Berater von Kanzler Merz räumt Finanzierungslücke bei ukrainischem Verteidigungshaushalt ein
Günter Sautter, Sicherheitsberater von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat auf der YES-Konferenz in Kiew öffentlich anerkannt, dass bei der Verteidigungsfinanzierung der Ukraine eine Lücke besteht. Partner müssten die steigenden Verteidigungsausgaben der Ukraine decken, sagte Sautter – und bezeichnete die Unterstützung als nationales Interesse Deutschlands.
Das Wichtigste
- Günter Sautter ist Sicherheitsberater von Bundeskanzler Friedrich Merz.
- Sautter sprach am Samstag auf der YES-Jahreskonferenz in Kiew, organisiert von der Victor-Pinchuk-Stiftung.
- Er erklärte, Partner müssten das Wachstum der ukrainischen Verteidigungsausgaben decken.
- Sautter bezeichnete die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte als nationales Interesse Deutschlands.
- Nach seinen Angaben ist Deutschland derzeit der größte Finanzdonor der Ukraine und kumulativ über 4,5 Jahre Krieg nach den USA der zweitgrößte.
- Die EU hatte zuvor ein Hilfspaket über 90 Mrd. Euro beschlossen; beim NATO-Gipfel im Juli wurden 70 Mrd. Euro an Verteidigungshilfe zugesagt.
- Sautter warnte, ein Ende der Unterstützung – aus politischen oder finanziellen Gründen – würde für die Ukraine zu einem enormen Problem.
Warum es wichtig ist
Mit Sautters Worten hat erstmals ein hochrangiger deutscher Regierungsvertreter öffentlich eingeräumt, dass die bereits zugesagten Mittel nicht ausreichen, um die steigenden Verteidigungsausgaben der Ukraine zu decken. Da Deutschland laut seinen Angaben derzeit der größte Finanzdonor der Ukraine ist und kumulativ nach den USA an zweiter Stelle liegt, hat die Position Berlins unmittelbares Gewicht für die Frage, wie die Lücke geschlossen werden kann.
Was geschehen ist
Günter Sautter, Sicherheitsberater von Bundeskanzler Friedrich Merz, sprach am Samstag, dem 12. September 2026, auf der jährlichen YES-Konferenz in Kiew, die von der Victor-Pinchuk-Stiftung ausgerichtet wird. In einer Paneldiskussion mit Sicherheitsberatern weiterer wichtiger europäischer Volkswirtschaften erklärte Sautter, die Partner müssten das Wachstum der ukrainischen Verteidigungsausgaben abdecken. Er bezeichnete die Hilfe für die ukrainischen Streitkräfte ausdrücklich als nationales Interesse Deutschlands. Zugleich betonte er, Deutschland sei gegenwärtig der größte Finanzdonor der Ukraine und kumulativ über 4,5 Jahre Krieg nach den USA der zweitgrößte. Sautter warnte, ein Ende der Unterstützung – gleich ob aus politischen oder finanziellen Gründen – stelle für die Ukraine ein gewaltiges Problem dar. Er versicherte jedoch, die Unterstützung sei nicht halbherzig, werde nicht verschwinden und werde so lange fortgesetzt, wie nötig. Darüber hinaus räumte er ein, dass über die bereits beschlossenen Zusagen hinaus weitere Bedarfe bestünden und die Seiten an Lösungen arbeiteten.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung hebt hervor, dass das Büro des Bundeskanzlers mit Sautters Worten die Lücke im ukrainischen Verteidigungshaushalt förmlich anerkannt hat. Sie rückt zudem die Aussage in den Vordergrund, dass die Unterstützung der Ukraine im nationalen Interesse Deutschlands selbst liege, und unterstreicht die Rolle Deutschlands als derzeit größter Finanzdonor und kumulativ zweitgrößter Geber nach den USA.
Hintergrund
Die EU hatte bereits ein Hilfspaket über 90 Mrd. Euro für die Ukraine verabschiedet; beim NATO-Gipfel im Juli sagten die Partner öffentlich 70 Mrd. Euro an Verteidigungshilfe zu. Bisher hatten führende Hauptstädte nach Angaben der Autoren das Vorhandensein einer Finanzierungslücke jedoch nicht öffentlich eingeräumt. Die EU hatte erklärt, den Umfang der zusätzlichen ukrainischen Bedarfe noch nicht zu kennen, dabei aber das Bestehen eines Problems nicht bestritten. In Brüssel besteht demnach das Bestreben, zunächst die Höhe der zusätzlichen Bedarfe zu beziffern, bevor über deren Deckung gesprochen wird.