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Nach Brandanschlag auf Starlink-Station in Polen: Zwei Türken in Deutschland festgenommen

Nach einem Brandanschlag auf eine Starlink-Bodenstation im polnischen Wola Krobowska am Abend des 23. September hat die polnische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Sabotage und eines Terrorakts zugunsten eines ausländischen Geheimdienstes eingeleitet. Zwei türkische Staatsangehörige, die einen Tag nach dem Brand in der Nähe des Tatorts kontrolliert, aber trotz Zweifel an ihren Dokumenten wieder freigelassen worden waren, wurden am 12. Oktober in Deutschland festgenommen. Eine dritte türkische Verdächtige, die die beiden Männer laut Ermittlern mit dem Auto nach Polen gebracht haben soll, sitzt ebenfalls in Deutschland in Haft.

Das Wichtigste

  • Brand an der Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska (Woiwodschaft Masowien) am Abend des 23. September; Überwachungskameras zeigen zwei Männer beim Übergießen eines Schaltschranks mit Brandbeschleuniger um 20:57 Uhr.
  • Am 24. September hielt ein polnischer Polizist rund 10 Kilometer vom Tatort im Kreis Grójec zwei türkische Männer nach einem Hinweis aus der Bevölkerung zur Ausweiskontrolle an; einer legte falsche Personalien vor.
  • Die Männer wurden trotz Zweifel an ihren Papieren freigelassen; die Polizei erklärte, es habe bei der Dokumentenprüfung kein Haftgrund vorgelegen.
  • Anschließend fuhren die Männer mit nasser, schmutziger Kleidung per Taxi nach Warschau; ein Fahrer zeichnete das Gespräch auf, in dem nach Übersetzung die Wörter „Operation", „Basis" und „Satellit" auftauchten.
  • Am 12. Oktober wurden die beiden Türken in Deutschland auf Grundlage europäischer Haftbefehle und Materialien der polnischen Polizei, der ABW und der Staatsanwaltschaft festgenommen; eine dritte türkische Verdächtige in Deutschland soll sie nach Polen gefahren haben.
  • Polens Premierminister Donald Tusk bezeichnete den Vorfall als „Element der hybriden Kriegsführung"; Generalstaatsanwaltschaft und Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak sehen Hinweise auf eine russische Beteiligung.
  • Die Station versorgt gemeinsam mit einer Basis bei Kaunas in Litauen weite Teile Mittel- und Osteuropas mit Internet, darunter auch die Ukraine.

Warum es wichtig ist

Die angegriffene Starlink-Station versorgt weite Teile Mittel- und Osteuropas, einschließlich der Ukraine, mit Internetzugang. Ihr Ausfall hätte unmittelbare Folgen für die ukrainische Konnektivität in einem ohnehin prekären Sicherheitsumfeld. Dass die polnische Staatsanwaltschaft wegen Sabotage und eines Terrorakts zugunsten eines ausländischen Geheimdienstes ermittelt, unterstreicht den nationalen Sicherheitscharakter des Vorfalls. Dass zwei Verdächtige trotz dokumentierter Zweifel an ihren Papieren freigelassen wurden und erst in Deutschland gefasst werden konnten, wirft zudem Fragen zu Lücken in der ersten polizeilichen Reaktion auf. Insgesamt signalisiert der Fall eine Eskalation der hybriden Kriegsführung gegen NATO-Staaten an der Ostflanke.

Was geschehen ist

Am Abend des 23. September brach in der Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska in der Woiwodschaft Masowien ein Brand aus. Überwachungskameras zeigen, wie um 20:57 Uhr zwei Männer über den Zaun klettern, einen Schaltschrank mit einer leicht entzündlichen Flüssigkeit übergießen und ihn anzünden. Am folgenden Tag hielt ein polnischer Polizist im Kreis Grójec, etwa zehn Kilometer vom Tatort entfernt, zwei türkische Staatsangehörige zur Ausweiskontrolle an, nachdem Anwohner die Männer als verdächtig gemeldet hatten. Einer der Männer legte falsche Personalien vor. Trotz Zweifel an den Dokumenten erklärte die Polizei, es habe bei der reinen Dokumentenprüfung kein Haftgrund vorgelegen, und ließ die Männer gehen. Diese fuhren anschließend mit nasser, schmutziger Kleidung per Taxi nach Warschau und gaben an, im Wald übernachtet zu haben. Der Taxifahrer zeichnete ihr Gespräch auf; nach Übersetzung fanden sich darin die Wörter „Operation", „Basis" und „Satellit". Ermittler verknüpften die Männer über Fingerabdrücke am Tatort und über ein Mobiltelefon, das sich entlang der Route an Mobilfunkstationen einwählte, mit der Tat. Nach der Ausstellung europäischer Haftbefehle wurden am 12. Oktober die beiden türkischen Staatsangehörigen in Deutschland festgenommen, ebenso eine dritte türkische Verdächtige, die sie mutmaßlich mit dem Auto nach Polen gebracht hatte. Die polnische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Sabotage und eines Terrorakts zugunsten eines ausländischen Geheimdienstes.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vier verfügbaren Quellen sind ukrainische Medien. Sie behandeln den Vorstand übereinstimmend als Sabotageakt mit grenzüberschreitenden Folgen, nicht als gewöhnliche Straftat. Sie betonen, dass die angegriffene Station weite Teile Mittel- und Osteuropas, darunter auch die Ukraine, mit Internet versorgt, und stellen damit die direkten Auswirkungen auf die ukrainische Konnektivität in den Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit widmen sie den Ermittlungspannen – der Kontrolle am Tag danach, den Zweifeln an den Papieren der Verdächtigen, deren Freilassung und anschließender Flucht – und machen damit Versäumnisse der polnischen Polizei deutlich. Schließlich räumen sie den Aussagen polnischer Amtsträger, die den Vorfall mit russischen Geheimdiensten und dem Begriff „hybride Kriegsführung" verknüpfen, breiten Raum ein, da dies dem Bild entspricht, das ein ukrainisches Publikum von russischen Operationen hat.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich im Grad der Zuordnung zu Russland: Premierminister Tusk erklärt, die russische Verantwortung sei noch nicht bestätigt, auch wenn viele Anzeichen dafür sprächen; die Generalstaatsanwaltschaft spricht von begründeten Anhaltspunkten für eine Steuerung durch russische Geheimdienste; Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak sagt, er habe keinen Zweifel, dass russische Dienste hinter der Tat steckten. Bei der Taxiaufnahme variieren die Angaben leicht: Einige Quellen führen die Wörter „Operation", „Basis" und „Satellit" auf, andere beschreiben zusätzlich, dass der Fahrer das Gespräch aufgezeichnet habe und die Begriffe erst nach Übersetzung hervortraten.

Hintergrund

Die Wola-Krobowska-Station gehört zusammen mit einer ähnlichen Basis bei Kaunas in Litauen zu den Knotenpunkten, über die Starlink-Internet für weite Teile Mittel- und Osteuropas, einschließlich der Ukraine, bereitgestellt wird. Nach dem Brand wurde anfangs auch die Version einer Selbstentzündung geprüft. Polnische Polizeivertreter erklärten später, dass Polizisten im Streifendienst ausländische Dokumente nicht vor Ort zuverlässig prüfen könnten, wenn die Betroffenen nicht in polnischen oder Europol-Datenbanken geführt werden, und dass eine gründlichere Überprüfung eine 48-stündige Ingewahrsamnahme erfordert hätte. Die europäischen Haftbefehle wurden vor dem 12. Oktober ausgestellt; neben den beiden mutmaßlichen Brandstiftern soll laut Ermittlern eine in Deutschland lebende türkische Frau die Männer im Auto nach Polen gebracht haben.