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Drohnenangriff auf größtes Yandex-Rechenzentrum in Kaluga – zweiter Treffer binnen eines Tages

In der Nacht zum 9. Oktober hat ein Drohnenangriff das größte und leistungsstärkste Rechenzentrum von Yandex in Kaluga, Russland, getroffen. Mehrere Module fielen komplett aus; Yandex warnte vor möglichen Diensteinschränkungen. Es ist der zweite Treffer von Yandex-Infrastruktur innerhalb eines Tages, nachdem bereits am 8. Oktober das Rechenzentrum in Sasowo im Gebiet Rjasan durch Drohnen beschädigt worden war.

Das Wichtigste

  • Drohnenangriff in der Nacht zum 9. Oktober auf das Yandex-Rechenzentrum in Kaluga; mehrere Module komplett ausgefallen.
  • Yandex kündigte mögliche Unterbrechungen seiner Dienste an und prüft das volle Ausmaß der Schäden; nach eigenen Angaben keine Opfer im Rechenzentrum.
  • Das Rechenzentrum Kaluga ist mit 63 MW Projektleistung und 130.000 m² das größte und leistungsstärkste Yandex-Zentrum in Russland und rund 5,2-mal stärker als Sasowo.
  • Gouverneur Wladislaw Schapscha (Gebiet Kaluga) meldete neun Verletzte im Zuge des nächtlichen Drohnenangriffs und 26 abgeschossene Drohnen über der Region.
  • Es ist der zweite Angriff auf Yandex-Infrastruktur binnen etwa eines Tages: Am 8. Oktober war das Rechenzentrum in Sasowo im Gebiet Rjasan getroffen worden, mit Feuer und Betriebseinstellung.
  • Nach dem Brand in Sasowo kam es zu Störungen bei Yandex-Diensten (Yandex.Disk, Yandex.Documents, Yandex.Mail) sowie bei Avito, IVI, MegaFon, Russischen Eisenbahnen (RŽD) und T-Bank; in Sasowo stehen zwei von Yandex' drei Supercomputern für das Training neuronaler Netze.

Warum es wichtig ist

Das Rechenzentrum Kaluga ist mit 63 MW Projektleistung und 130.000 m² Fläche Yandex' größter und leistungsstärkster Standort in Russland und stellt einen Großteil der Cloud-Kapazität des Unternehmens bereit – die teilweise Zerstörung kann daher einen erheblichen Anteil der Yandex-Cloud-Leistung treffen. Der Angriff folgte nur einen Tag nach dem Drohnentreffer im Rechenzentrum Sasowo im Gebiet Rjasan, der bereits weitreichende Störungen bei Yandex-Diensten und bei Drittplattformen wie Avito, IVI, MegaFon, den Russischen Eisenbahnen und T-Bank ausgelöst hatte. Damit sind binnen kurzer Zeit zwei der fünf großen russischen Yandex-Rechenzentren getroffen worden, was die übrigen Standorte in Wladimir, Mytischtschi und Iwantejewka sowie den Standort in Mäntsälä (Finnland) zusätzlich belasten könnte.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 9. Oktober schlugen Drohnen das Yandex-Rechenzentrum im Industriegebiet Grabtsewo im Gebiet Kaluga, Russland, teilweise zerstört. Mehrere Module des Zentrums fielen nach Unternehmensangaben vollständig aus. Yandex erklärte, es habe am Standort keine Opfer gegeben; Rettungsdienste und eigene Spezialisten seien vor Ort, das volle Schadensausmaß werde geprüft. Das Unternehmen warnte zugleich, einige seiner Dienste könnten mit Unterbrechungen laufen. Der Gouverneur des Gebiets Kaluga, Wladislaw Schapscha, gab an, in der Nacht seien über der Region 26 Drohnen abgeschossen worden; zudem seien neun Menschen verletzt worden, Schäden an kommunaler Infrastruktur und Wohnhäusern in zwei Landkreisen des Gebiets Kaluga seien verzeichnet worden.

Es war der zweite Drohnenangriff auf Yandex-Infrastruktur binnen etwa eines Tages: Bereits in der Nacht zum 8. Oktober war das Yandex-Rechenzentrum auf dem Gelände der Sasta-Fabrik im sasowo, Gebiet Rjasan, getroffen worden, woraufhin ein Brand ausbrach und der Betrieb ausgesetzt wurde. Nach dem Brand in Sasowo kam es laut Berichten zu Störungen bei Yandex.Disk, Yandex.Documents und Yandex.Mail sowie zu Ausfällen bei den Diensten von Avito, IVI, MegaFon, den Russischen Eisenbahnen (RŽD) und T-Bank. In Sasowo stehen nach Angaben von Yandex zwei der drei Supercomputer des Unternehmens zum Training neuronaler Netze; später erklärte Yandex, die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme der dortigen Ausrüstung nicht bestätigen zu können. Auch das Sasta-Werk selbst, das CNC-Metallbearbeitungsmaschinen herstellt und Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie hat, soll beim Angriff am 8. Oktober beschädigt worden sein.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainisch und ordnen den Angriff auf Kaluga in den Kontext vorangegangener russischer Angriffe auf ukrainische Rechenzentren zwischen dem 23. und 28. September (MiroHost, Parkowyj, Data Group, UTELS, Pawutyna sowie Anlagen von Kyjiwstar und Ukrtelecom), wobei das Rechenzentrum Parkowyj Berichten zufolge am 1. Oktober 2026 vollständig den Betrieb einstellte. Die ukrainische Berichterstattung stellt die beiden Angriffe auf Yandex als Teil einer eskalierenden gegenseitigen Schlagabtausch zwischen ukrainischer und russischer IT-Infrastruktur dar. Hervorgehoben werden zudem die Größe und Leistungsfähigkeit des Standorts Kaluga, die Folgen für russische Nutzerinnen und Nutzer sowie die Tatsache, dass die beiden Angriffe binnen eines Tages zwei der fünf großen russischen Yandex-Rechenzentren getroffen haben.

Wo die Berichte auseinandergehen

Yandex selbst meldete keine Opfer am Rechenzentrum in Kaluga, während Gouverneur Wladislaw Schapscha von neun Verletzten im Zuge des nächtlichen Drohnenangriffs auf das Gebiet Kaluga sprach; aus den vorliegenden Quellen geht nicht eindeutig hervor, ob diese Verletzungen unmittelbar mit dem Rechenzentrum oder mit dem regionalen Angriff insgesamt zusammenhängen. Daneben charakterisieren die Quellen den Standort Kaluga uneinheitlich: teils als größtes, teils als leistungsstärkstes Yandex-Rechenzentrum, teilweise konkret im Industriegebiet Grabtsewo gelegen und teils als Yandex' neueste Anlage beschrieben, während andere Quellen diese Einordnung nicht vornehmen.

Hintergrund

Yandex' Cloud-Infrastruktur sieht eine redundante Datenspeicherung über vier Verfügbarkeitszonen vor, was eine teilweise Wiederherstellung von Daten und Lastverteilung auf andere Standorte ermöglichen kann. Das am 8. Oktober getroffene Rechenzentrum in Sasowo beherbergt zwei der drei Yandex-Supercomputer zum Training neuronaler Netze; Yandex erklärte, die Möglichkeit der Wiederherstellung der Ausrüstung dort nicht bestätigen zu können. Auf dem Gelände der Sasta-Fabrik, auf dem das Sasowo-Rechenzentrum steht, werden CNC-Metallbearbeitungsmaschinen produziert, und das Werk ist laut Berichten in Lieferketten der russischen Rüstungsindustrie eingebunden. Zwischen dem 23. und 28. September hatten russische Angriffe mindestens sechs ukrainische Rechenzentren beschädigt (MiroHost, Parkowyj, Data Group, UTELS, Pawutyna) sowie Anlagen von Kyjiwstar und Ukrtelecom getroffen; das Rechenzentrum Parkowyj stellte demnach am 1. Oktober 2026 vollständig den Betrieb ein. Der Rechtswissenschaftler Sarkis Darbinyan schätzt die Zahl der Rechenzentren in Russland auf nahezu 200 und vertritt die Einschätzung, dass Schäden an einzelnen regionalen Anlagen durchaus lokale Störungen in staatlichen Systemen, medizinischen Diensten, elektronischen Schultagebüchern und Online-Kassen auslösen könnten, nicht aber zwangsläufig zu einem landesweiten Internetausfall führen müssten. Das Rechenzentrum Kaluga befindet sich im Industriegebiet Grabtsewo; im Zuge des nächtlichen Angriffs wurden im weiteren Gebiet Kaluga neun Verletzte sowie Schäden an kommunaler Infrastruktur und Wohnhäusern in zwei Landkreisen gemeldet.