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Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentrum in Wladimir – dritter Treffer binnen drei Tagen

In der Nacht zum 11. Oktober haben Drohnen das Yandex-Rechenzentrum im russischen Wladimir (Gebiet Wladimir) angegriffen. Yandex meldete gegen 4 Uhr eine Stromversorgungsstörung in der Verfügbarkeitszone ru-central1-a, stoppte den Betrieb des Standorts und löste einen Ausfall von mehr als 80 Yandex-Cloud-Diensten sowie der Verbraucherprodukte Alice, Yandex Musik, Telemost und Yandex Dom aus. Es ist der dritte gemeldete Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentren innerhalb weniger Tage.

Das Wichtigste

  • Drohnenangriff auf das Yandex-Rechenzentrum in Wladimir in der Nacht zum 11. Oktober
  • Yandex meldete gegen 4 Uhr eine Stromstörung in der Verfügbarkeitszone ru-central1-a und stoppte den Betrieb des Standorts
  • Ausfall von Alice, Yandex Musik, Telemost und Yandex Dom sowie von mehr als 80 Yandex-Cloud-Diensten, darunter Datenbanken, Speicher und der YandexGPT-API
  • Gouverneur Alexander Awdejew sprach von einem Angriff auf Infrastruktur im Vorort von Wladimir; zwei Umspannwerke fielen aus, rund 5.000 Einwohner waren ohne Strom
  • Am Standort brach ein Feuer aus; nach Unternehmensangaben gab es keine Verletzten
  • Es handelt sich um den dritten gemeldeten Drohnenangriff auf ein Yandex-Rechenzentrum – nach Treffern in Sasowo (8. Oktober) und Kaluga (9. Oktober)
  • Von fünf Yandex-Rechenzentren in Russland sind nach den Angriffen nur noch zwei unbeschädigt: in Mytischtschi und in Iwantejewka

Warum es wichtig ist

Der Treffer in Wladimir ist der dritte gemeldete Drohnenangriff auf ein Yandex-Rechenzentrum innerhalb weniger Tage, nach Sasowo am 8. Oktober und Kaluga am 9. Oktober. Damit deutet sich eine gezielte Kampagne gegen die digitale Infrastruktur des Unternehmens an. Mit dem Ausfall von mehr als 80 Cloud-Diensten sowie der populären Verbraucherprodukte Alice, Yandex Musik, Telemost und Yandex Dom waren Dienste in mehreren Ländern betroffen. Yandex hat den Betrieb am Standort Wladimir eingestellt und Drohnenangriffe nach früheren Vorfällen in seine Liste höhere Gewalt aufgenommen – ein deutliches Signal für die operativen und rechtlichen Folgen. Lokal weiteten sich die Folgen aus: Am Standort brach ein Feuer aus, etwa 5.000 Einwohner waren zeitweise ohne Strom.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 11. Oktober griffen Drohnen das Yandex-Rechenzentrum in Wladimir im gleichnamigen russischen Verwaltungsgebiet an. Yandex meldete gegen 4 Uhr Ortszeit eine großflächige Störung und eine Unterbrechung der Stromversorgung in der Verfügbarkeitszone ru-central1-a, die physisch im Wladimirer Standort im Mikrobezirk Energetik untergebracht ist. Das Unternehmen erklärte, den Betrieb der Anlage einzustellen, und sprach von keinen Verletzten. Am Standort brach ein Feuer aus, Rauch breitete sich in der Umgebung aus. Der Gouverneur des Gebiets Wladimir, Olexandr Awdejew, sagte, Drohnen hätten Infrastruktur im Vorort von Wladimir angegriffen; zwei Umspannwerke seien ausgefallen, sodass etwa 5.000 Einwohner ohne Strom gewesen seien. Vor dem Angriff war im Gebiet Wladimir Drohnenalarm ausgerufen worden. OSINT-Kanäle wie Exilenova+, Supernova+ und der Telegram-Kanal Astra veröffentlichten Aufnahmen und berichteten über den Angriff. Die russischen Behörden haben sich offiziell nicht zu den Berichten geäußert. Der Ausfall betraf den Sprachassistenten Alice, Yandex Musik, die Videokonferenzlösung Telemost und Yandex Dom sowie mehr als 80 Dienste der Cloud-Plattform Yandex Cloud, darunter Rechenressourcen, Datenbanken, Speicher, Entwicklerwerkzeuge und KI-Dienste einschließlich der YandexGPT-API. Es ist der dritte gemeldete Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentren binnen drei Tagen, nach Treffern in Sasowo (Gebiet Rjasan) am 8. Oktober und in Kaluga am 9. Oktober.

Wo die Berichte auseinandergehen

Es liegen zwei nennenswerte Abweichungen vor. Erstens nennen einige Quellen die Eröffnung des neuen Wladimirer Rechenzentrums im März 2026, andere im März 2025. Zweitens schreiben die meisten Quellen den Angriff nicht offiziell einer Seite zu und stützen sich auf OSINT- und Telegram-Kanäle; nur eine Minderheit rahmt den Angriff unmittelbar als ukrainische Aktion.

Hintergrund

Die Verfügbarkeitszone ru-central1-a von Yandex Cloud ist physisch im Yandex-Rechenzentrum im Mikrobezirk Energetik der Stadt Wladimir untergebracht. Der erste Standort dort ist seit 2017 in Betrieb. Im März 2026 – nach anderen Angaben bereits im März 2025 – eröffnete Yandex daneben einen neuen Standort mit 40 MW Leistung für 2.800 Server-Racks. Am 8. Oktober trafen Drohnen den Sasowo-Standort im Gebiet Rjasan und lösten einen Brand aus; Yandex warnte später, eine Wiederinbetriebnahme der Ausrüstung dort nicht garantieren zu können, und entfernte in der Folge Rechenzentren in vier russischen Regionen – darunter den angegriffenen Standort – aus seinen Karten. Am 9. Oktober wurde der Standort Kaluga getroffen, der als neuestes und größtes Yandex-Rechenzentrum Russlands gilt. Russland verfügt über fünf Yandex-Standorte im Land; einer steht im finnischen Mäntsälä und bedient internationale Märkte. Russland hat zuvor ukrainische Rechenzentren wie Omega Telecom und DLine.ua in Kiew getroffen, die danach den Betrieb einstellten; einige Quellen rahmen den Wladimirer Schlag als Teil einer ukrainischen Spiegelantwort auf russische Angriffe seit Ende September.