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Ukrainische Drohnenangriffe treffen russische Raketen- und Treibstoffanlagen

In der Nacht zum 9. Oktober hat die Ukraine nach offizieller Bestätigung des Generalstabs drei russische Militäranlagen angegriffen, die mit dem Start von Raketen und der Produktion von Raketentreibstoff in Verbindung stehen. Betroffen waren eine Filiale des Barmin-Instituts für Startkomplexe und das Zentrum zur Beseitigung interkontinentaler ballistischer Raketen in der Oblast Nischni Nowgorod sowie das Redkino-Forschungswerk in der Oblast Twer. Gleichzeitig meldeten Quellen Drohnenangriffe auf die Ölraffinerie Uchta in der Republik Komi, ein Öllager nördlich von Belgorod und Ziele in der Oblast Kaluga.

Das Wichtigste

  • Generalstab der ukrainischen Streitkräfte bestätigte drei Anlagen: Barmin-Institut bei Dalneje Konstantinowo-5 und Zentrum zur Beseitigung interkontinentaler ballistischer Raketen bei Surowaticha (beide Oblast Nischni Nowgorod) sowie Redkino-Forschungswerk in der Oblast Twer.
  • Redkino-Forschungswerk stellt den Treibstoffzusatz „Detsilin-M" für Marschflugkörper Ch-55 und Ch-101 sowie Additive für Diesel und Flugbenzin her und steht unter internationalen Sanktionen.
  • Am Redkino-Werk brach nach dem Angriff ein Brand aus; Gouverneur Vitali Korolow bestätigte dies und erklärte, es habe keine Verletzten unter den Beschäftigten gegeben.
  • Generalstab: Angriff auf das ICBM-Beseitigungszentrum werde die Fähigkeit des russischen Militärindustriekomplexes zur Produktion von Sprengstoffen und Raketentreibstoff schwächen.
  • Auch Ölinfrastruktur getroffen: Raffinerie Uchta in der Republik Komi (etwa 1900 km von der ukrainischen Grenze), Öllager nördlich von Belgorod; Oblast Kaluga meldet neun Verletzte.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Angriffe auf die Raffinerien Omsk und Uchta, bei Uchta seien Drohnen vom Typ An-196 RS mit etwa 2500 km Reichweite eingesetzt worden; Barmin-Institut liegt Schätzungen zufolge rund 740 km von der ukrainischen Grenze entfernt.
  • Generalstab bezeichnete die Anlagen als Ziele im Rahmen des „unveräußerlichen Rechts auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta".
  • Russische Quellen meldeten Flugbeschränkungen in den Moskauer Flughäfen Domodedowo, Wnukowo und Schukowski sowie nach Angaben des Verteidigungsministeriums 505 abgefangene ukrainische Drohnen über Nacht.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen Einrichtungen, die direkt mit der russischen Raketenproduktionskette verbunden sind — von Treibstoffkomponenten für Marschflugkörper bis hin zu Anlagen für interkontinentale ballistische Raketen. Derweil haben die ukrainischen Streitkräfte ihre Drohnenreichweite erneut unter Beweis gestellt und mit der Raffinerie Uchta (rund 1900 km von der Grenze entfernt) ein weiteres strategisches Ziel im russischen Hinterland getroffen. Der Generalstab verband die Operation ausdrücklich mit dem Recht auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta und signalisierte damit die strategisch-rechtliche Botschaft, die mit den Angriffen verbunden wird.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 9. Oktober führten die ukrainischen Verteidigungskräfte koordinierte Drohnenangriffe auf mehrere russische Militäranlagen durch. Nach Bestätigung des Generalstabs wurden drei Ziele getroffen: eine Filiale des Barmin-Forschungsinstituts für Startkomplexe bei Dalneje Konstantinowo-5 in der Oblast Nischni Nowgorod, die in Entwicklung, Wartung und Betrieb von Startkomplexen, Betankungsanlagen und Raketenleitsystemen tätig ist; das Zentrum zur Beseitigung interkontinentaler ballistischer Raketen bei Surowaticha, ebenfalls in der Oblast Nischni Nowgorod, das an der Herstellung von Sprengstoffen und Raketentreibstoffkomponenten für den russischen Militärindustriekomplex beteiligt ist; sowie das Redkino-Forschungswerk in der Oblast Twer, das die Treibstoffkomponente „Detsilin-M" für Marschflugkörper Ch-55 und Ch-101 sowie Additive für Diesel und Flugbenzin produziert und unter internationalen Sanktionen steht. Am Redkino-Werk brach nach dem Angriff ein Brand aus, der später gelöscht wurde; Gouverneur Vitali Korolow erklärte, alle Beschäftigten seien rechtzeitig evakuiert worden. In derselben Nacht griffen Drohnen außerdem die Ölraffinerie Uchta in der Republik Komi an, wo ein Feuer ausbrach, sowie ein Öllager nördlich von Belgorod; in der Oblast Kaluga wurden nach Angaben des Gouverneurs Wladislaw Schapscha neun Menschen verletzt, fünf davon stationär. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Treffer auf die Raffinerien Omsk (am Vortag) und Uchta und nannte den Drohnentyp An-196 RS mit etwa 2500 km Reichweite für Uchta, rund 1900 km von der ukrainischen Grenze. Das russische Verteidigungsministerium meldete 505 abgefangene ukrainische Drohnen über Nacht; in den Moskauer Flughäfen Domodedowo, Wnukowo und Schukowski galten bis 7 Uhr morgens Flugbeschränkungen. Der Generalstab bezeichnete die Angriffe als Ausübung des unveräußerlichen Rechts der Ukraine auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen die Operation als offiziell vom Generalstab bestätigten, namentlich bezeichneten Schlag gegen drei Ziele der russischen Raketen- und Treibstoffinfrastruktur dar — das Barmin-Institut, das ICBM-Beseitigungszentrum und das Redkino-Werk. Sie rahmen die Angriffe als Wahrnehmung des in Artikel 51 der UN-Charta verankerten Selbstverteidigungsrechts und betonen die strategische Bedeutung der Anlagen: Treibstoffkomponenten für Marschflugkörper, Startkomplexe sowie eine ICBM-Verschrottungsstätte, die Sprengstoffe und Raketentreibstoff für den Militärindustriekomplex liefert. Präsident Selenskyjs Bestätigung der Angriffe auf die Raffinerien Uchta und Omsk sowie der Hinweis auf Drohnen vom Typ An-196 RS mit rund 2500 km Reichweite werden als Beleg für die gewachsene ukrainische Drohnenreichweite angeführt. Ukrainische Medien ordnen den nächtlichen Schlag in einen größeren Kontext ein: Seit Anfang 2026 seien russische Raffinerien mehr als 70 Mal angegriffen und mehrere Dutzend außer Betrieb genommen worden; nach Berechnungen von EA Analytics sei die russische Ölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit 2002 gefallen. Auch der Hinweis auf frühere Angriffe auf das Redkino-Werk im Juni 2024 und im Februar 2026 erscheint in der Berichterstattung als Beleg für eine fortgesetzte Kampagne gegen Ziele in Twer.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige nicht-ukrainische Quelle, eine aserbaidschanische Agenturmeldung auf Englisch, rückt Selenskyjs Bestätigung der Angriffe auf die Ölraffinerien in den Mittelpunkt und blendet die vom Generalstab bestätigten Ziele im Bereich Raketenstarts und Treibstoffproduktion sowie die Selbstverteidigungsargumentation nach Artikel 51 der UN-Charta aus. Der Bericht stellt Selenskyj als zitierten Sprecher in den Vordergrund und rahmt die Operation vor allem als Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien — nicht als Angriffe auf Raketenanlagen. Diese Lesart unterscheidet sich damit strukturell von der ukrainischen Berichterstattung, die die Raketenfabrikations- und Treibstoffziele als Kern der Operation hervorhebt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Qulagen unterscheiden sich darin, ob die Angriffe auf Ölraffinerien Teil derselben nächtlichen Welle sind: Die vom Generalstab bestätigte Kerngeschichte umfasst drei Ziele der Raketen- und Treibstoffinfrastruktur in den Oblasten Nischni Nowgorod und Twer, während mehrere Berichte auch Angriffe auf die Raffinerien Uchta und Omsk sowie auf ein Öllager nördlich von Belgorod als Teil derselben nächtlichen Operation beschreiben.

Hintergrund

Das Redkino-Forschungswerk, das die Treibstoffkomponente „Detsilin-M" für Marschflugkörper Ch-55 und Ch-101 herstellt, war bereits im Juni 2024 und im Februar desselben Jahres angegriffen worden — damals brach auf dem Werksgelände ein großflächiger Brand aus. Es steht unter internationalen Sanktionen. Am 8. Oktober, dem Vortag, hatten die ukrainischen Streitkräfte die Omsker Ölraffinerie getroffen, die der Generalstab als leistungsstärkste Raffinerie Russlands mit einer Kapazität von über 21 Millionen Tonnen pro Jahr beschrieb. Seit Anfang 2026 haben die ukrainischen Streitkräfte russische Ölraffinerien nach übereinstimmenden Berichten mehr als 70 Mal angegriffen und mehrere Dutzend außer Betrieb gesetzt; nach Berechnungen von EA Analytics sank die russische Ölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit 2002. Am 20. September 2026 forderte US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat auf, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Selenskyj bestätigte später, dass für den Angriff auf die Raffinerie Uchta Drohnen vom Typ An-196 RS mit etwa 2500 km Reichweite eingesetzt wurden, während für die Omsker Raffinerie am Vortag modifizierte Drohnen vom Typ FP-1/FP-6 genutzt wurden.