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Poltawaer Bauernverband: Bis zu 20 % der ukrainischen Landwirte könnten nach dieser Saison aufgeben

Der Vorsitzende des Bauernverbands des Kreises Poltawa, Oleh Slyzko, hat gewarnt, dass bis zu 20 % der ukrainischen Landwirte nach Ende der laufenden Saison möglicherweise nicht weiterarbeiten werden. Als Gründe nannte er sinkende Getreide- und Sonnenblumenpreise, steigende Treibstoffkosten und Exportprobleme. Der Verband fordert eine staatliche Kontrolle der Agrarexporte.

Das Wichtigste

  • Bis zu 20 % der ukrainischen Landwirte könnten nach der aktuellen Saison aufgeben.
  • Als Ursachen gelten sinkende Getreide- und Sonnenblumenpreise, steigende Treibstoffkosten und Exportprobleme.
  • Weizen 4. Klasse wird 2024 für 4.400 Hrywnja pro Tonne verkauft, nach 9.000–10.000 Hrywnja im Vorjahr.
  • Sonnenblumen fielen im Frühjahr 2024 von 33.000–35.000 auf 15.000–16.000 Hrywnja pro Tonne.
  • Slyzko wirft Händlern künstliche Preisdrückung vor, obwohl Häfen blockiert und Exporte gebremst sind.
  • Staatliche und private Silos sind gefüllt; die meisten Landwirte können Getreide nicht bis zur Markterholung lagern.
  • Der Bauernverband des Kreises Poltawa fordert staatliche Kontrolle der Agrarexporte.

Warum es wichtig ist

Ein erheblicher Teil der ukrainischen Landwirte steht vor dem möglichen Ausstieg aus dem Markt – mit Folgen für die inländische Nahrungsmittelproduktion und die Beschäftigung im ländlichen Raum. Die Diskrepanz zwischen fallenden Aufkaufpreisen und steigenden Produktionskosten wird von Branchenvertretern als systemische Krise beschrieben. Zudem wird eine staatliche Steuerung der Agrarexporte gefordert, was eine politische Debatte über den Umgang mit dem Sektor unter Kriegsbedingungen anstößt.

Was geschehen ist

Der Vorsitzende des Bauernverbands des Kreises Poltawa, Oleh Slyzko, hat davor gewarnt, dass bis zu 20 % der ukrainischen Landwirte nach Ende der laufenden Saison möglicherweise aufgeben werden. Er nannte als Ursachen sinkende Preise für Getreide und Sonnenblumen, steigende Treibstoffkosten und Probleme beim Export. Die Aufkaufpreise für Agrarprodukte seien stark gefallen, während die Produktionskosten gestiegen seien. Konkret verwies Slyzko auf Weizen 4. Klasse, der 2024 für 4.400 Hrywnja pro Tonne verkauft werde – nach 9.000 bis 10.000 Hrywnja im Vorjahr. Sonnenblumen seien im Frühjahr für 33.000 bis 35.000 Hrywnja pro Tonne gehandelt worden und nun für 15.000 bis 16.000 Hrywnja. Slyzko warf Händlern vor, die Aufkaufpreise künstlich zu drücken, während die Häfen blockiert und die Exporte gebremst seien. Die staatlichen und privaten Silos seien gefüllt; die meisten Landwirte könnten ihr Getreide nicht bis zu einer Markterholung lagern. Der diesjährige Getreideertrag wird auf rund 60,4 Mio. Tonnen geschätzt, vergleichbar mit dem Vorjahr, wobei die Weizenerzeugung das Vierfache des Inlandbedarfs übersteigt. Der Verband fordert, dass der Export landwirtschaftlicher Produkte unter staatliche Kontrolle gestellt wird.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide vorliegenden Quellen sind ukrainisch und stellen die Sicht von Oleh Slyzko und des Bauernverbands des Kreises Poltawa in den Mittelpunkt. Die Berichterstattung betont konkrete Preisverluste bei Weizen und Sonnenblumen sowie die Kosten-Erlös-Schere für die Landwirte und beschuldigt Händler einer künstlichen Preisdrückung. Im Vordergrund steht die Forderung nach staatlicher Kontrolle der Agrarexporte sowie die Warnung, dass eine weitere Verlagerung der Exporte etwa zu Sonnenblumenmehl 40 % der Landwirte weiter unter Druck setzen würde.

Hintergrund

Ukrainische Landwirte verlagern sich wegen des Krieges und ungünstiger Witterung zunehmend auf die rentabelsten Kulturen, was sie jedoch nicht vor sinkenden Gewinnen schützt. Staatliche und private Silos sind gefüllt; die meisten Landwirte verfügen nicht über die Möglichkeit, Getreide bis zur Verbesserung der Marktlage zu lagern. Die diesjährige Getreideernte wird auf rund 60,4 Mio. Tonnen geschätzt, vergleichbar mit dem Vorjahr, wobei Weizen mehr als das Vierfache des Inlandbedarfs ausmacht, was die Exportwege unter Druck setzt. Landwirte argumentieren, dass Händler die Aufkaufpreise künstlich drückten, während die Häfen blockiert und die Exporte verlangsamt seien.