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Selenskyj warnt vor russischem Vormarsch Richtung Dnipropetrowsk bei Abzug aus dem Donbass

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Podcast davor gewarnt, dass eine russische Übernahme von Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka der russischen Armee den Weg Richtung Pawlohrad und Dnipro sowie weitere Städte öffnen könnte. Zugleich bezeichnete er einen Waffenstillstand als den größten Kompromiss, zu dem die Ukraine bereits bereit sei, und äußerte Zweifel an der Funktionsweise von Sicherheitsgarantien. Ein ukrainischer Kommandeur erklärte, russische Truppen hätten nach der Operation „Vivaldi" ihre Frontalangriffe auf Slowjansk und Kramatorsk vorübergehend eingestellt, konzentrierten sich aber auf Dobropillja.

Das Wichtigste

  • Selenskyj: Eine Abgabe von Slowjansk und Kramatorsk an Russland könnte den Weg Richtung Pawlohrad und Dnipro öffnen.
  • Selenskyj zufolge fordert Russland den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Osten, einschließlich Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka.
  • Selenskyj warnte, ein weiterer russischer Vormarsch könne zur Eroberung einer großen Zahl ukrainischer Städte führen.
  • Zaporischschja und Mykolajiw nannte Selenskyj als weitere Ziele Russlands; auch Cherson erwähnte er in diesem Zusammenhang.
  • Selenskyj bezeichnete einen Waffenstillstand als den größten Kompromiss, zu dem die Ukraine bereits bereit ist; zur Funktionsweise von Sicherheitsgarantien äußerte er Zweifel.
  • Nach Angaben von Andrij Biletsky stellten russische Truppen nach der Operation „Vivaldi" Frontalangriffe auf Slowjansk und Kramatorsk vorübergehend ein und konzentrierten sich auf Dobropillja.
  • Russland hält laut Selenskyj rund 18–19 % des ukrainischen Territoriums besetzt.

Warum es wichtig ist

Die Warnung verbindet den unmittelbaren Frontverlauf im Donbass mit der Sicherheit der weiter westlich gelegenen Industrieregion Dnipropetrowsk. Sollte Russland die befestigten Stellungen im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk erhalten, könnte dies den Druck auf strategisch und wirtschaftlich wichtige Städte wie Krywyj Rih und Nikopol erhöhen. Gleichzeitig ordnet Selenskyj die russischen Forderungen in einen breiteren Verhandlungskontext ein, der Waffenstillstand und Sicherheitsgarantien umfasst.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in dem Podcast „Diary Of A CEO", dass Russland den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Osten verlange, namentlich aus Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka. Bei einer Übergabe dieser Städte bestehe das Risiko, dass die russische Armee weiter in Richtung Pawlohrad, Dnipro sowie andere ukrainische Städte vorrücke. Selenskyj zufolge zielt Russland zudem auf Saporischschja, Cherson und Mykolajiw ab. Er bezeichnete einen Waffenstillstand als den größten bereits gemachten Kompromiss der Ukraine und signalisierte Gesprächsbereitschaft über Sicherheitsgarantien, äußerte jedoch Zweifel an deren Funktionsmechanismus. Selenskyj wies darauf hin, dass die ukrainische Armee in dem von ihr gehaltenen Teil des Gebiets Donezk über starke Befestigungsanlagen verfüge und dass die besetzten Gebiete rund 18–19 % des ukrainischen Territoriums ausmachten. Der Kommandeur der Gruppierung „Zentrum", Andrij Biletsky, ergänzte, die russischen Streitkräfte hätten nach der Operation „Vivaldi" ihre Frontalangriffe auf Slowjansk und Kramatorsk vorübergehend eingestellt, planten jedoch deren Wiederaufnahme; als verbleibende Hauptrichtung russischer Anstrengungen nannte er Dobropillja.

Hintergrund

Die Aussagen wurden in einem Podcast-Auftritt von Selenskyj gemacht, ergänzt durch militärische Einordnung von Andrij Biletsky, Kommandeur der Gruppierung „Zentrum". Selenskyj betonte, dass der ukrainisch gehaltene Teil des Gebiets Donezk stark befestigt ist. Die besetzten Gebiete umfassen demnach rund 18–19 % der ukrainischen Fläche. In der Region Dnipropetrowsk liegen wichtige Industriezentren wie Krywyj Rih und Nikopol mit Maschinenbau und Produktionsstätten.