Russischer Drohnenangriff auf Energieinfrastruktur in Oblast Odessa legt rund 24.000 Verbraucher lahm
In der Nacht zum 18. Oktober haben russische Streitkräfte mit Angriffsdrohnen Energieinfrastruktur in der Oblast Odessa getroffen. Nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung der Oblast, Oleh Kiper, fiel in drei Bezirken – Bilhorod-Dnistrovskyj, Ismajil und Bolhrad – der Strom für rund 24.000 Verbraucher aus. DTEK sprach von großflächigen Schäden; Energiearbeiter liefen Notfallreparaturen.
Das Wichtigste
- 18. Oktober, nachts: Russische Streitkräfte greifen Energieinfrastruktur in der Oblast Odessa mit Angriffsdrohnen an.
- Zwei kritische Infrastrukturobjekte in der Oblast Odessa wurden beschädigt.
- Rund 24.000 Verbraucher in drei Bezirken – Bilhorod-Dnistrovskyj, Ismajil und Bolhrad – waren ohne Strom.
- Oblast-Chef Oleh Kiper informierte über den Angriff und seine Folgen.
- DTEK beschreibt die Schäden als großflächig und rechnet mit längeren Reparaturarbeiten.
- Energiearbeiter führen rund um die Uhr Notfallreparaturen durch.
Warum es wichtig ist
Der Angriff gehört zu einer Welle nächtlicher russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Er folgt auf eine der größten Attacken auf das Stromnetz am Vortag, bei denen laut ukrainischen Angaben mehr als 15 Energieanlagen getroffen wurden. Der Chef des russischen Generalstabs, Valerij Gerassimow, hatte nach ukrainischer Darstellung eine Kampagne massiver Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung angekündigt; gleichzeitig war in der Woche zuvor von US-Präsident Donald Trump ein „Energie-Waffenstillstand“ verkündet worden, dem die Ukraine unter der Bedingung zustimmte, dass Moskau seinerseits die Angriffe auf ukrainische Energieanlagen einstellt. Trump habe jedoch neue Sanktionen gegen Russland aufgeschoben.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 18. Oktober führten russische Streitkräfte einen massiven Drohnenangriff auf Energieinfrastruktur in der südlichen Oblast Odessa aus. Laut Oleh Kiper, dem Leiter der Militärverwaltung der Oblast, wurden zwei kritische Infrastrukturobjekte beschädigt, und in den Bezirken Bilhorod-Dnistrovskyj, Ismajil und Bolhrad fiel für rund 24.000 Verbraucher der Strom aus. Der Energieversorger DTEK bezeichnete die Schäden als großflächig und stellte klar, dass die Wiederinstandsetzung der beschädigten Anlagen Zeit in Anspruch nehmen werde; Energiearbeiter seien durchgehend mit Notfallreparaturen befasst. Berichtet wurde der Angriff mithilfe von reaktiven Drohnen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ausschließlich ukrainischen Quellen – darunter Suspillne Nowyny, LIGA.net/LB.ua, Interfax-Ukrajina, ZN.UA, Ukrinform und Hromadske Radio – rahmen den Angriff als russischen Übergriff („окупанти“, „армія РФ“, „ворожа атака“) auf zivile kritische Energieinfrastruktur. Im Mittelpunkt steht die offizielle ukrainische Darstellung durch den Leiter der Oblast, Oleh Kiper, ergänzt um Schadensbilanz und Reparaturstatus durch DTEK.
Hintergrund
Am selben Tag in der Nacht und am Morgen griffen russische Streitkräfte nach ukrainischen Angaben auch Energieinfrastruktur in den Oblasten Winnyzja und Ternopil an und unterbrachen teilweise die Stromversorgung in einzelnen Ortschaften. DTEK meldete zudem Notfallabschaltungen im Bezirk Butscha in der Oblast Kiew; in der Stadt Kiew wurde die Zahl der Ausfallpläne erhöht. Am Tag zuvor hatte Russland nach ukrainischer Darstellung eine der größten Attacken auf die ukrainische Energieinfrastruktur geflogen, bei der laut Kyiv mehr als 15 wichtige Übertragungs- und Erzeugungsanlagen durch Raketen und Drohnen getroffen wurden. Der Chef des russischen Generalstabs, Valerij Gerassimow, erklärte demnach, Russland habe eine Kampagne massiver Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur begonnen. In der Vorwoche hatte US-Präsident Donald Trump einen „Energie-Waffenstillstand“ zwischen der Ukraine und Russland angekündigt; die Ukraine stimmte unter der Bedingung zu, dass Moskau Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstellt, Russland habe die Angriffe jedoch intensiviert, und Trump habe neue Sanktionen gegen Russland verschoben.