US-Justiz klagt fünf mutmaßliche Agenten russischer Geheimdienste wegen Mord- und Sabotageplänen an
Das US-Justizministerium hat fünf Personen im Zusammenhang mit russischen Geheimdiensten angeklagt. Sie sollen Auftragsmorde an russischen Oppositionellen in den USA und Europa geplant und Sabotageakte in europäischen Ländern vorbereitet haben, die die Ukraine unterstützen. Alle Angeklagten befinden sich weiterhin auf der Flucht.
Das Wichtigste
- Anklage wurde am 15./16. September durch das US-Justizministerium und die Staatsanwaltschaft für den Southern District of New York veröffentlicht.
- Angeklagt sind Yuri Khrameyev (63, Ex-Oberst russischer Geheimdienste), sein Sohn Kirill Khrameyev (27, FSB-Offizier), der Kubaner Oemis Romagosa Durruthy (35, Koordinator), der Kubaner Yaidel Delgado Suarez (35, Rekrutierer, Alias 'Viking') und der Venezolaner Angel Eduardo Castro (22).
- Alle fünf sind wegen Verschwörung zur Finanzierung von Terrorismus angeklagt – Höchststrafe 20 Jahre; Khrameyev, Suarez und Castro zusätzlich wegen Verschwörung zum Auftragsmord – Höchststrafe 10 Jahre.
- Im Sommer 2026 boten Suarez und Castro einem in den USA lebenden Mann 40.000 Dollar für die Ermordung eines prominenten russischen Dissidenten (Victim-1) in Washington an; der Mann lehnte ab.
- 2025 bot Yuri Khrameyev einem US-Bürger 25.000 Dollar für die Tötung eines weiteren russischen Oppositionellen in Litauen (Victim-2) an.
- Die Anklage verknüpft das Netzwerk mit dem Bus-Brandanschlag in Prag im Juni 2024 sowie einem vereitelten Brandanschlag auf den litauischen Rüstungszulieferer TVC Solutions in Šiauliai im September 2024.
- Alle Angeklagten sind weiterhin auf der Flucht; der Kreml wies die Vorwürfe zurück und forderte 'glaubwürdige Beweise'.
Warum es wichtig ist
Die Anklage legt offen, dass Russlands Geheimdienste nach Angaben der US-Behörden ein weltweites Netzwerk zur gezielten Tötung von Oppositionellen und zur Sabotage in Ländern betreiben, die die Ukraine unterstützen. Sie markiert das erste dokumentierte Vorhaben russischer Geheimdienste, einen Menschen auf US-Territorium zu töten, und macht den grenzüberschreitenden Charakter der Operationen sichtbar.
Was geschehen ist
Das US-Justizministerium und die Staatsanwaltschaft für den Southern District of New York haben eine Anklageschrift veröffentlicht, die fünf Personen beschuldigt, im Auftrag russischer Geheimdienste Auftragsmorde an russischen Oppositionellen sowie Sabotageakte in Europa geplant zu haben.
Den Kern des Netzwerks bilden der 63-jährige Ex-Oberst russischer Geheimdienste Yuri Khrameyev alias 'Colonel Yuri', sein 27-jähriger Sohn Kirill Khrameyev, FSB-Offizier, sowie der 35-jährige Kubaner Oemis Romagosa Durruthy, der in Russland lebt und Angriffe koordinierte. Hinzu kommen die kubanische Rekrutiererin Yaidel Delgado Suarez (35, Alias 'Viking') und der 22-jährige Venezolaner Angel Eduardo Castro.
Im Sommer 2026 rekrutierten Suarez und Castro einen in den USA lebenden Mann für die Überwachung und Ermordung eines prominenten russischen Dissidenten in Washington. Dafür wurden 40.000 Dollar geboten; der Mann lehnte die Tatausführung ab. Bereits 2025 hatte das Netzwerk einen US-Bürger angeworben, der einen weiteren russischen Oppositionellen in Litauen ausspähen und töten sollte – Khrameyev bot dafür 25.000 Dollar. Nach der Weigerung schlug Khrameyev 'einfachere Arbeit' vor: Brandanschläge auf Lager oder Stromanlagen in 'allen Ländern, die der Ukraine helfen'.
Die Anklage verknüpft das Netzwerk zudem mit dem Bus-Brandanschlag in Prag im Juni 2024 – ein kolumbianischer Täter wurde zu acht Jahren Haft verurteilt – und mit einem im September 2024 vereitelten Brandanschlag auf den litauischen Rüstungszulieferer TVC Solutions in Šiauliai, der Ausrüstung für die ukrainische Armee herstellt. Im Januar 2026 hatte Litauen bereits sechs Verdächtige aus Russland, Belarus, Kuba, Kolumbien und Spanien angeklagt.
Alle fünf Angeklagten sind auf der Flucht. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Schreibweise der Angeklagtennamen variiert zwischen den Quellen (Khrameyev, Khramyev, Khrameev; Romagosa Durruti/Durruthy/Durutti). Suarez wird teils als Kubanerin beschrieben, teils mit venezolanischen Rekrutierungsaufgaben in Verbindung gebracht. Yuri Khrameyev wird überwiegend als Ex-Oberst der russischen Geheimdienste allgemein bezeichnet, in einer Quelle jedoch auf den GRU eingegrenzt. Das Datum der Anklage wird teils mit 15., teils mit 16. September 2026 angegeben.
Hintergrund
Das in der Anklageschrift als 'RIS' bezeichnete Netzwerk ist nach Angaben der US-Ermittler seit mindestens 2024 aktiv. Es koordinierte demnach die Überwachung russischer Dissidenten in den USA und Europa und plante Sabotageakte gegen zivile und militärische Infrastruktur in europäischen Ländern, die die Ukraine unterstützen. Die Anklage stützt sich unter anderem auf die Kommunikation der Beschuldigten mit angeworbenen Personen in den USA, die Überweisung von Geld und konkrete Anweisungen zu Überwachung und Tatausführung.