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Budanov weist russische Behauptung zur Einnahme von Dobropillja zurück und beschuldigt russischen General der Täuschung Putins

Der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanov, erklärte am 20. Oktober, die Stadt Dobropillja in der Oblast Donezk befinde sich weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. Russische Streitkräfte hätten sie nicht eingenommen. Budanov warf dem Kommandeur der russischen Truppengruppierung „Zentrum“, Generaloberst Andrii Ivanaiev, vor, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in dieser Angelegenheit bewusst zu täuschen. Die Erklärung erfolgte am Tag der Friedensgespräche in Oslo mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem finnischen und norwegischen Regierungschef sowie den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner.

Das Wichtigste

  • Am 20. Oktober erklärte Kyrylo Budanov, Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten, dass Dobropillja in der Oblast Donezk unter ukrainischer Kontrolle stehe.
  • Budanov wies die Behauptung des russischen Militärkommandos zurück, russische Streitkräfte hätten die Stadt eingenommen.
  • Er beschuldigte Generaloberst Andrii Ivanaiev, Kommandeur der russischen Truppengruppierung „Zentrum“, Putin über die angebliche Einnahme bewusst zu täuschen.
  • Nach Budanovs Angaben hat Ivanaiev bereits gegenüber Putin über die Einnahme berichtet und setzt seine Untergebenen mit unrealistischen Aufgaben unter Druck.
  • Budanov erklärte, schwierige Friedensverhandlungen für einen dauerhaften Frieden seien im Gange, und rief alle Seiten zu Besonnenheit und wahrheitsgemäßer Information auf.
  • Am selben Tag fanden in Oslo Friedensgespräche mit Selenskyj, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb, dem norwegischen Premierminister Jonas Gahr Støre sowie den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner statt.
  • Budanov veröffentlichte seine Stellungnahme über seinen Telegram-Kanal und auf Facebook.

Warum es wichtig ist

Die Stellungnahme ist eine offizielle Zurückweisung einer russischen Militärbehauptung durch einen hochrangigen ukrainischen Amtsträger, mit sowohl operativen als auch informationspolitischen Auswirkungen. Sie benennt namentlich einen ranghohen russischen Kommandeur und wirft ihm vor, die russische Führung zu täuschen und eigene Untergebene unter Druck zu setzen. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund laufender internationaler Verhandlungen über eine Friedensregelung.

Was geschehen ist

Am 20. Oktober veröffentlichte der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanov, über seinen Telegram-Kanal und auf Facebook eine Stellungnahme zur Lage in Dobropillja. Er erklärte, die Stadt in der Oblast Donezk befinde sich weiterhin unter ukrainischer Kontrolle; russische Streitkräfte hätten sie nicht eingenommen. Damit wies er die zuvor aufgekommene Behauptung des russischen Militärkommandos zurück. Zugleich beschuldigte Budanov den Kommandeur der russischen Truppengruppierung „Zentrum“, Generaloberst Andrii Ivanaiev, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Bezug auf die angebliche Einnahme bewusst zu täuschen. Budanov führte aus, Ivanaiev habe Putin bereits über die vermeintliche Einnahme Bericht erstattet und versuche nun, eigene Untergebene mit unrealistischen Aufgaben unter Druck zu setzen, um die Einnahme um jeden Preis vorzuführen. Budanov verwies zudem auf laufende schwierige Friedensverhandlungen für einen dauerhaften Frieden, der nicht nur für die Ukraine notwendig sei, und rief alle Seiten zu Besonnenheit, realistischer Lageeinschätzung und wahrheitsgemäßer Information auf. Er betonte, die ukrainischen Verteidigungskräfte hielten ihre Positionen; keine Falschaussagen werde die Lage vor Ort verändern.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die russische Militärführung behauptete, russische Streitkräfte hätten Dobropillja eingenommen. Budanov, der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, Präsident Selenskyj sowie Brigadeangehörige der Nationalgarde wiesen diese Darstellung zurück und erklärten, die Stadt bleibe unter ukrainischer Kontrolle.

Hintergrund

In den Tagen vor Budanovs Stellungnahme hatte der Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Waleri Gerassimow, behauptet, russische Truppen hätten seit Anfang September 92 Ortschaften eingenommen, darunter Dobropillja; der ukrainische Generalstab wies diese Angaben zurück. Am 18. Oktober erklärte Präsident Selenskyj, Dobropillja bleibe unter ukrainischer Kontrolle, und dass russische Streitkräfte rund 20 Kilometer – und nicht 5 Kilometer – von Saporischschja entfernt seien. Am 20. Oktober fanden in Oslo Friedensgespräche unter Beteiligung von Selenskyj, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb, dem norwegischen Premierminister Jonas Gahr Støre sowie den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner statt. Anfang Oktober hatte ein Offizier einer Brigade der Nationalgarde berichtet, das russische Kommando schicke kleine Infanteriegruppen in die Stadt, um unbemerkt eine Trikolore zu hissen und ein Video über die angebliche „Einnahme“ zu drehen.