Russland kombiniert Raketen, Marschflugkörper und Drohnen bei Angriff auf Ukraine – drei Tote in Charkiw
In der Nacht zum 13. Oktober (ab 18:00 Uhr am 12. Oktober) hat Russland die Ukraine mit fünf ballistischen Raketen vom Typ Iskander-M/S-400, neun Marschflugkörpern vom Typ „Banderol“/„Dan-T“ und 108 Angriffsdrohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr schoss oder unterdrückte nach eigenen Angaben bis 08:00 Uhr 88 Drohnen, dennoch wurden direkte Treffer an 17 Orten und herabfallende Trümmer an weiteren 7 Orten verzeichnet. In Charkiw stürzte durch den Einschlag ein ganzer Hauseingang eines mehrgeschossigen Wohnhauses ein; drei Menschen kamen ums Leben, elf weitere wurden verletzt.
Das Wichtigste
- Angriff in der Nacht zum 13. Oktober (ab 18:00 Uhr am 12. Oktober): 5 Iskander-M/S-400 aus dem russischen Gebiet Brjansk, 9 „Banderol“/„Dan-T“-Marschflugkörper und 108 Angriffsdrohnen, davon 74 reaktive vom Typ Shahed/Gerbera sowie „Parodijа“-Attrappen.
- Die Drohnen wurden aus den Richtungen Orjol, Kursk und Primorsko-Achtarsk in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hwardijske auf der Krim gestartet.
- Bis 08:00 Uhr schoss oder unterdrückte die ukrainische Luftabwehr 88 Drohnen, darunter 58 reaktive.
- Treffer wurden an 17 Orten registriert, Trümmer zerschossener Ziele an weiteren 7 Orten.
- Beim Einschlag in Charkiw stürzte im Stadtbezirk Cholodnohirskyj ein gesamter Hauseingang eines mehrstöckigen Wohnhauses ein; drei Menschen starben, elf weitere wurden verletzt.
- Bei dem nächtlichen Angriff wurde in Dnipro eine Person verletzt; eine abgeschossene Drohne fiel auf ein Wohnhaus im Dorf Murovane bei Lwiw – ohne Verletzte.
Warum es wichtig ist
Der Angriff kombiniert ballistische Raketen, Marschflugkörper und eine Rekordzahl von Drohnen aus mindestens fünf Startrichtungen und setzt Russlands eskalierende nächtliche Luftkampagne gegen die Ukraine fort. Trotz der hohen Abfangquote verursachten Direkttreffer und herabfallende Trümmer Schäden an mehreren Orten im Landesinneren, darunter der dokumentierte Einsturz eines ganzen Wohnhausaufgangs in Charkiw. Zivile Opfer wurden in mindestens zwei Städten gemeldet – Charkiw mit Todesopfern und Verletzten, Dnipro mit einer Verwundeten –, was das anhaltende Risiko für die Zivilbevölkerung weit hinter der Frontlinie unterstreicht.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 13. Oktober, ab 18:00 Uhr am 12. Oktober, griff Russland die Ukraine mit einer kombinierten Waffenlast an: fünf ballistische Raketen vom Typ Iskander-M/S-400, die aus dem russischen Gebiet Brjansk abgefeuert wurden, neun Marschflugkörper vom Typ „Banderol“/„Dan-T“ sowie 108 Angriffsdrohnen vom Typ Shahed und Gerbera – 74 davon reaktiv –, ergänzt durch „Parodijа“-Attrappen. Die Drohnen wurden aus den Richtungen Orjol, Kursk und Primorsko-Achtarsk in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und aus Hwardijske auf der Krim gestartet. Die Luftabwehr – bestehend aus Luftstreitkräften, Flugabwehr-Raketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung und Drohnenabwehr sowie mobilen Feuergruppen der ukrainischen Streitkräfte – schoss oder unterdrückte nach eigenen Angaben bis 08:00 Uhr 88 Drohnen, davon 58 reaktive. Dennoch wurden Treffer an 17 Orten und Trümmer zerschossener Ziele an 7 weiteren Orten registriert. In Charkiw schlugen „Banderol“-Marschflugkörper ein, ein Teil von ihnen verfehlte jedoch sein Ziel; im Stadtbezirk Cholodnohirskyj stürzte durch den Einschlag ein kompletter Hauseingang eines mehrgeschossigen Wohnhauses ein – drei Menschen starben, elf wurden verletzt. In Dnipro wurde durch den nächtlichen Angriff eine Person verletzt. Im Gebiet Lwiw wurde in der Nacht Luftalarm wegen des Drohnen-Einsatzes ausgelöst; eine abgeschossene Drohne fiel auf ein Wohnhaus im Dorf Murovane bei Lwiw, ohne dass Verletzte gemeldet wurden. In Kiew und im Umland waren am späten Abend des 12. Oktober Explosionen zu hören, woraufhin die Luftwaffe eine „Hochgeschwindigkeitsziel auf Kiew“ meldete. Um 08:00 Uhr dauerte der Angriff den Angaben zufolge noch an, mehrere Drohnen befanden sich weiterhin im ukrainischen Luftraum.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vorliegenden Quellen sind ukrainische Medien, die den Angriff als russische Aggression einordnen und das Ausmaß und die Vielfalt der eingesetzten Waffen – ballistische Raketen, Marschflugkörper und eine große, aus mehreren Richtungen gestartete Drohnensalve – hervorheben. Besonders betont wird die Leistung der ukrainischen Luftabwehr: die Zahl der abgeschossenen oder unterdrückten Drohnen sowie die Zusammensetzung der eingesetzten Kräfte (Luftstreitkräfte, Flugabwehr-Raketentruppen, elektronische Kriegsführung, mobile Feuergruppen). Detailliert berichtet wird auch über die lokalen Folgen – den Einsturz eines Wohnhausaufgangs im Charkiwer Stadtbezirk Cholodnohirskyj, zivile Opfer in Charkiw und Dnipro, eine Drohne, die auf ein Wohnhaus in Murovane bei Lwiw fiel, sowie Explosionen in Kiew.
Wo die Berichte auseinandergehen
Bei den Opferzahlen des abendlichen Angriffs vom 12. Oktober auf Charkiw weichen die Quellen voneinander ab: Eine Darstellung nennt drei Tote und elf Verletzte, eine andere, die sich auf Charkiwer Behörden beruft, spricht von mindestens sieben Verletzten, ohne die Zahl der Todesopfer zu präzisieren.
Hintergrund
Marschflugkörper vom Typ „Banderol“/„Dan-T“ sind ein wiederkehrender Bestandteil der nächtlichen russischen Angriffe auf die Ukraine und richten sich häufig gegen Charkiw, eine grenznahe Stadt, die unter wiederholten Angriffen leidet. Die Luftabwehr wurde von mehreren Teilstreitkräften der ukrainischen Streitkräfte gemeinsam getragen: Luftstreitkräfte, Flugabwehr-Raketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung und Drohnenabwehr sowie mobile Feuergruppen. Um 08:00 Uhr am 13. Oktober dauerte der Angriff den Angaben zufolge noch an; mehrere russische Drohnen befanden sich weiterhin im ukrainischen Luftraum.