USA verhängen neue Sanktionen gegen russische VTB-Bank wegen Iran-Geschäften
Das US-Finanzministerium hat am Montag neue Sanktionen gegen die russische VTB-Bank verhängt. Washington wirft dem Institut vor, dem Iran bei der Umgehung bestehender Sanktionen geholfen zu haben. Die Maßnahme ergänzt die bereits 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verhängten Sanktionen.
Das Wichtigste
- Das US-Finanzministerium kündigte die Sanktionen am Montag an.
- Die Maßnahmen richten sich gegen PAT VTB Bank wegen Beihilfe zur Umgehung von Iran-Sanktionen.
- VTB ist die zweitgrößte Bank Russlands.
- Die neuen Sanktionen ergänzen die bereits 2022 verhängten VTB-Sanktionen.
- Die VTB-Aktie fiel am 26. August auf ein Rekordtief von 49,86 Rubel.
- Der VTB-Gewinn schrumpfte im ersten Halbjahr 2026 um 20 % auf 225,2 Mrd. Rubel.
- VTB hatte im Juni 2026 einen 5-%-Anteil an WB Bank erworben.
Warum es wichtig ist
Die zusätzlichen US-Sanktionen treffen die zweitgrößte russische Bank in einer Phase erheblicher finanzieller Schwäche: Die Aktie hat unter den Nennwert verloren, der Halbjahresgewinn ist um 20 Prozent eingebrochen, und die Bank ist über ihren Anteil an WB Bank mit Wildberries verbunden, deren Anlagen nach ukrainischen Drohnenangriffen unter Druck stehen. Gleichzeitig signalisiert Washington, dass Banken aus Drittländern, die Iran bei der Sanktionsumgehung helfen, mit Konsequenzen rechnen müssen.
Was geschehen ist
Das US-Finanzministerium hat am Montag neue Sanktionen gegen die russische VTB-Bank bekannt gegeben. Laut US-Regierung habe VTB dazu beigetragen, bestehende Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, das Ministerium werde alle verfolgen, die das iranische Regime durch materielle, technologische oder finanzielle Hilfe dabei unterstützten, seine „terroristische Aktivität“ aufrechtzuerhalten. Die Maßnahmen ergänzen die bereits 2022 nach Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine verhängten Sanktionen gegen VTB. Reuters berichtete zuerst über den Schritt. Finanzminister Bessent hatte bereits in der Vorwoche angekündigt, dass die Trump-Administration Sanktionen gegen eine große Bank verhängen werde, als Teil des wirtschaftlichen Drucks auf Teheran mit dem Ziel, den seit Februar andauernden Konflikt mit den USA zu beenden. Die neuen Sanktionen sind Teil einer breiteren US-Kampagne gegen den Iran, die seit Februar Exporteinnahmen aus Öl, Schifffahrtsnetzwerke, Waffenbeschaffungskanäle, Finanzvermittler, Kryptobörsen und den Luftverkehr umfasst.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt die Rolle der VTB bei der Umgehung von Iran-Sanktionen in den Vordergrund und ordnet den Schritt als weitere Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland im Kontext der geopolitischen Auseinandersetzung ein. Zugleich werden die hauseigenen Schwächen der Bank betont: der Rekordverlust der Aktie Ende August, der Gewinneinbruch im ersten Halbjahr 2026 sowie die finanzielle Verflechtung mit Wildberries nach ukrainischen Drohnenangriffen auf dessen Anlagen.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die internationale Berichterstattung hebt die Ankündigung des US-Finanzministeriums und die von Finanzminister Scott Bessent genannte Begründung hervor: Die Sanktionen zielten auf Vermittler, die Irans „terroristische Aktivität“ ermöglichten, und seien Teil der US-Druckkampagne auf Teheran. Die Maßnahmen werden als Ergänzung der seit 2022 bestehenden VTB-Sanktionen und im Rahmen der seit Februar laufenden US-Wirtschaftsmaßnahmen gegen den Iran eingeordnet.
Hintergrund
Die USA hatten bereits 2022 nach Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine Sanktionen gegen VTB verhängt. Seit Februar 2026 haben die USA zudem eine Reihe wirtschaftlicher Maßnahmen gegen den Iran ergriffen, die Ölexporte, Schifffahrt, Waffenbeschaffung, Finanzvermittler, Kryptobörsen und den Luftverkehr betreffen. VTB hatte im Juni 2026 einen 5-%-Anteil an WB Bank erworben. Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Anlagen von Wildberries und Ozon hatten russische Behörden mögliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen diskutiert, darunter Kredite von Staatsbanken, Steuererleichterungen und Subventionen.