Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Polen wird Eröffnung von EU-Beitrittsclustern für die Ukraine nicht blockieren

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha in Kyjiw erklärt, Polen werde die Eröffnung von Verhandlungskapiteln im EU-Beitrittsprozess der Ukraine nicht blockieren. Er verwies auf die bisherigen Erfahrungen Polens und äußerte die Hoffnung, dass die Ukraine noch vor dem formalen Beitritt Teil des EU-Binnenmarktes werden könne.

Das Wichtigste

  • Sikorski erklärte am 13. September in Kyjiw, Polen werde die Eröffnung von Verhandlungskapiteln für die Ukraine nicht blockieren.
  • Die Äußerung fiel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha.
  • Sikorski sagte, die Beitrittsverhandlungen seien nicht einfach, analog zur eigenen Erfahrung Polens.
  • Nach Angaben Sikorskis hat die Europäische Kommission festgestellt, dass die Ukraine bereit für Beitrittsverhandlungen ist.
  • Er hofft, dass die Ukraine die Umsetzung des Assoziierungsabkommens einschließlich der DCFTA abschließt, um Teil des EU-Binnenmarktes zu werden.
  • Am 1. September hatte Ungarn die Screening-Ergebnisse für die Cluster 2 und 3 blockiert.
  • Die ukrainische Seite hält die Eröffnung von vier weiteren Verhandlungskapiteln im Herbst für realistisch.

Warum es wichtig ist

Polen nimmt damit eine mögliche Veto-Position bei der Eröffnung neuer Verhandlungskapitel im EU-Beitrittsprozess der Ukraine aus. Sikorski verknüpft den ukrainischen Weg mit der eigenen Beitrittserfahrung Polens und stellt die Sicherheit beider Länder ausdrücklich als untrennbar dar — ein Signal für anhaltende politische Unterstützung angesichts russischer Angriffe nahe der polnischen Grenze.

Was geschehen ist

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha in Kyjiw erklärte der polnische Außenminister Radosław Sikorski am 13. September, Polen werde die Eröffnung von Verhandlungskapiteln für den EU-Beitritt der Ukraine nicht blockieren. Er verwies darauf, dass die Verhandlungen nicht einfach sein würden, und verglich sie mit der eigenen Beitrittserfahrung Polens. Gleichzeitig stellte er fest, dass die Europäische Kommission die Ukraine bereits als beitrittsreif einschätze. Sikorski brachte zudem die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Ukraine die Umsetzung des Assoziierungsabkommens einschließlich der Deep and Comprehensive Free Trade Area (DCFTA) abschließen möge; dies könnte eine Teilnahme am EU-Binnenmarkt noch vor dem formellen Beitritt ermöglichen. In sicherheitspolitischer Hinsicht sagte er, russischer Terrorismus habe Europa bereits betreten, und verwies auf Bombardierungen wenige hundert Meter von der polnischen Grenze. Er bezeichnete die Sicherheit beider Länder als untrennbar miteinander verbunden.

Hintergrund

Am 1. September hatte Ungarn die Screening-Ergebnisse für die Cluster 2 und 3 blockiert und legislative Schritte der Ukraine zugunsten der ungarischen Minderheit gefordert. Die ukrainische Regierung hält es für realistisch, im Herbst vier weitere Verhandlungskapitel zu eröffnen.