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BND-Chef Jäger sieht Deutschland in Konfrontation mit Russland auf „neuem, gefährlicherem Niveau“

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, hat im Bundestag gewarnt, die Auseinandersetzung mit Russland habe einen „neuen, gefährlicheren Charakter" angenommen. Der Krieg in der Ukraine trete in eine „neue, sehr gefährliche Phase" ein, und Deutschland riskiere, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland hineingezogen zu werden. Zugleich sieht der BND laut Jäger derzeit keine Anzeichen für einen großangelegten russischen Angriff auf NATO-Gebiet.

Das Wichtigste

  • BND-Präsident Martin Jäger erklärte im Bundestag, die Konfrontation mit Russland habe einen „neuen, gefährlicheren Charakter" angenommen.
  • Jäger warnte, der Krieg in der Ukraine trete mit zunehmend brutaleren russischen Angriffen in eine „neue, sehr gefährliche Phase" ein.
  • Laut Jäger stellt Russland derzeit die „direkteste, umfassendste und konkreteste Bedrohung" Deutschlands dar; kein anderes Land sei vergleichbar.
  • Jäger sprach von einer russischen „Schattenkriegs"-Strategie gegen Deutschland, die sich traditionellen militärischen und rechtlichen Kategorien entziehe.
  • Der BND sieht aktuell keine Anzeichen für einen großangelegten russischen Angriff auf NATO-Gebiet, hält aber begrenzte russische Militäroperationen für möglich, auch in den baltischen Staaten.
  • Jäger nannte den vereitelten Anschlag auf den Leipziger Flughafen, für den Berlin Russland verantwortlich macht, als Beispiel für die Eskalation.
  • Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, Deutschland bereite sich auf „großangelegte hybride Angriffe" vor und werde „schnell und sehr klar" reagieren; Innenminister Alexander Dobrindt plant Schutzmaßnahmen gegen Drohnen, Sabotage, Cyberangriffe und Spionage.

Warum es wichtig ist

Die Einschätzung des BND-Chefs ist die bislang deutlichste öffentliche Warnung eines deutschen Geheimdienstchefs vor einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland. Sie signalisiert eine erwartete Eskalation des Ukraine-Kriegs, eine erhöhte Bedrohung Deutschlands durch hybride Angriffe sowie die Möglichkeit begrenzter russischer Militäroperationen im Baltikum. Die Bundesregierung reagiert bereits mit Vorbereitungen auf großangelegte hybride Angriffe und neuen Schutzmaßnahmen.

Was geschehen ist

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, hat bei einer Anhörung im Bundestag ein deutlich verschärftes Bild der russischen Bedrohung gezeichnet. Er erklärte, die Konfrontation mit Russland habe einen „neuen, gefährlicheren Charakter" angenommen, und warnte, der Krieg in der Ukraine trete mit zunehmend brutaleren russischen Angriffen in eine „neue, sehr gefährliche Phase" ein. Jäger sagte, Deutschland riskiere, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland hineingezogen zu werden, und bezeichnete Russland als die derzeit „direkteste, umfassendste und konkreteste" Bedrohung für Deutschland. Zugleich beschrieb er eine russische „Schattenkrieg"-Strategie, die sich herkömmlichen militärischen und rechtlichen Kategorien entziehe, und verwies auf den vereitelten Anschlag auf den Leipziger Flughafen, für den Berlin Russland verantwortlich macht. Laut Jäger will die russische Führung politische Entscheidungen in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten gegen Moskau verhindern und die europäische Unterstützung für die Ukraine untergraben – notfalls auch mit erneuten nuklearen Drohungen. Der BND sehe derzeit keine Anzeichen für einen großangelegten russischen Angriff auf NATO-Gebiet, halte aber begrenzte russische Militäroperationen für möglich, auch in den baltischen Staaten. Parallel kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz an, Deutschland bereite sich auf „großangelegte hybride Angriffe, auch besonders schwere" vor und werde „schnell und sehr klar" reagieren. Innenminister Alexander Dobrindt plant laut Berichten ein Maßnahmenpaket zu Drohnenschutz, Schutz kritischer Infrastruktur, Cyberabwehr sowie Aufspüren von Spionen und potenziellen Terroristen.

Hintergrund

Jäger nannte den vereitelten Anschlag auf den Leipziger Flughafen, für den Berlin Russland verantwortlich macht, als konkretes Beispiel der Eskalation. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Deutschland bereite sich auf großangelegte hybride Angriffe vor und werde „schnell und sehr klar" reagieren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant ein Paket von Schutzmaßnahmen, die Drohnenabwehr, den Schutz kritischer Infrastruktur vor Sabotage, Cyberabwehr sowie die Aufdeckung von Spionen und potenziellen Terroristen umfassen.