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Drei europäische Geheimdienstchefs warnen vor verstärkter russischer Sabotage in Europa

Die Chefs der Sicherheitsdienste aus Tschechien, Lettland und Schweden sagten gegenüber The Guardian, dass Russlands Sabotagekampagne in Europa in den kommenden Monaten voraussichtlich an Intensität gewinnen wird. Bei der Bewertung der Wahrscheinlichkeit einer russischen Invasion in NATO-Länder sind die drei sich uneins.

Das Wichtigste

  • BIS-Chef Michal Kudelka (Tschechien) hält eine begrenzte Invasion oder eine False-Flag-Operation in einem NATO-Land bereits innerhalb von Monaten für möglich.
  • VDD-Chef Normunds Mežviets (Lettland) sieht keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden russischen Angriff, erkennt aber Hinweise auf entschiedeneres russisches Handeln in Europa.
  • Der schwedische Geheimdienstchef Thomas Nilsson sieht keine Bereitschaft Moskaus zu echten Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine.
  • Alle drei erwarten eine Zunahme russischer Sabotageakte in Europa in den kommenden Monaten.
  • Nilsson bezeichnete den Drohnenvorfall mit Sprengstoff am Leipziger Flughafen, den deutsche Behörden dem russischen Geheimdienst zuordnen, als «Wendepunkt».
  • Laut Nilsson verfolgt Russland mit der verstärkten Sabotage drei Ziele: Senkung der Ukraine-Unterstützung, Spaltung der NATO und Einschüchterung der europäischen Bevölkerung.
  • Mežviets zufolge verlagert sich Russland von chaotischer Brandstiftung hin zu Angriffen auf konkrete Einrichtungen mit Bezug zur westlichen Ukraine-Hilfe.

Warum es wichtig ist

Drei europäische Geheimdienstchefs haben sich öffentlich besorgt über eine Intensivierung der russischen Sabotage in Europa in den kommenden Monaten geäußert. Zugleich unterscheiden sich ihre Einschätzungen zur Wahrscheinlichkeit eines begrenzten russischen Einmarsches in NATO-Gebiet – das signalisiert eine ausdrückliche Unsicherheit an der Spitze europäischer Nachrichtendienste über das Ausmaß einer möglichen russischen Eskalation. Die genannten Ziele – Schwächung der Ukraine-Unterstützung, Spaltung der NATO und Einschüchterung der europäischen Bevölkerung – verknüpfen die Bedrohung unmittelbar mit dem Krieg in der Ukraine und mit dem Zusammenhalt des Westens.

Was geschehen ist

Die Chefs der Sicherheitsdienste der Tschechischen Republik (BIS), Lettlands (VDD) und Schwedens gaben der Zeitung The Guardian Interviews, in denen sie eine Zunahme der russischen Sabotage in Europa in den kommenden Monaten erwarten. Der tschechische BIS-Chef Michal Kudelka erklärte, Russland könne innerhalb von Monaten statt Jahren eine kleine Invasion in NATO-Länder oder eine Provokation unter falscher Flagge versuchen – möglicherweise ein begrenzter Einmarsch in ein an Russland grenzendes NATO-Land, Falschflag-Aktionen und eine groß angelegte Einflusskampagne. Kudelka sieht den Kreml bestrebt, Schwachstellen westlicher Gesellschaften auszunutzen, um die Unterstützung für die ukrainischen Kriegsanstrengungen zu unterdrücken; gleichzeitig überlaste die Sabotagekampagne die Ressourcen der Geheimdienste, da selbst bei Vorfällen mit anderer Ursache oft Zweifel an der russischen Urheberschaft blieben.

Der lettische VDD-Chef Normunds Mežviets sagte, er sehe keine Anzeichen für einen unmittelbaren Angriff, erkenne aber Hinweise auf entschiedenere russische Aktivitäten in Europa; unklar sei, ob es konkrete Invasionspläne oder Teil einer breiteren Destabilisierungsstrategie seien. Mežviets beobachtet zudem eine Verlagerung: weg von chaotischen Brand- und Sabotageakten, hin zu Angriffen auf konkrete Einrichtungen mit Bezug zur westlichen Ukraine-Hilfe. Der schwedische Geheimdienstchef Thomas Nilsson erklärte, er sehe keine Bereitschaft Moskaus zu echten Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine. Er bezeichnete den Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen, den deutsche Behörden dem russischen Geheimdienst zuordnen, als «Wendepunkt». Ziele der verstärkten Sabotage seien laut Nilsson die Verringerung der Ukraine-Unterstützung, die Spaltung der NATO und die Einschüchterung der europäischen Öffentlichkeit.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die in The Guardian veröffentlichten Interviews rahmen die Warnungen europäischer Geheimdienstchefs als kollektiven Hinweis auf eine wachsende russische Bedrohung für die europäische Sicherheit. Indem drei verschiedene Dienste parallel zu Wort kommen, wird das breite Ausmaß der Einschätzung hervorgehoben – und zugleich die Tatsache, dass die Chefs sich in der Bewertung der Wahrscheinlichkeit einer direkten Invasion in NATO-Gebiet uneinig sind.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Chefs von BIS (Tschechien), VDD (Lettland) und des schwedischen Militärgeheimdienstes kommen in der Wahrscheinlichkeit einer russischen Invasion in NATO-Länder zu unterschiedlichen Einschätzungen: Kudelka warnt, eine begrenzte Invasion oder eine False-Flag-Operation sei innerhalb von Monaten möglich; Mežviets sieht hingegen keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff, räumt aber Hinweise auf entschiedenere russische Handlungen in Europa ein.

Hintergrund

Der Drohnenvorfall mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig, den deutsche Behörden dem russischen Geheimdienst zuschreiben, wurde vom schwedischen Geheimdienstchef als «Wendepunkt» eingeordnet. Der lettische Geheimdienstchef beschrieb zugleich einen Wandel der russischen Aktivität: weg von chaotischer Brandstiftung und Sabotage, hin zu Angriffen auf konkrete Einrichtungen mit Bezug zur westlichen Unterstützung der Ukraine.