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Nachtangriff auf Sasowo: Feuer bei Sasta-Werk und Yandex-Rechenzentrum legt Cloud-Dienste lahm

In der Nacht zum 8. Oktober ist auf dem Gelände des Maschinenbauwerks „Sasta" im russischen Sasowo, Oblast Rjasan, ein Feuer ausgebrochen, das auf einen Angriff zurückgeführt wird. Auf demselben Werksgelände befindet sich ein Yandex-Rechenzentrum; in der Folge kam es zu einem weitreichenden Ausfall der Yandex-Cloud-Infrastruktur. Der ehemalige Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat Andrij Kowalenko erklärte, der Brand sei die Folge eines Angriffs der ukrainischen Streitkräfte auf das Yandex-Rechenzentrum. In derselben Nacht brach laut Berichten zudem ein Feuer im Bereich der Erdölraffinerie „Gazprom Neftekhim Salawat" in Baschkortostan aus, etwa 1.400 km von der ukrainischen Grenze entfernt.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 8. Oktober brach auf dem Gelände des Sasta-Maschinenbauwerks im russischen Sasowo, Oblast Rjasan, ein Feuer aus.
  • Auf dem Werksgelände befindet sich nach Angaben von Wikimapia und früheren Aussagen von Mitarbeitern ein Yandex-Rechenzentrum (Yandex DC).
  • Andrij Kowalenko, ehemaliger Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, führte den Brand auf einen Angriff der ukrainischen Streitkräfte zurück.
  • Sasta stellt CNC-Metallbearbeitungsmaschinen her, die in der russischen Verteidigungs-, Luft- und Raumfahrt-, Transport- und Schwerindustrie eingesetzt werden.
  • Sasta steht nach Angaben ukrainischer Medien unter internationalen Sanktionen Kanadas, der Schweiz, der EU, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands, der USA und Japans.
  • Yandex bestätigte einen Vorfall und meldete ab 1:31 Uhr am 8. Oktober Stromausfälle in der Verfügbarkeitszone ru-central1-b; davon waren Rechenleistung, Netzwerke, Speicher, Datenbanken, Kubernetes, Cloud-Dienste, KI sowie Sicherheits- und Überwachungssysteme betroffen.
  • In derselben Nacht wurde ein Feuer im Bereich der Raffinerie „Gazprom Neftekhim Salawat" in Salawat, Baschkortostan, etwa 1.400 km von der ukrainischen Grenze entfernt, gemeldet.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf eine Anlage mit doppelter strategischer Bedeutung: Sasta liefert CNC-Maschinen, die in der russischen Rüstungs-, Luft- und Raumfahrt-, Transport- und Schwerindustrie – auch für Roskosmos – eingesetzt werden. Durch das auf demselben Gelände untergebrachte Yandex-Rechenzentrum fielen weite Teile der Yandex-Cloud-Infrastruktur aus, darunter Rechenleistung, Netzwerke, Speicher, KI und Sicherheitssysteme – einer der sichtbareren Ausfälle ziviler digitaler Infrastruktur im Zusammenhang mit einem ukrainischen Angriff. Die Bestätigung durch einen ukrainischen Amtsträger und ein paralleler Brand in der Raffinerie Salawat in Baschkortostan, rund 1.400 km von der Grenze entfernt, belegen die wachsende Reichweite ukrainischer unbemannter Systeme tief in russisches Staatsgebiet.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 8. Oktober brach auf dem Gelände des Sasta-Maschinenbauwerks in Sasowo, Oblast Rjasan, ein Feuer aus, das nach Berichten in sozialen Netzwerken und Telegram-Kanälen wie Astra und Exilenova+ durch einen Angriff verursacht wurde. Auf dem Werksgelände befindet sich nach Daten von Wikimapia und früheren Aussagen von Mitarbeitern das Yandex-Rechenzentrum der Yandex DC LLC. Der ehemalige Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, Andrij Kowalenko, erklärte, der Brand sei die Folge eines Angriffs der ukrainischen Streitkräfte auf das Rechenzentrum. Yandex bestätigte einen Vorfall, der Teile der Infrastruktur des Unternehmens betraf; Stromversorgungsprobleme in der Verfügbarkeitszone ru-central1-b begannen um 1:31 Uhr am 8. Oktober. Laut Yandex Cloud waren Rechenleistung, Netzwerke, Datenspeicher, Datenbanken, Kubernetes, Cloud-Dienste, KI sowie Sicherheits- und Überwachungssysteme nicht verfügbar; das Unternehmen empfahl, Arbeitslasten in andere Verfügbarkeitszonen zu verlagern, und erklärte, es habe keine Verletzten gegeben. In derselben Nacht wurde zudem ein Feuer im Bereich der Erdölraffinerie „Gazprom Neftekhim Salawat" in Salawat, Baschkortostan, etwa 1.400 km von der ukrainischen Grenze entfernt, gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht 399 Drohnen neutralisiert zu haben; russische Behörden hatten sich zu dem Angriff auf Sasowo zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht geäußert.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien rahmen den Angriff als bestätigten Treffer der ukrainischen Streitkräfte auf eine sanktionierte, rüstungsrelevante Anlage ein. Sie stützen sich auf die Bestätigung des ehemaligen NSDC-Funktionärs Andrij Kowalenko und betonen die Rolle Sastas im russischen militärisch-industriellen Komplex – CNC-Maschinen für Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Schwerindustrie sowie frühere Lieferungen an Roskosmos. Zugleich heben sie die weitreichenden Ausfälle der Yandex-Cloud hervor, um die Breitenwirkung des Angriffs auf die digitale Alltagsinfrastruktur Russlands zu verdeutlichen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Ukrainische Quellen nennen unterschiedliche Zusammensetzungen der Länder, die Sasta sanktioniert haben: Einige Listen enthalten die USA und Japan, andere lassen die USA aus und führen Japan auf; wieder andere nennen beide. Die Varianten werden in Berichten von Ukrajinska Prawda, ZN.UA und NV sichtbar.

Hintergrund

Sasta unterliegt bereits seit Längerem internationalen Sanktionen eines breiten Staatenkreises. Das Yandex-Rechenzentrum in Sasowo, 2011 eröffnet, ist mit einer angegebenen Kapazität von bis zu 12 MW für zehntausende Server einer der bedeutenderen Infrastrukturstandorte von Yandex. In den Vormonaten hatten die ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme wiederholt Energie- und Industrieanlagen tief im russischen Hinterland angegriffen – laut Berichten allein im September mindestens 16 Objekte in Entfernungen von mehreren hundert bis über tausend Kilometern von der ukrainischen Grenze.