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Russischer Angriff auf Pharma-Großhändler BadM in Odessa – vierter Treffer seit Anfang September

In der Nacht zum 14. September haben russische Streitkräfte ein Lager des Arzneimittelgroßhändlers BadM im Chadschibej-Bezirk von Odessa getroffen. Das Gebäude erlitt erhebliche Schäden, eine Feuer brach aus, das von Rettungskräften des Staatlichen Notdienstes (SES) gelöscht wird. Nach vorläufigen Angaben gab es keine Verletzten. Es ist bereits der vierte russische Angriff auf ein pharmazeutisches Lager in der Ukraine seit Anfang September.

Das Wichtigste

  • BadM ist einer der größten Arzneimitteldistributoren der Ukraine; im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 5,7 % auf 72,2 Mrd. Hrywnja.
  • Am 3. September wurde der 45.000 m² große Logistikkomplex Biokon im Rajon Boryspil (Gebiet Kyjiw) beschädigt – laut Schätzungen beläuft sich der Schaden auf Milliarden Hrywnja. Dort wurden u. a. importierte Medikamente von Pfizer, Novartis, Roche und Teva sowie humanitäre Hilfsgüter gelagert.
  • Am 3. September traf ein russischer Angriff das Lager der internationalen Pharmafirma Teva Ukraine im Gebiet Kyjiw – es wurde dabei zweimal getroffen.
  • Am 12.–13. September wurde der Komplex Universal Logistic im Rajon Boryspil, das zweitgrößte Pharmalager der Ukraine, beschädigt.
  • Die Apotheken-Fachvereinigung der Ukraine warnt vor sinkenden Medikamentenvorräten und empfiehlt Patientinnen und Patienten mit Dauermedikation, einen Vorrat für 2–3 Monate anzulegen.
  • BadM wird laut Berichten von den Dnipro-Geschäftsleuten Oleksandr Dytyatkovsky und Oleksandr Sukhodolsky kontrolliert.

Warum es wichtig ist

BadM zählt zu den größten Arzneimitteldistributoren der Ukraine – ein Treffer dieses Lagers gefährdet die Versorgung mit Medikamenten im Land. Der Angriff ist der vierte bekannte russische Schlag gegen ein pharmazeutisches Lager seit Anfang September, zusammen mit Biokon, Teva Ukraine und Universal Logistic. Die Branche spricht bereits von einem Muster gezielter Angriffe auf die Pharmalogistik, und die Apotheken-Fachvereinigung der Ukraine rät der Bevölkerung wegen schrumpfender Vorräte, Medikamente für mehrere Monate zu bevorraten.

Was geschehen ist

In der Nacht zum Montag, 14. September, schlugen russische Streitkräfte das Lager des Pharmadistributors BadM im Chadschibej-Bezirk von Odessa. Auf dem Gelände brach ein Feuer aus, das von Rettungskräften des Staatlichen Notdienstes (SES) bekämpft wird. Die Räumlichkeiten des Lagers erlitten laut vorläufigen Informationen erhebliche Schäden; Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. In derselben Nacht griffen russische Streitkräfte in größerem Umfang zivile Infrastruktur im Gebiet Odessa an, darunter Wohngebäude, Logistikeinrichtungen sowie Hafen- und Verkehrsinfrastruktur. Der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Odessa, Oleh Kiper, berichtete von Schäden an Dächern, Fassaden und Verglasungen privater Häuser sowie an Dutzenden Garagen und Autos. Der Angriff auf BadM ist bereits der vierte russische Treffer eines pharmazeutischen Lagers in der Ukraine seit Beginn des Septembers: Am 3. September wurden der Biokon-Logistikkomplex im Rajon Boryspil (Gebiet Kyjiw) beschädigt und das Lager von Teva Ukraine zweimal getroffen; am 12.–13. September folgte ein Angriff auf den Universal-Logistic-Komplex im Rajon Boryspil. Vor diesem Hintergrund warnte die Apotheken-Fachvereinigung der Ukraine vor einer Reduzierung der Medikamentenbestände in den Apothekenlagern und empfahl Patientinnen und Patienten mit Dauermedikation, einen Vorrat für zwei bis drei Monate anzulegen.

Hintergrund

Bereits im Oktober des Vorjahres hatte ein russischer Angriff auf das Lager des Pharmadistributors Optima-Pharm 20 % des monatlichen Medikamentenvorrats der Ukraine vernichtet. In der Folge wurden im September dieses Jahres mit Biokon, Teva Ukraine und Universal Logistic drei weitere große Pharmalager getroffen, bevor in der Nacht zum 14. September BadM in Odessa hinzukam.