Russland greift Ukraine mit 170 Drohnen in einer Nacht an – Luftabwehr fängt 147 ab
In der Nacht zum 27. September hat Russland die Ukraine mit 170 Angriffsdrohnen angegriffen, davon 76 mit Jet-Antrieb. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte wurden bis 07:30 Uhr 147 Drohnen abgeschossen oder unterdrückt. Einschläge wurden an 18 Standorten registriert, Trümmer abgeschossener Drohnen fielen an 8 weiteren Orten nieder.
Das Wichtigste
- Nachtangriff zum 27. September: 170 Angriffsdrohnen, davon 76 mit Jet-/Reaktivantrieb
- Eingesetzt wurden Drohnen vom Typ Shahed, Gerbera sowie „Parodia“-Attrappen
- Startrichtungen: Orjol, Kursk, Primorsko-Achtarsk und Schatalowo in Russland sowie besetztes Donezk und Krim (Gwardiiske)
- Luftabwehr und Störsender fingen bis 07:30 Uhr 147 Drohnen ab
- Einschläge an 18 Standorten, Trümmer an 8 weiteren Standorten
- Angriff wurde von Luftwaffe, Flugabwehrraketentruppen, EW- und Drohneneinheiten sowie mobilen Feuergruppen abgewehrt
- In der Oblast Saporischschja starben bei einem Drohnentreffer auf ein Auto in Nowotawrijске zwei Zivilisten
Warum es wichtig ist
Die Attacke war eine der größten einzeln gemeldeten Drohnennächte der ukrainischen Luftstreitkräfte seit Beginn der russischen Luftangriffe. Mit 76 von 260 eingesetzten Drohnen mit Jet-Antrieb handelt es sich um einen überdurchschnittlich hohen Anteil der schwerer abzufangenden Variante. Trotz des Ausmaßes neutralisierten ukrainische Flugabwehr- und Störsysteme die überwiegende Mehrheit der Drohen, doch bestätigte Einschläge in mehreren Oblasten – darunter zivile Opfer in Saporischschja – verdeutlichen die anhaltende Bedrohung für Städte und Infrastruktur.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 27. September startete Russland einen großangelegten Drohnenangriff auf die Ukraine. Insgesamt 170 Angriffsdrohnen verschiedener Typen wurden eingesetzt, darunter 76 mit Jet- bzw. Reaktivantrieb. Neben Shahed-Modellen kamen auch Gerbera-Drohnen und „Parodia“-Attrappen zum Einsatz. Die Starts erfolgten aus mehreren Richtungen: aus den russischen Städten Orjol, Kursk, Primorsko-Achtarsk und Schatalowo sowie aus dem temporär besetzten Donezk und der Krim (Raum Gwardiiske). Bis 07:30 Uhr hatten ukrainische Flugabwehrraketentruppen, Luftwaffe, elektronische Kampfführung, Drohneneinheiten und mobile Feuergruppen 147 Drohnen abgeschossen oder durch Störsender neutralisiert. Einschläge wurden an 18 Standorten registriert, Trümmer abgeschossener Drohnen fielen an 8 weiteren Orten nieder. Am Morgen hielt der Angriff weiter an, mehrere Drohnen befanden sich noch im ukrainischen Luftraum. In Kiew traf eine Drohne nach Angaben der Stadtverwaltung ein Gebäude im Stadtbezirk Solomjansky, wobei Medien teils von einem Lager, teils von einem Bürogebäude berichten. In der Oblast Saporischschja schlug eine Drohne in Nowotawrijске ein Auto ein und tötete zwei Zivilisten – wie der amtierende Leiter der Militärverwaltung der Oblast, Mychajlo Semikin, mitteilte. In der Stadt Komyschuwacha wurden Wohnhäuser getroffen, insgesamt drei Menschen kamen in der Oblast ums Leben, mindestens vier wurden verletzt. In Winnyzja waren Explosionen zu hören, in der Oblast Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der regionalen Militärverwaltung eine Person verletzt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Ukrainische Quellen widersprechen sich darin, was im Kiewer Stadtbezirk Solomjansky getroffen wurde: Einige sprechen von einem Lagerhaus mit anschließendem Brand, andere von einem Bürogebäude. Zudem variiert die Schreibweise des Dorfes in der Oblast Saporischschja, in dem zwei Zivilisten bei einem Drohnenangriff auf ein Auto getötet wurden: Nowotawrijske, Nowotawrytscheske beziehungsweise Nowotawrijske.
Hintergrund
Russland stützt seine Luftangriffe auf die Ukraine zunehmend auf Langstrecken-Drohnen vom Typ Shahed in Kombination mit günstigeren Gerbera-Drohnen und „Parodia“-Attrappen, die als Köder dienen sollen. Die Starts erfolgen regelmäßig von mehreren Standorten in Russland sowie aus dem temporär besetzten ukrainischen Gebiet wie der Krim und der Oblast Donezk.