Sybiha wirft Russland im UN-Sicherheitsrat vor, in Oleschky eine humanitäre Katastrophe zu erzeugen
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha hat im UN-Sicherheitsrat die Lage in der besetzten Stadt Oleschky in der Oblast Cherson als humanitäre Katastrophe beschrieben. Russland entziehe der Zivilbevölkerung Lebensmittel, Strom, Heizung und Wasser und verhindere gleichzeitig die Evakuierung. Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft auf, humanitäre Korridore durchzusetzen.
Das Wichtigste
- Ukrainischer Außenminister Andrii Sybiha sprach am 23. September 2026 im UN-Sicherheitsrat zur Lage in Oleschky in der besetzten Oblast Cherson.
- Bewohner von Oleschky und Umgebung haben nach Sybihas Angaben keinen Zugang zu Strom, Heizung, Lebensmitteln und Wasser.
- Russland treibe die Menschen in den Hunger und hindere sie zugleich daran, das besetzte Gebiet zu verlassen – laut Sybiha ein Einsatz von Zivilisten als menschliche Schutzschilde.
- Die letzte Lebensmittellieferung nach Oleschky erfolgte nach verfügbaren Angaben Ende Mai 2026.
- Schätzungen zufolge halten sich noch rund 6.000 Menschen, darunter etwa 200 Kinder, in Oleschky und Umgebung auf.
- Sybiha nannte über 90 dokumentierte Fälle sexueller Gewalt durch russische Kräfte gegen ukrainische Zivilisten und Militärangehörige, darunter Kinder.
- Sybiha zog einen Vergleich zum Holodomor von 1932–1933 und bezeichnete Hunger als Waffe Moskaus – damals wie heute.
- Er rief die internationale Gemeinschaft auf, von Russland die Öffnung humanitärer Korridore für Oleschky zu verlangen.
Warum es wichtig ist
Mit der Rede im UN-Sicherheitsrat bringt die Ukraine die Vorwürfe direkt vor das wichtigste UN-Gremium und sucht internationalen Druck, um humanitäre Korridore nach Oleschky zu erzwingen. Sollten sich die Schilderungen – Entzug von Nahrung, Strom und Heizung bei gleichzeitigem Evakuierungsverbot – bestätigen, würde dies einer erzwungenen Aushungerung von Zivilisten in besetztem Gebiet gleichkommen. Durch den ausdrücklichen Vergleich mit dem Holodomor von 1932–1933 erhält der Konflikt eine zusätzliche moralisch-historische Dimension.
Was geschehen ist
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha wandte sich am 23. September 2026 an den UN-Sicherheitsrat und schilderte die Lage in Oleschky in der von Russland besetzten Oblast Cherson als humanitäre Katastrophe. Nach seinen Angaben haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt und der umliegenden Gemeinde keinen Zugang mehr zu Strom, Heizung, Lebensmitteln und Wasser. Sybiha sagte, Russland treibe die Zivilbevölkerung in den Hunger und hindere sie gleichzeitig am Verlassen des besetzten Gebiets, wodurch sie als menschliche Schutzschilde benutzt würden. Er nannte eine Bewohnerin namens Ala, die nur noch von Brot lebe. Die letzte Lebensmittellieferung nach Oleschky habe Ende Mai 2026 stattgefunden; Schätzungen gehen von rund 6.000 verbliebenen Menschen aus, darunter etwa 200 Kinder, in einer Art Grauzone nahe der Frontlinie. Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft auf, von Russland die Öffnung humanitärer Korridore zu verlangen, und verwies zudem auf mehr als 90 dokumentierte Fälle sexueller Gewalt durch russische Kräfte gegen ukrainische Zivilisten und Militärangehörige, darunter Kinder. Er zog einen ausdrücklichen Vergleich zum Holodomor von 1932–1933 und bezeichnete Hunger als Waffe Moskaus – damals wie heute.
Hintergrund
Oleschky liegt in dem von russischen Streitkräften besetzten Teil der Oblast Cherson nahe der Frontlinie, was Evakuierungen und Hilfslieferungen erheblich erschwert. Der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte, Dmytro Lubinets, hatte bereits am 16. September erklärt, Russland sei seit Langem nicht bereit, eine humanitäre Evakuierungsmission für Oleschky zu bestätigen; die Stadt befinde sich in einer humanitären Blockade und am Rand einer humanitären Katastrophe. Die Allukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen wandte sich an Papst Leo XIV. mit der Bitte, alle ihm möglichen Mittel einzusetzen, um die Bewohner Oleschkys vor dem Hungertod zu bewahren.