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Russland setzt 20 Millionen Dollar Kopfgeld auf ukrainischen Drohnenkommandeur Brovdi aus

Russland hat über post-sowjetische kriminelle Netzwerke eine Belohnung von 20 Millionen US-Dollar für Informationen zum Aufenthaltsort des Kommandeurs der ukrainischen Unmanned Systems Forces, Robert „Madyar" Brovdi, ausgesetzt. Das berichtet die US-Zeitung The Wall Street Journal. Brovdi und seine Einheit „Birds of Madyar" sind demnach wegen der hohen Wirksamkeit ukrainischer Drohneneinsätze ein Hauptziel des Kreml.

Das Wichtigste

  • Russland bot über post-sowjetische kriminelle Netzwerke 20 Millionen US-Dollar für Hinweise zum Aufenthaltsort von Robert „Madyar" Brovdi, Kommandeur der Unmanned Systems Forces.
  • Quelle der Enthüllung ist The Wall Street Journal; WSJ-Journalisten besuchten einen geheimen Kommandoposten „irgendwo im Südosten der Ukraine".
  • Die Unmanned Systems Forces machen nach Angaben Brovdis nur 2,5 Prozent der ukrainischen Streitkräfte aus, sollen aber für rund ein Drittel der russischen Verluste im vergangenen Jahr verantwortlich sein.
  • Am Tag des Interviews zählten die Unmanned Systems Forces nach eigenen Angaben 656 getötete oder verwundete russische Soldaten je eigenen gefallenen Kämpfer; Brovdi sagte, er halte diesen „Wechselkurs" für nicht gut genug.
  • Seit Beginn der großangelegten Invasion wurden 79 Kämpfer der „Birds of Madyar" getötet; ihre Namen sind an einer Wand am Eingang zum Kommandozentrum eingraviert.
  • Russische Gerichte verurteilten Brovdi in Abwesenheit mehrfach wegen Terrorismusvorwürfen – mit unterschiedlichen Strafmaßen zwischen 18 Jahren und lebenslanger Haft.
  • Brovdi kommandiert die Unmanned Systems Forces seit Juni 2025; das russische Ermittlungskomitee hatte ihn bereits im Dezember des Vorjahres international zur Fahndung ausgeschrieben.

Warum es wichtig ist

Die Höhe des Kopfgeldes unterstreicht, wie ernst Russland die ukrainischen Drohnenoperationen und Brovdi persönlich nimmt. Die Berichterstattung macht zugleich das außergewöhnliche Verhältnis von Größe und Wirkung der Unmanned Systems Forces sichtbar: Ein sehr kleiner Teil der ukrainischen Armee soll einem erheblichen Anteil der russischen Verluste zugeordnet werden können. Zudem dokumentiert die Geschichte einen ungewöhnlichen russischen Ansatz – die Einschaltung krimineller Netzwerke statt rein staatlicher Mittel – zur Jagd auf einen aktiven ukrainischen Kommandeur.

Was geschehen ist

The Wall Street Journal berichtet, Russland habe über post-sowjetische kriminelle Netzwerke eine Belohnung von 20 Millionen US-Dollar auf den Kommandeur der ukrainischen Unmanned Systems Forces, Robert „Madyar" Brovdi, ausgesetzt. Grund sei die hohe Wirksamkeit ukrainischer Drohnen, die Brovdi nach Darstellung der WSJ zu einer der Hauptziele des Kreml für eine gezielte Tötung mache. Im Vorfeld des Besuchs eines geheimen Kommandopostens „irgendwo im Südosten der Ukraine" mussten WSJ-Journalisten ihre Telefone in den Flugmodus schalten und in Faraday-Taschen stecken, die Wi-Fi-, Mobilfunk-, Bluetooth- und GPS-Signale blockieren. Auch die Anreise erfolgte in Fahrzeugen mit getönten Scheiben. Am Kommandoposten sind die Namen von 79 seit Beginn der großangelegten Invasion getöteten Kämpfern der Einheit „Birds of Madyar" in eine Wand nahe dem Eingang eingraviert. Brovdi sagte, die Unmanned Systems Forces stellten nur 2,5 Prozent der ukrainischen Streitkräfte, seien aber für rund ein Drittel der russischen Verluste im vergangenen Jahr verantwortlich. Am Tag des Interviews zählten die Unmanned Systems Forces nach seinen Angaben 656 getötete oder verwundete russische Soldaten je eigenem gefallenen Kämpfer – einen Wert, den Brovdi als nicht gut genug bezeichnete.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige namentlich genannte internationale Quelle ist The Wall Street Journal, das sowohl die Enthüllung über das Kopfgeld als auch die Berichterstattung vom geheimen Kommandoposten im Südosten der Ukrainie lieferte. Im bereitgestellten Quellenbestand finden sich keine weiteren internationalen Medien, sodass eine breitere Gegenüberstellung internationaler Rahmensetzungen durch die vorliegenden Daten nicht gestützt wird.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellenangaben widersprechen sich in den Details der russischen Abwesenheitsurteile gegen Brovdi: Ein Gericht soll ihn zu 18 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafkolonie verurteilt haben – im Zusammenhang mit Drohnenangriffen auf russische Treibstoff- und Energieinfrastruktur; der Second Western District Military Court soll hingegen eine lebenslange Haftstrafe verhängt haben – im Zusammenhang mit dem Tod der Propagandistin des Ersten Kanals, Anna Prokofieva, in der Oblast Kursk. Unklar bleibt, ob es sich um parallele oder separate Urteile handelt.

Hintergrund

Robert Brovdi, Rufzeichen „Madyar", kommandiert die Unmanned Systems Forces seit Juni 2025. Vor dem Krieg arbeitete er als internationaler Getreidehändler. Die „Birds of Madyar" sind eine ihm zugeordnete Einheit; 79 ihrer Kämpfer wurden seit Beginn der großangelegten Invasion getötet, ihre Namen sind am Kommandozentrum eingraviert. Das russische Ermittlungskomitee hatte Brovdi bereits im Dezember des Vorjahres international zur Fahndung ausgeschrieben; russische Gerichte haben seither mehrere Abwesenheitsurteile gegen ihn verhängt.