Russland greift Ukraine mit ballistischer Rakete und 180 Drohnen an – mindestens drei Tote
In der Nacht zum 18. Oktober hat Russland die Ukraine mit einer ballistischen Iskander-M-Rakete aus dem Gebiet Woronesch und 180 Kampfdrohnen verschiedener Typen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte wurden bis 08:00 Uhr 152 Drohnen abgeschossen oder unterdrückt. Einschläge wurden an 20 Standorten registriert; aus Saporischschja, Poltawa und der Oblast Sumy wurden zivile Opfer gemeldet.
Das Wichtigste
- Russland startete in der Nacht zum 18. Oktober eine ballistische Iskander-M-Rakete aus dem Gebiet Woronesch und 180 Kampfdrohnen.
- Bis 08:00 Uhr schoss oder störte die ukrainische Luftabwehr 152 Drohnen, darunter 16 reaktive Shaheds und Gerberas.
- Einschläge wurden an 20 Standorten registriert; in vier weiteren Orten fielen Trümmer abgeschossener Ziele.
- In Saporischschja starb eine 27-jährige Frau, eine 58-Jährige und ein 6-jähriges Mädchen wurden verletzt.
- In Poltawa wurden am Abend des 17. Oktober vier Privathäuser beschädigt; ein Mensch starb, vier wurden verletzt.
- In der Oblast Sumy starb ein Mann, der laut OVA-Chef Hryhorow am nächsten Tag 31 geworden wäre, auf dem Weg ins Krankenhaus.
- In der Oblast Winnyzja wurde kritische Infrastruktur beschädigt; Notabschaltungen im Stromnetz wurden gemeldet.
Warum es wichtig ist
Der Angriff war eine der größten kombinierten Raketen- und Drohnenangriffe des russischen Militärs gegen die Ukraine. Mit 180 gestarteten und 152 abgefangenen Drohnen zeigt er sowohl die Intensität der nächtlichen Angriffe als auch die Auslastung der ukrainischen Luftabwehr. Zivile Opfer und Schäden an kritischer Infrastruktur in mehreren Regionen verdeutlichen die landesweite Reichweite dieser Angriffsserie.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 18. Oktober führte Russland einen kombinierten Angriff auf die Ukraine durch. Eine ballistische Iskander-M-Rakete wurde aus dem russischen Gebiet Woronesch abgefeuert. Gleichzeitig startete die russische Armee 180 Kampfdrohnen verschiedener Typen – darunter Shahed (26 davon reaktiv), S-8000 „Banderole"/„Dan-T", Gerbera sowie „Parodia"-Drohnen als Imitate. Die Drohnen wurden aus den Richtungen Orjol, Brjansk, Kursk, Schatalowo, Primorsko-Achtarsk sowie aus dem besetzten Donezk und Hvardiiske auf der Krim gestartet. Bis 08:00 Uhr hatte die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben 152 Drohnen abgeschossen oder durch Störmaßnahmen neutralisiert, darunter 16 reaktive Shaheds und Gerberas. Der Angriff wurde von Luftstreitkräften, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegführung und unbemannte Systeme sowie mobilen Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte abgewehrt. Einschläge wurden an 20 Standorten verzeichnet; an vier weiteren Orten fielen Trümmer abgeschossener Ziele. Gegen 08:00 Uhr dauerte der Angriff noch an, etwa zehn feindliche Drohnen befanden sich noch im ukrainischen Luftraum. In Saporischschja traf ein russischer Schlag ein Wohnhaus, wobei eine 27-jährige Frau getötet und eine 58-jährige Frau sowie ein 6-jähriges Mädchen verletzt wurden. Zwei mehrstöckige Wohnhäuser, 18 Fahrzeuge und ein Bildungsgebäude wurden beschädigt. Am Abend des 17. Oktober wurde in Poltawa ein Wohngebiet mit vier Privathäusern beschädigt; ein Mensch starb, vier weitere wurden verletzt. In der Oblast Sumy starb laut OVA-Chef Hryhorow ein Mann, der am nächsten Tag 31 geworden wäre, auf dem Weg ins Krankenhaus. In der Oblast Winnyzja wurde kritische Infrastruktur beschädigt, was zu Notabschaltungen im Stromnetz führte.
Wo die Berichte auseinandergehen
Beim Poltawa-Anschlag variieren die Angaben zur Zahl der Verletzten: Die meisten Quellen sprechen von vier Verletzten, hromadske nennt dagegen zwei Verletzte. Bei den reaktiven Shahed-Drohnen gibt es zwei Angaben: Die ukrainischen Luftstreitkräfte beziffern die 16 abgeschossenen reaktiven Shaheds unter den 152 neutralisierten Drohnen, während andere Berichte die Gesamtzahl der reaktiven Shaheds unter den 180 gestarteten Drohnen mit 26 angeben – beides kann stimmen, da sich die Zahlen auf unterschiedliche Mengen vergleichen.
Hintergrund
Russland setzt im Verlauf des Krieges Iskander-M-Raketen und Shahed-Drohnen gegen die Ukraine ein. In den vergangenen Monaten hat die russische Armee nächtliche Angriffe zunehmend mit großen Wellen aus Kampf- und Imitationsdrohnen kombiniert, um die ukrainische Luftabwehr zu überlasten. Startorte innerhalb Russlands sowie auf besetztem Gebiet in Donezk und auf der Krim wurden bereits bei früheren Massenangriffen genutzt.