Lubinets: Ukraine und Russland stimmen letzte Details der Evakuierung aus Oleschky ab
Der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte, Dmytro Lubinets, hat im Sender Espresso erklärt, die Ukraine und Russland einigten sich über die letzten Details einer Evakuierung von Zivilisten aus der besetzten Gemeinde Oleschky und sechs umliegenden Orten in der Oblast Cherson auf von der ukrainischen Regierung kontrolliertes Gebiet. Nach seinen Angaben nimmt die russische Seite die zuvor unterbreiteten Vorschläge der Ukraine in Bearbeitung; die Gespräche fänden täglich statt. Ukrainische Schätzungen gehen davon aus, dass in Oleschky und Umgebung bis zu 6.000 Zivilisten – darunter bis zu 200 Kinder – ausharren.
Das Wichtigste
- Lubinets: Ukraine und Russland stimmen letzte Details der Evakuierung aus der besetzten Gemeinde Oleschky und sechs umliegenden Orten ab.
- Evakuierung soll auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet erfolgen und ein Regime der Waffenruhe voraussetzen.
- Russische Seite hat nach Lubinetz' Worten alle zuvor von der Ukraine eingebrachten Evakuierungsvorschläge in Bearbeitung genommen.
- Nach ukrainischer Schätzung verbleiben rund 6.000 Zivilisten – davon bis zu 200 Kinder – in Oleschky und Umgebung, davon bis zu 2.000 im Stadtgebiet selbst.
- Gespräche zwischen den Seiten finden nach Lubinetz' Angaben täglich statt; er sprach von einem Vorrücken „so weit wie möglich" und warnte vor noch ungelösten schwierigen Fragen.
- Lubinets äußerte die Hoffnung auf konkrete Ergebnisse in naher Zukunft.
- Aussagen machte Lubinets im ukrainischen Fernsehsender Espresso.
Warum es wichtig ist
Die Verhandlungen berühren das Schicksal von Schätzungen zufolge bis zu 6.000 Zivilpersonen – darunter bis zu 200 Kinder – unter russischer Besatzung in Oleschky und Umgebung. Der Allukrainische Rat der Kirchen und Religionsorganisationen hat die Lage als am Rand einer humanitären Katastrophe beschrieben; nach Berichten erreichte die letzte Lebensmittellieferung die Stadt Ende Mai. Dass Papst Leo XIV. die Situation am 16. Oktober in einem Telefonat mit Wladimir Putin angesprochen hat, unterstreicht die internationale Dimension. Gleichzeitig bleiben nach Lubinetz' Worten schwierige Fragen offen, und die ukrainische Seite rechnet erst in naher Zukunft mit konkreten Ergebnissen.
Was geschehen ist
Der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte, Dmytro Lubinets, hat am 19. Oktober 2026 im Sender Espresso erklärt, die Ukraine und Russland stimmten die letzten Details einer Evakuierung von Zivilisten aus der besetzten Gemeinde Oleschky und sechs umliegenden Siedlungen in der Oblast Cherson auf von der ukrainischen Regierung kontrolliertes Gebiet ab. Lubinets sagte, die ukrainische Seite sei in den Verhandlungen „so weit wie möglich" vorangekommen und die Gespräche mit der russischen Seite fänden täglich statt. Die russische Seite habe alle zuvor von der Ukraine unterbreiteten Vorschläge zur Evakuierung in Bearbeitung genommen, so Lubinets weiter, der zugleich darauf hinwies, dass noch schwierige Fragen offen seien und er konkrete Ergebnisse in naher Zukunft erwarte. Nach ukrainischer Schätzung harren in Oleschky und Umgebung bis zu 6.000 Zivilisten aus, darunter bis zu 200 Kinder und bis zu 2.000 Menschen allein in der Stadt. Die Evakuierung soll dem Vernehmen nach aus Oleschky und sechs weiteren Orten gleichzeitig erfolgen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle fünf herangezogenen Quellen sind ukrainisch und stellen den humanitären Fall für eine Evakuierung in den Mittelpunkt. Sie betonen, dass Oleschky unter russischer Besatzung am Rand einer humanitären Katastrophe stehe und der einzige Ausweg vermint und mit Angriffsdrohnen kontrolliert werde. Im Vordergrund stehen ukrainische Stimmen – Lubinets ebenso wie Außenminister Andrij Sybiha –, und die bisherige Weigerung Russlands, eine humanitäre Mission zu bestätigen, wird nun als möglicher ukrainischer diplomatischer Fortschritt gedeutet. Internationale Aufmerksamkeit – der Anruf von Papst Leo XIV. bei Wladimir Putin am 16. Oktober, die Behandlung der Lage durch die OSZE am 1. Oktober und Präsident Selenskyjs Verwendung des Begriffs „Genozid" beim Warschauer Sicherheitsforum – wird als Stütze der ukrainischen Argumentation angeführt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Angaben zur Zahl der in der Stadt Oleschky verbliebenen Zivilisten gehen auseinander: Eine ukrainische Schätzung veranschlagt bis zu 2.000 Personen, während Außenminister Andrij Sybiha am 17. Oktober rund 1.700 eingeschlossene Menschen nannte. Beim Datum der letzten Lebensmittellieferungen in das besetzte Oleschky stützt sich eine Quelle auf das Ende Mai 2026, während andere Berichte einen Lieferstopp ohne dieses konkrete Datum beschreiben; die explizite Jahresangabe 2026 wird als auffällig markiert.
Hintergrund
Oleschky steht seit 2022 unter russischer Besatzung und liegt nahe der Frontlinie in einer von ukrainischen Quellen als Grauzone beschriebenen Gegend. Berichten zufolge wurden Ende Mai zuletzt Lebensmittel in die Stadt geliefert; Bewohnerinnen und Bewohner hungerten und würden nach Darstellung der ukrainischen Seite von russischen Streitkräften am Verlassen der Stadt gehindert. Die OSZE befasste sich am 1. Oktober mit der humanitären Katastrophe in Oleschky. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte beim Warschauer Sicherheitsforum erklärt, die russischen Streitkräfte begingen in Oleschky einen Genozid an der Lokalbevölkerung. Ukrainische Nationalgardisten führten in der Nacht zum 4. Oktober eine zweite Drohnenlieferung humanitärer Hilfe durch und transportierten dabei fast 4 Tonnen Fracht – darunter rund 400 Pakete mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kindersets – in die belagerte Stadt. Die Oblastverwaltung von Cherson erklärte gegenüber LIGA.net, die mediale Aufmerksamkeit für die Drohnenlieferungen habe die kritische humanitäre Lage in Oleschky international sichtbarer gemacht.