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SBU-Offizier nach Drohnentreffer auf Munitionsdepot bei Kyiw mit Verdacht belegt

Nach dem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) im Dorf Myla in der Oblast Kyiw am 28. August haben Ermittler einem SBU-Offizier, der für das Depot verantwortlich war, formell den Verdacht mitgeteilt. Bei der Detonation starben 35 Menschen, 21 wurden verletzt. Das Lager war in einem früheren Gemüselager untergebracht, weniger als 100 Meter von Wohnhäusern entfernt, ohne den erforderlichen Sicherheitspass.

Das Wichtigste

  • 28. August, gegen 20:10 Uhr: russische Drohnen treffen ein SBU-Munitionsdepot im Dorf Myla, Kreis Butscha, Oblast Kyiw; Kettenzündung von Artilleriemunition und Brand.
  • 35 Tote, 21 Verletzte (darunter zwei Kinder, Polizisten und Rettungskräfte); eine Person wird vermisst.
  • Das Depot befand sich in einem früheren Gemüselagerhaus, weniger als 100 Meter von Wohnbebauung entfernt, ohne erforderlichen Sicherheitspass und unter Verletzung der Regeln zu Munitionsmengen und -streuung.
  • Den Ermittlungen zufolge wurde die Anlage nicht mit den zuständigen Strafverfolgungsbehörden und Luftabwehrkräften abgestimmt; nach einer früheren Tragödie in Wyschnewe eingeleitete Räumungsarbeiten waren bis zum 28. August nicht abgeschlossen.
  • Dem für Aufbau und Betrieb des Depots verantwortlichen SBU-Offizier wurde der Verdacht nach Teil 4 Artikel 426 des ukrainischen Strafgesetzbuchs mitgeteilt (bis zu 10 Jahre Haft); das Peczerski-Bezirksgericht Kyiw ordnete Untersuchungshaft mit Alternativbürgschaft an.
  • Unter den Toten: der Leiter der Hromada Dmytriw, Taras Didytsch; nahegelegenes Altenpflegeheim erlitt die größten Zerstörungen; 191 Privathäuser und 14 Mehrfamilienhäuser beschädigt, 24 Fahrzeuge betroffen.
  • Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärte, Munition dürfe nicht in der Nähe von Wohngebieten gelagert werden; Ministerpräsident Serhij Korezkyj sprach von einer ausbleibenden Lehre aus der Tragödie von Wyschnewe.

Warum es wichtig ist

Ein ranghoher SBU-Offizier wird formal beschuldigt, ein unsicheres Munitionslager weniger als 100 Meter von Wohnhäusern eingerichtet zu haben, was zu massiven zivilen Opfern führte. Der Fall prüft die Verantwortlichkeit eines Sicherheitsdienstes im Krieg dafür, Entscheidungen, die Zivilisten gefährden. Ein Drohnentreffer konnte eine Kettenzündung großer Mengen gelagerter Artilleriemunition in einem bewohnten Gebiet auslösen – mit Folgen für die Frage nach Luftabwehr und Standortwahl militärischer Lager.

Was geschehen ist

Am Abend des 28. August (gegen 20:10 Uhr) trafen russische Drohnen ein Munitionsdepot des SBU im Dorf Myla im Kreis Butscha, Oblast Kyiw. Das Lager war in Teilen eines früheren Gemüselagers eingerichtet worden, weniger als 100 Meter von Wohnbebauung entfernt. Es verfügte von Beginn an nicht über den erforderlichen Pass und entsprach nicht den Sicherheitsanforderungen für die Lagerung von Sprengstoffen und Waffen; auch die Regeln zu Höchstmenge und Streuung der Munition wurden nicht eingehalten. Die Anlage war zudem nicht mit den zuständigen Strafverfolgungs- und Luftabwehrstrukturen abgestimmt. Nach einer früheren Explosion in Wyschnewe hatte man bereits mit der Auflösung des Depots und dem Abtransport der Munition begonnen; diese Arbeiten waren jedoch bis zum 28. August nicht abgeschlossen. Beim Einschlag entstand eine Kettenzündung, die sich auf benachbarte Objekte ausbreitete. Nach übereinstimmenden Angaben starben 35 Menschen, 21 wurden verletzt – darunter zwei Kinder, Polizisten und Rettungskräfte –, eine Person gilt als vermisst. Unter den Toten war der Leiter der Hromada Dmytriw, Taras Didytsch; ein benachbartes Altenpflegeheim erlitt die schwersten Zerstörungen. 191 Privathäuser und 14 Mehrfamilienhäuser wurden beschädigt, einzelne Gebäude vollständig zerstört, 24 Fahrzeuge – darunter Polizei- und Rettungsfahrzeuge – in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Dorf wurden 381 Menschen evakuiert, darunter 59 Kinder. Die Fernstraße M-06 Kyiw–Tschop wurde zwischen Kilometer 15 und 32 vorübergehend gesperrt. Ermittler des Staatlichen Ermittlungsbüros (DBR) teilten dem für Aufbau und Betrieb des Depots verantwortlichen SBU-Offizier den Verdacht nach Teil 4 Artikel 426 des ukrainischen Strafgesetzbuchs mit (vorsätzliche Unterlassung dienstpflichtiger Handlungen durch einen Militärdienstherrn unter Kriegsrecht mit schweren Folgen, bis zu 10 Jahre Haft). Das Peczerski-Bezirksgericht Kyiw wählte als Präventivmaßnahme Untersuchungshaft mit der Alternative einer Bürgschaft. Im Rahmen des Verfahrens wurden richterliche sprengstoff- und brandtechnische Gutachten angeordnet; die Spezialisierte Staatsanwaltschaft für Verteidigungsangelegenheiten der Zentralregion führt das Verfahren. Die Ermittlungen prüfen auch die Umstände der unzureichenden Sicherheitskontrolle und fehlender Maßnahmen zur Verstärkung des Luftschutzes der Anlage. Präsident Selenskyj und Ministerpräsident Korezkyj forderten Verantwortung für die Entscheidungen, die zur Detonation geführt hatten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung rückt die innerukrainische Verantwortlichkeit in den Mittelpunkt: den Verdacht gegen den SBU-Offizier, den Standort des Depots in Wohnnähe und die fehlende Abstimmung mit Strafverfolgungs- und Luftabwehrbehörden. Schlagzeilen betonen die Zugehörigkeit des Verdächtigen zum SBU sowie Verdacht und Festnahme. Aus ukrainischen offiziellen Stellungnahmen werden Präsident Selenskyj und Ministerpräsident Korezkyj mit Forderungen nach Verantwortung zitiert; der Generalstab der Streitkräfte erklärte die Russische Föderation zur ersten Ursache der Tragödie. Lokal besonders hervorgehoben werden der Tod des Hromada-Leiters Taras Didytsch und die Zerstörung des nahegelegenen Altenpflegeheims.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die meisten Quellen nennen 35 Tote und 21 Verletzte; eine Quelle verweist auf frühere Angaben von 38 Toten und 52 Verletzten. Die ukrainische Oblast-Verwaltung Kyiw spricht zudem von rund 300 beschädigten Objekten (über 200 davon private Wohnhäuser und 14 Mehrfamilienhäuser), während andere Berichte 14 Mehrfamilienhäuser und 191 Privathäuser anführen.

Hintergrund

Am Abend des 28. August (gegen 20:10 Uhr) trafen russische Drohnen ein SBU-Munitionsdepot, das in einem früheren Gemüselager im Dorf Myla im Kreis Butscha, Oblast Kyiw, eingerichtet worden war. Das Depot arbeitete ohne den vorgeschriebenen Sicherheitspass und widersprach mit Standort und Bestand den Sicherheitsregeln, einschließlich Höchstmengen und Streuung der Munition. Eine frühere Explosion in Wyschnewe hatte bereits den Beginn der Depot-Räumung ausgelöst; bis zum Tag des Treffers waren diese Arbeiten nicht abgeschlossen.