Kyiver Gericht ordnet 60 Tage Haft ohne Kaution für Viktoryj Jena an
Ein Kiewer Gericht hat Viktoryj Jena, der sich am 2. Dezember als Krankenwagenfahrer ausgegeben hatte, für 60 Tage ohne Kaution in Haft genommen. Er ist einer der Beschuldigten im Verfahren wegen der Unruhen vor einem vorübergehenden Dislozierungsort der Nationalgarde in Petropawliwska Borščahiwka und der mutmaßlichen Verbreitung von Informationen über einen militärischen Standort.
Das Wichtigste
- Das Gericht nahm Viktoryj Jena am 5. November für 60 Tage ohne Kaution in Haft.
- Die Haftmaßnahme gilt bis einschließlich 3. Januar 2027.
- Jena wird vorgeworfen, die rechtmäßige Tätigkeit der Streitkräfte zu behindern und Informationen über den Standort von Militärangehörigen verbreitet zu haben.
- Er erklärte im Gericht, Zeuge und nicht Beteiligter der Ereignisse gewesen zu sein.
- Am 2. Dezember fuhr Jena mit Valentyna Moloda zum Gebäude in der Sonnenstraße in Petropawliwska Borščahiwka und gab sich als Krankenwagenfahrer aus.
- Nach dem Ausbruch von Unruhen wurden Park, Tore, Fenster und ein Bus der Nationalgarde beschädigt.
- Behauptungen über rund 40 Geiseln, Folterungen und einen Toten bestätigte die Polizei nicht.
Warum es wichtig ist
Die Haftentscheidung ist ein wesentlicher Schritt im Strafverfahren wegen der Unruhen und der angeblichen Veröffentlichung eines militärischen Standorts. Sie betrifft unmittelbar Jenas Rolle bei der Fahrt zur Anlage und seiner Darstellung als Krankenwagenfahrer. Der Fall verdeutlicht die rechtlichen Folgen unbefugter Film- und Berichterstattungstätigkeiten an Militäranlagen, die im Zuge des Konflikts beschädigt wurde.
Was geschehen ist
Am 2. Dezember fuhren Viktoryj Jena und Valentyna Moloda zum vorübergehenden Dislozierungsort eines Nationalgarden-Unterverbands in Petropawliwska Borščahiwka. Jena stellte sich als Krankenwagenfahrer und Moloda als medizinische Arbeiterin vor. Im Haus befanden sich mobilisierte_personen, die auf die Verteilung in Ausbildungseinrichtungen vorbereitet wurden, sowie vier Militärangehörige, die ihre Einheit ohne Erlaubnis verlassen hatten. Sie wurden zu ihren Einheiten zurückgebracht und in das medizinische Zentrum der Nationalgarde aufgenommen.
Nachdem im sozialen Medien unbehinderte Behauptungen über die angebliche Festsetzung von Menschen im Keller verbreitet worden waren, versammelten sich nahezu hundert Menschen vor dem Gebäude. Es kam zu Zusammenstößen; Teilnehmer zerstörten Zäune, Tore und Fenster, warfen Steine, Rauchbomben und Knallkörper sowie beschädigten einen Bus der Nationalgarde. Die Behauptungen über Geiseln, Folterungen und einen Tod bestätigte die Polizei nicht.
Die Nationalgarde nahm ein internes Verfahren auf, während das Staatsbüro für Ermittlungen, der Sicherheitsdienst und das Büro des militärischen Ombudsmanns die Untersuchung unterstützten. Moloda, Tetiana Kirieieva und Jena wurden zu Beschuldigten. Das Gericht schickte Moloda und Kirieieva am 4. November für zwei Monate ohne Kaution in Haft und entschied am 5. November über Jenas 60-tägigen Haft ohne Kaution. Die Haftmaßnahme kann innerhalb von fünf Tagen beim Kiewer Berufungsgericht angefochten werden.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung konzentriert sich auf die Haftentscheidung, die mutmaßliche Rolle der Beschuldigten und die Anklagen wegen der Behinderung militärischer Aktivitäten sowie der Verbreitung von Informationen über Truppenstandorte. Dargestellt werden auch die Schäden an der Anlage und am Fahrzeug der Nationalgarde, die Hospitalisierung von vier Militärangehörigen sowie die робуководство несколькими правоохоронними органами. Die Aussagen der Beschuldigten, sie wollten medizinische Hilfe leisten, werden mit der Version der Ermittler konfrontiert, wonach der Krankenwagenbesuch inszeniert war und die Beteiligten halfen, unbestätigte Informationen zu verbreiten.
Wo die Berichte auseinandergehen
Jena erklärt, er sei nur Zeuge der Ereignisse gewesen und habe nicht gewusst, dass das Gebäude ein militärischer Standort sei. Die Ermittler und die Staatsanwaltschaft beschreiben ihn dagegen als Beteiligten, der die Anlage filmte und Informationen über ihre Lage und Besonderheiten sammelte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft brachte er die Lage des Objekts mit einer Aufnahme fest und stellte auch die Vorbereitung des medizinischen Outfits und des Krankenwagens gemeinsam mit Moloda sicher.
Hintergrund
Am 2. Dezember kam es in Petropawliwska Borščahiwka nahe einem privaten Gebäude zu Zusammenstößen, nachdem im Internet unbehelfliche Behauptungen über die Festsetzung und Folterung von Menschen in dessen Keller verbreitet worden waren. Polizei und Nationalgarde wiesen Berichte über Geiseln oder Todesfälle zurück. Das Gebäude diente als vorübergehender Dislozierungsort für Mobilisierte und Militärangehörige, die ihre Einheiten ohne Erlaubnis verlassen hatten. Moloda und Jena gehören zu den Beschuldigten im Zusammenhang mit den Unruhen.