Dnipropetrowsk: Behörden decken mutmaßlichen Gasdiebstahl im Wert von über 65 Millionen Hrywnja auf
Ukrainische Strafverfolgungsbehörden haben in der Region Dnipropetrowsk eine organisierte Gruppe enttarnt, die aus dem staatlichen Gastransportsystem gestohlen haben soll. Insgesamt seien mehr als 3,4 Millionen Kubikmeter Erdgas im Wert von über 65 Millionen Hrywnja entwendet worden. 13 Verdächtige wurden laut SBU und Nationalpolizei in Haft genommen.
Das Wichtigste
- Organisierte Gruppe in der Region Dnipropetrowsk soll Erdgas aus dem staatlichen Gastransportsystem gestohlen haben
- Die mutmaßliche Schadensmenge übersteigt 3,4 Mio. Kubikmeter Gas im Wert von mehr als 65 Mio. Hrywnja
- Schemata lief Berichten zufolge von 2025 bis 2026
- Gaspipeline in Sloboschanske (Rajon Dnipro) soll angezapft worden sein
- Den 13 Beschuldigten drohen bis zu 12 Jahre Haft mit Vermögensentzug
- Alle Verdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft
- Ermittlungen werden vom Inlandsgeheimdienst SBU und der Nationalpolizei geführt
Warum es wichtig ist
Die Fallzahlen verdeutlichen das Ausmaß des mutmaßlichen Schadens für den Staat: über 65 Millionen Hryrywnja und 3,4 Millionen Kubikmeter Gas. Mit 13 Beschuldigten in Untersuchungshaft gilt der Fall als einer der umfangreicheren Eingriffe in die Integrität des ukrainischen Energienetzes der jüngeren Vergangenheit. Besonders brisant ist, dass Insider bei einem Regionalunternehmen der Gaswirtschaft als mutmaßliche Organisatoren benannt werden. Die mögliche Höchststrafe von zwölf Jahren sowie die Androhung der Vermögenskonfiskation durch die Ermittler signalisieren, dass die Behörden den Fall als gravierend einstufen.
Was geschehen ist
Ukrainische Ermittler haben in der Region Dnipropetrowsk eine organisierte Gruppe ausgehoben, die über einen längeren Zeitraum hinweg offenbar in großem Stil Erdgas aus dem staatlichen Gastransportsystem entwendet haben soll. Nach Angaben von SBU und Nationalpolizei wurde das Gas aus einer Hauptpipeline am Standort Sloboschanske im Rajon Dnipro abgezweigt – und zwar an einer kommerziellen Messstelle eines dortigen Unternehmens. Um den Diebstahl zu verschleiern, sollen die Beteiligten Zähler abgeschaltet und in Berichten falsche Werte angegeben haben. Im Anschluss sei das Gas mit mobilen Tankfahrzeugen zu eigenen Kompressorstationen transportiert und über angeschlossene Tankstellen gegen Bargeld weiterverkauft worden. Organisiert worden sei die Schemata laut der Ermittler vom Leiter des Gas- und Messdienstes der regionalen Direktion der staatlichen Gasgesellschaft; er habe einen ihm untergebenen Stationsleiter eingebunden. Insgesamt seien 13 Personen angezeigt worden – elf davon in Verbindung mit einem Privatunternehmen aus dem Großhandel mit Kraftstoffen. Der gestohlene Umfang wird auf über 3,4 Mio. Kubikmeter, der mutmaßliche Gesamtwert auf über 65 Mio. Hrywnja beziffert. Alle Beschuldigten befinden sich in Haft; ihnen drohen bis zu zwölf Jahre Freiheitsstrafe mit Vermögenskonfiskation.
Hintergrund
Der Vorgang reicht nach derzeitiger Darstellung der Ermittler bis in die Jahre 2025 und 2026 zurück. Kern des mutmaßlichen Vorgehens war die Manipulation an einem kommerziellen Messpunkt im Sloboschanske (Rajon Dnipro): Die Verdächtigen sollen zunächst die Messeinrichtung umgangen haben, das Gas sodann über mobile Tankfahrzeuge zu eigenen Kompressorstationen abtransportiert und anschließend über ein Netz angegliederter Tankstellen in bar weiterverkauft haben. Die ukrainischen Behörden werten den Fall als organisierten Eingriff in die Energieinfrastruktur und prüfen Verbindungen zwischen dem regionalen Gasversorger und einem im Kraftstoffgroßhandel tätigen Privatunternehmen.