Russischer Luftangriff auf Sloviansk: Wohnhäuser getroffen, Dutzende Verletzte
Am 11. Oktober um 09:45 Uhr führten russische Streitkräfte einen Luftangriff auf die Stadt Sloviansk in der Oblast Donezk durch. Drei FAB-250-Bomben (mit UMPK-Modulen) trafen zwei mehrstöckige Wohnhäuser; ein gesamter Eingang eines fünfstöckigen Gebäudes wurde vollständig zerstört. Die Opferzahlen stiegen im Tagesverlauf von zunächst vier auf sieben und in einer späteren Zählung auf zehn Verletzte, zudem wurde ein Toter gemeldet. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten. Die ukrainischen Behörden nahmen Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen auf.
Das Wichtigste
- Russischer Luftangriff auf Sloviansk (Oblast Donezk) am 11. Oktober um 09:45 Uhr
- Drei FAB-250-Bomben mit UMPK-Modulen trafen zwei mehrstöckige Wohnhäuser
- In einem fünfstöckigen Gebäude wurde ein gesamter Eingang (під'їзд) vollständig zerstört
- Opferzahl stieg von zunächst vier auf sieben Verletzte; spätere Zählung: zehn Verletzte und ein Toter
- Laut Oblast-Staatsanwaltschaft Donezk wurden neun Mehrfamilienhäuser und ein Geschäft beschädigt
- Präsident Selenskyj erklärte, dass noch Menschen unter den Trümmern sein könnten
- Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen nach Art. 438 Teil 1 des ukrainischen Strafgesetzbuchs aufgenommen
Warum es wichtig ist
Der Angriff traf Wohngebäude in einer dicht besiedelten Stadt und zerstörte einen gesamten Hauseingang, was die Gefahr für die Zivilbevölkerung unterstreicht. Die Opferzahlen stiegen im Tagesverlauf deutlich an, was auf eine unklare Lage unter den Trümmern hinweist. Der Einsatz von FAB-250-Bomben mit UMPK-Modulen ist eine Waffenkategorie, die international wegen ihres Einsatzes gegen zivile Ziele kritisiert wird. Die ukrainischen Behörden haben eine formelle Ermittlung wegen Kriegsverbrechen eingeleitet, was dem Vorfall eine justizielle Dimension verleiht.
Was geschehen ist
Am Morgen des 11. Oktober um 09:45 Uhr führten russische Streitkräfte einen Luftangriff auf die Stadt Sloviansk in der Oblast Donezk durch. Nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung von Sloviansk, Wadym Ljach, wurden drei FAB-250-Bomben mit UMPK-Modulen auf ein Wohnviertel abgeworfen. Die Bomben trafen zwei mehrstöckige Wohnhäuser; in einem fünfstöckigen Gebäude wurde ein gesamter Eingang vollständig zerstört. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten.
Die Zahl der Verletzten stieg im Tagesverlauf: Anfangs wurde von vier Verletzten berichtet, später korrigierte die Stadtverwaltung die Zahl auf sieben. Die Oblast-Staatsanwaltschaft Donezk identifizierte sieben Verletzte namentlich – fünf Frauen im Alter von 28, 52, 53, 72 und 76 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 25 und 80 Jahren mit Diagnosen wie Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnerschütterung, Schnittwunden und Prellungen. In einer späteren Zählung wurde von zehn Verletzten und einem Toten berichtet.
Laut der Oblast-Staatsanwaltschaft wurden insgesamt neun Mehrfamilienhäuser und ein Geschäft an den Einschlagstellen teilweise zerstört oder beschädigt. Durch den Angriff auf das Energiesystem verlor zudem ein Teil der Sloviansker Gemeinde die Stromversorgung; Wiederherstellungsarbeiten laufen. Die Staatsanwaltschaft hat unter der Prozessführung der Bezirksstaatsanwaltschaften Sloviansk und Kramatorsk ein Vorverfahren wegen Kriegsverbrechen nach Teil 1 des Artikels 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs eingeleitet.
In einem weiteren russischen Angriff auf das Dorf Jasnochirka in der Gemeinde Kramatorsk wurden eine 55-jährige Frau und ein 60-jähriger Mann mit Minen-Explosionstrauma und Splitterverletzungen verwundet. Bereits am 8. Oktober war der öffentliche Nahverkehr in Kramatorsk und Sloviansk auf Anordnung des Leiters der regionalen Militärverwaltung wegen gezielter russischer Angriffe vollständig eingestellt worden.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Opferzahlen des Luftangriffs vom 11. Oktober unterscheiden sich zwischen den Quellen: Erste Berichte gingen von vier Verletzten aus, spätere Berichte nannten sieben Verletzte, und eine spätere Zählung kam auf zehn Verletzte und einen Toten. Die Oblast-Staatsanwaltschaft Donezk identifizierte die sieben Verletzten namentlich nach Alter und Geschlecht. Auch bei der Zahl der beschädigten Gebäude gibt es Abweichungen: Der Bürgermeister von Sloviansk sprach von zwei teilweise zerstörten sowie sieben weiteren beschädigten Mehrfamilienhäusern und einem Geschäft, während die Oblast-Staatsanwaltschaft von neun teilweise zerstörten oder beschädigten Mehrfamilienhäusern und einem Geschäft berichtete.
Hintergrund
Die Oblast Donezk ist während des umfassenden Krieges wiederholt russischen Angriffen auf zivile Gebiete ausgesetzt, darunter frühere Angriffe auf Sloviansk und Kramatorsk. Am 8. Oktober wurde der öffentliche Nahverkehr in Kramatorsk und Sloviansk auf Anordnung des Leiters der regionalen Militärverwaltung wegen gezielter russischer Angriffe eingestellt. Am 10. Oktober wurde berichtet, dass russische Streitkräfte im vorangegangenen Tag einen Bewohner der Oblast Donezk getötet und vier weitere verletzt hatten. In einem früheren russischen Beschuss von Sloviansk war ein 36-jähriger Mann getötet und ein privates Haus zerstört worden; ein Teil der Gemeinde hatte durch Angriffe auf das Energiesystem den Strom verloren, Wiederherstellungsarbeiten liefen. Russische Streitkräfte greifen regelmäßig ukrainische Städte und zivile Infrastruktur mit Angriffsdrohnen, Raketen, KABs und Mehrfachraketenwerfern an. Ukrainische Behörden und internationale Organisationen stufen diese Angriffe als Kriegsverbrechen ein, während die russische Führung bestreitet, dass die russische Armee gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur durchführt.