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Dänischer Geheimdienst PET: Russland führt Sabotageakte gegen dänische Lieferanten der Ukraine durch

Der dänische Inlandsgeheimdienst PET hat erklärt, Russland habe Sabotageoperationen gegen dänische Unternehmen gestartet, die Waren in die Ukraine liefern. Die führende PET-Analystin Josefine Christensen sagte auf einer Sicherheitskonferenz in Kopenhagen, die Zunahme ausgeführter Operationen im Frühsommer stelle eine deutliche Eskalation der hybriden Kriegsführung Moskaus dar. Laut PET versucht Russland, Ziele mit direktem Frontbezug – etwa Waffenproduktion – zu treffen und setzt dabei zunehmend ungeschulte Mittelspersonen ein, die über Telegram und soziale Netzwerke rekrutiert werden.

Das Wichtigste

  • Der dänische Geheimdienst PET erklärte, Russland habe Sabotageoperationen gegen dänische Unternehmen aufgenommen, die Waren in die Ukraine liefern.
  • Die Erklärung gab die leitende PET-Analytikerin Josefine Christensen am 7. Oktober auf einer Sicherheitskonferenz in Kopenhagen ab.
  • PET beobachtete im Frühjahr viel Planung, aber wenig ausgeführte Operationen; im Frühsommer stieg die Zahl der tatsächlich umgesetzten Sabotageakte deutlich.
  • Russland kam nach PET-Einschätzung zu dem Schluss, dass seine früheren großangelegten Angriffe die NATO-Staaten nicht von der Unterstützung der Ukraine abgehalten haben.
  • Moskau behält laut PET die politische Kontrolle über die Operationen, während die operative Kühnheit der Ausführenden wächst.
  • Russland rekrutiert nach PET-Angaben zunehmend ungeschulte Mittelspersonen – darunter Obdachlose und Drogenabhängige – über Telegram und andere soziale Netzwerke, beginnend mit einfachen Aufgaben wie Aufklärung oder Fotografie.

Warum es wichtig ist

Mit der öffentlichen Zuordnung einer neuen Sabotageserie an Russland durch einen NATO-Mitgliedstaat wird Moskaus hybride Kriegsführung auf eine neue Stufe gehoben – nun auch mit direkter Benennung dänischer Ziele. Dass die betroffenen Unternehmen in die Ukraine liefern, verbindet die Sicherheit europäischer Infrastruktur unmittelbar mit dem Krieg. Das von PET beschriebene Rekrutierungsmodell – ungeschulte Mittelspersonen aus sozialen Randgruppen über Telegram – senkt die Schwelle für Sabotage erheblich. Der dänische Befund deckt sich mit ähnlichen Feststellungen aus Deutschland und Estland und stützt damit das Bild eines koordinierten russischen Musters in Europa.

Was geschehen ist

Der dänische Inlandsgeheimdienst PET erklärte am 7. Oktober auf einer Sicherheitskonferenz in Kopenhagen, Russland habe Sabotageoperationen gegen dänische Unternehmen eingeleitet, die Güter in die Ukraine liefern. Die leitende PET-Analytikerin Josefine Christensen schilderte eine deutliche Zunahme ausgeführter Operationen seit dem Frühsommer nach einer Phase intensiver Planung im Frühjahr. Nach PET-Einschätzung ist Russland zu dem Schluss gekommen, dass großangelegte Angriffe auf ukrainische Logistikrouten die westlichen NATO-Staaten nicht von ihrer Unterstützung der Ukraine abgehalten haben, und verlagert seine Angriffe nun auf Ziele in Europa. Moskau behält laut PET die politische Steuerung, während die operative Kühnheit der Ausführenden wächst. Zunehmend würden ungeschulte Mittelspersonen – darunter Obdachlose und Drogenabhängige – über Telegram und soziale Netzwerke rekrutiert; die Anwerbung beginne meist mit einfachen Aufgaben wie Aufklärung oder Fotografie und steigere sich zu tatsächlicher Sabotage.

Hintergrund

Bereits im August hatte die estnische Sicherheitspolizei den Brandanschlag auf das Verteidigungsunternehmen Milrem Robotics in Tallinn in der Nacht zum 15. August als von russischen Geheimdiensten angeordnete Sabotage eingestuft. Deutschland beschuldigte Russland im August zudem eines versuchten Drohnenangriffs auf den Flughafen Leipzig/Halle. Im September 2025 führten Drohnensichtungen zu Betriebsstörungen an sechs dänischen Flächäfen, darunter Kopenhagen; die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete den Vorfall als hybride Attacke. NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Alexus Grynkewich, kündigte am 24. September verstärkten Geheimdienst-Informationsaustausch als Reaktion auf eine Reihe vermutlich russlandverbundener Vorfälle an. Anfang Oktober warnte der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) EU- und NATO-Staaten vor der Vorbereitung russischer Sabotageakte auf deren Territorium.