wurde niemand. Die Station, die zusammen mit einer weiteren Station bei Kaunas in Litauen weite Teile Mittel- und Osteuropas und die Ukraine versorgt – darunter nach polnischen Angaben auch die ukrainischen Streitkräfte –, setzte ihren Betrieb nach dem Vorfall fort; Ausfälle für Endnutzer wurden nicht gemeldet. Polens Vizeregierungschef und Digitalminister Krzysztof Gawkowski sprach von deutlichen Anzeichen für eine vorsätzliche Sabotage; Ministerpräsident Donald Tusk und Innenminister Marcin Kierwiński bezeichneten den Vorfall als Element hybrider Kriegführung. Nach ihrer Darstellung ist Russlands Verantwortung nicht erwiesen, viele Hinweise passten aber zu einer neuen russischen Angriffsdoktrin. Die polnische Staatsfeuerwehr, die Polizei, die ABW und die Staatsanwaltschaft ermitteln; als mögliche Ursachen gelten vorsätzliche Brandstiftung am Verteilerkasten oder ein Kurzschluss in der Elektrik.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die gesamte ukrainische Berichterstattung rahmt den Vorfall als Angriff auf die Internetanbindung der Ukraine. Schlagzeilen betonen, dass die Station Internet für die Ukraine bereitstellte und dass das Ziel der mutmaßlichen Sabotage die Unterbrechung des Internetzugangs der ukrainischen Streitkräfte an der Front gewesen sei. Die Stellungnahmen der polnischen Minister werden in den ukrainischen Medien als autoritative Bestätigung einer feindlichen Handlung gegen die ukrainische Konnektivität behandelt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Ursache des Brandes ist bislang nicht abschließend geklärt: Polnische vorläufige Ermittlungen ziehen sowohl vorsätzliche Brandstiftung am elektrischen Verteilerkasten als auch einen Kurzschluss in der Elektrik als mögliche Ursache in Betracht. Daneben variiert die Schreibweise des Namens des polnischen Digitalministers zwischen den ukrainischsprachigen Quellen – die meisten schreiben „Gawkowski", ein ukrainischsprachiger Bericht dagegen „Hawkowski".

Hintergrund

Die Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska wird vom polnischen staatlichen Telekommunikationsunternehmen Exatel betrieben und arbeitet mit einer ähnlichen Station bei Kaunas in Litauen zusammen. Sie ist seit mindestens 2022 in Betrieb und wurde nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine zu einem der Bodenknoten, über die Starlink die Ukraine versorgt. Nach Angaben von Digitalminister Krzysztof Gawkowski verfügte der privat genutzte Standort nur über Videoüberwachung und keine physische Sicherung. Die polnische Innenagentur ABW und das zentrale Kriminalamt der Polizei wurden informiert und sind in die Ermittlungen eingebunden.