Polen stellt Ermittlungen zum russischen Drohneneinflug im September 2025 ein
Die polnische Bezirksstaatsanwaltschaft in Lublin hat die Ermittlungen zum massiven Einflug russischer Drohnen in den polnischen Luftraum im September 2025 eingestellt. Als Grund wurde genannt, dass die Verantwortlichen nicht identifiziert werden konnten. Gleichzeitig stellte die Untersuchung fest, dass die Reaktion des polnischen Militärs rechtmäßig war, und fand in einigen der abgeschossenen Drohnen polnische SIM-Karten.
Das Wichtigste
- Die Bezirksstaatsanwaltschaft Lublin stellte die monatelange Untersuchung des Drohneneinfalls vom 10. September 2025 ein, weil die Täter nicht ermittelt werden konnten.
- Sprecher der Behörde, Staatsanwalt Marcin Kozak, erklärte, der Täter habe nicht identifiziert werden können.
- Die Ermittler stuften den Vorfall als Verletzung des polnischen Luftraums mit Gefährdung der allgemeinen Sicherheit ein; ein Großteil der Fallakten ist als geheim eingestuft.
- Die Untersuchung ergab, dass das polnische Militär den Angriff vorschriftsgemäß abgewehrt hatte und Soldaten berechtigt waren, Waffen gegen die feindlichen Objekte einzusetzen.
- In einigen der abgeschossenen Drohnen wurden polnische SIM-Karten gefunden; ob diese gestohlen oder illegal erworben wurden, gaben die Ermittler nicht bekannt.
- Der Drohneneinfall vom 10. September 2025 – Polen sprach von etwa zwei Dutzend Drohnen – führte ab dem 13. September 2025 zur Entsendung der neuen NATO-Mission „Eastern Sentry“ nach Polen.
Warum es wichtig ist
Die Einstellung des Verfahrens bedeutet, dass in Polen niemand rechtlich für einen bedeutenden russischen Drohneneinflug in NATO-Gebiet verantwortlich gemacht wird. Der Fund polnischer SIM-Karten in abgeschossenen Drohnen wirft offene Fragen zu einer möglichen Mitwirkung von innerhalb des Landes auf, die aufgrund der Geheimhaltung der Fallakten nicht öffentlich geklärt werden können. Gleichzeitig bestätigt die Untersuchung ausdrücklich, dass die militärische Abwehr rechtmäßig erfolgte. Der Vorfall hatte bereits zur Entsendung der neuen NATO-Mission „Eastern Sentry“ nach Polen geführt, mit direkten Folgen für die Abschreckung an der Ostflanke.
Was geschehen ist
Die polnische Bezirksstaatsanwaltschaft in Lublin hat die Ermittlungen zum massiven Einflug russischer Drohnen in den polnischen Luftraum vom September 2025 eingestellt. Wie der Sprecher der Behörde, Staatsanwalt Marcin Kozak, mitteilte, konnte der Täter nicht identifiziert werden. Die Militärstaatsanwaltschaft hatte den Fall zuvor monatelang untersucht. Der untersuchte Straftatbestand war eine Verletzung des polnischen Luftraums, die eine Bedrohung der allgemeinen Sicherheit darstellte. Ein Großteil der Fallakten einschließlich der Begründung der Einstellungsentscheidung ist als geheim eingestuft. Die parallele Untersuchung zum militärischen Einschreiten wurde ebenfalls eingestellt – sie ergab keine Verstöße und stellte fest, dass die Soldaten korrekt gehandelt hatten und berechtigt waren, die feindlichen Objekte mit Waffengewalt zu bekämpfen. Zudem wurden in einigen der abgeschossenen Drohnen polnische SIM-Karten gefunden; ob diese gestohlen oder illegal erworben wurden, hielten die Ermittler geheim.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Angaben zur Zahl der in den polnischen Luftraum eingedrungenen Drohnen am 10. September 2025 gehen auseinander: Die polnischen Behörden sprachen am 12. September von 21 Drohnen, andere Quellen von etwa zwei Dutzend, eine weitere von mehr als 30. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 27. September, insgesamt 92 Droffen seien in Richtung Polen geflogen, von denen 19 polnisches Gebiet erreichten. Uneinigkeit besteht auch zur Ursache der Schäden an einem Wohnhaus in der Woiwodschaft Lublin: zunächst wurde eine Drohne als Ursache genannt, spätere Medienberichte führten den Schaden auf eine Rakete eines polnischen F-16 zurück.
Hintergrund
In der Nacht zum 10. September 2025 waren russische Drohnen aus Richtung Belarus in den polnischen Luftraum eingedrungen; Trümmerteile wurden in mehreren Landesteilen gefunden, einige bis zu fast 300 Kilometer von der Ostgrenze entfernt. Polnische und europäische Stellen beschuldigten Russland einer vorsätzlichen, koordinierten Attacke und wiesen Vorwürfe einer ukrainischen Verwicklung zurück. Nach Angaben des polnischen Außenministers Radosław Sikorski verfügten die Drohnen über die technische Möglichkeit, Munition zu tragen, waren aber „leer“ (unbewaffnet). Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 27. September, 92 Drohnen seien auf Polen zugeflogen; die Ukraine habe einen Teil über eigenem Gebiet abgeschossen, 19 hätten aber polnisches Territorium erreicht. Ein Wohnhaus in der Woiwodschaft Lublin wurde beschädigt – nachfolgende Medienberichte führten den Schaden möglicherweise auf eine Rakete eines polnischen F-16 zurück. Die polnischen Behörden präzisierten am 12. September, die Attacke habe aus 21 Drohnen bestanden; vier wurden abgeschossen; es war das erste Mal, dass aus polnischen Flugzeugen Waffen gegen Drohnen eingesetzt wurden. Ab dem 13. September 2025 verlegte die NATO als Reaktion auf den Vorfall die neue Mission „Eastern Sentry“ nach Polen.