Russische Drohnenangriffe auf Saporischschja treffen Wohnhäuser, Einkaufszentrum und Universität
In der Nacht zum 21. September hat Russland Saporischschja mit einer massiven Drohnenattacke überzogen. Zwei neunstöckige Wohnhäuser, ein Einkaufszentrum und der historische dritte Lehrgebäudekomplex der Nationalen Universität Saporischschja wurden getroffen und gerieten in Brand. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden mehrere Zivilisten verletzt; die endgültige Opferzahl wurde am Morgen noch präzisiert.
Das Wichtigste
- Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum 21. September Drohnenangriffe auf Saporischschja geflogen.
- Zwei neunstöckige Wohnhäuser, ein Einkaufszentrum und der 1902 errichtete dritte Lehrgebäudekomplex der Nationalen Universität Saporischschja (ZNU) wurden getroffen, Brände brachen aus.
- Die meisten ukrainischen Quellen berichten fünf Verletzte (drei Männer, zwei Frauen); anfangs war von einem Verletzten die Rede, einzelne spätere Berichte nennen sechs Opfer.
- Rettungskräfte retteten fünf Menschen und evakuierten 14 weitere von den Einsatzstellen.
- Der Angriff war Teil einer breiteren nächtlichen Welle von 172 Angriffsdrohnen (Schahed inklusive 64 reaktive Typen), laut Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte.
- Direkte Treffer wurden an 14 Orten registriert, abgeschossene Drohnen und Trümmer fielen an vier weiteren Orten nieder.
- Berichtet wurde der Angriff vom Ko-Vorsitzenden des Verteidigungsrats der Oblast Saporischschja, Iwan Fedorow, sowie vom amtierenden Leiter der OWA, Mychajlo Semikin.
Warum es wichtig ist
Ein einzelner nächtlicher Angriff traf mehrere zivile Ziele in einer Großstadt – Wohnblocks, ein Einkaufszentrum und ein Universitätsgebäude. Dass mit dem 1902 errichteten Lehrgebäude der Nationalen Universität Saporischschja ein gelistetes architektonisches Denkmal getroffen wurde, unterstreicht den kulturellen Verlust. Der Angriff war Teil einer landesweiten Drohnenwelle mit 172 gestarteten Drohnen und direkten Treffern an 14 Orten und reiht sich in das Muster fortlaufender russischer Angriffe auf ukrainische zivile Infrastruktur ein.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 21. September flogen russische Streitkräfte einen massiven Drohnenangriff auf Saporischschja. Dabei wurden zwei neunstöckige Wohnhäuser, ein Einkaufszentrum und der historische dritte Lehrgebäudekomplex der Nationalen Universität Saporischschja im Stadtteil Oleksandriwskyj getroffen. An allen drei Orten brachen Brände aus. Iwan Fedorow, Ko-Vorsitzender des Verteidigungsrats der Oblast Saporischschja, und der amtierende Leiter der Oblast-Militärverwaltung, Mychajlo Semikin, informierten am Morgen über die Lage. Semikin bezifferte die Zahl der Verletzten mit fünf – drei Männern und zwei Frauen; vier wurden demnach in einem der Wohnhäuser verletzt, eine weitere Person in einem anderen Gebäude. Rettungskräfte bargen fünf Menschen und evakuierten 14 weitere aus den betroffenen Gebäuden. Der Angriff war Teil einer breiteren nächtlichen Drohnenwelle, in deren Verlauf Russland nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte 172 Angriffsdrohnen gegen die Ukraine einsetzte, darunter 64 reaktive Schahed-Drohnen sowie Gerbera-, Parodia-Attrappen und Banderole/Dan-T-Munition. Direkte Treffer wurden an 14 Orten registriert, abgeschossene Drohnen und herabfallende Trümmer an vier weiteren. Am Morgen des 21. September liefen die Löscharbeiten noch.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die Berichterstattung konzentriert sich auf die lokalen Folgen in Saporischschja – Opfer unter der Zivilbevölkerung, Schäden an Wohnhäusern, einem Einkaufszentrum und dem 1902 errichteten historischen Universitätsgebäude. Als Quellen treten die offiziellen ukrainischen Stellen auf: Iwan Fedorow als Ko-Vorsitzender des Verteidigungsrats der Oblast und Mychajlo Semikin als amtierender Leiter der Oblast-Militärverwaltung sowie der Staatliche Notdienst (DSNS). Die Berichte ordnen den Angriff in das Muster fortlaufender russischer Drohnenschläge auf ukrainische Städte und zivile Infrastruktur ein.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Angaben zur Zahl der Verletzten bei dem Angriff vom 21. September gehen auseinander: Die meisten Quellen berichten fünf Verletzte (drei Männer, zwei Frauen) nach Angaben des amtierenden OWA-Leiters Mychajlo Semikin. Erste Meldungen sprachen zunächst von einem Verletzten; mindestens zwei spätere Berichte nennen sechs Opfer. Der Name des amtierenden OWA-Leiters wird in den Quellen unterschiedlich geschrieben: Mykhailo Semikin, Mykhailo Semenikin, Sykhailo Semikin oder Семенікін.
Hintergrund
In den 24 Stunden vor dem nächtlichen Angriff auf Saporischschja hatten russische Streitkräfte nach ukrainischen Angaben 55 Ortschaften in der Oblast Saporischschja 928-mal beschossen; dabei wurde eine Person getötet und drei weitere verletzt. Russische Streitkräfte greifen ukrainische Städte und zivile Infrastruktur regelmäßig mit Angriffsdrohnen, Raketen, KABs und Mehrfachraketenwerfern an – ein Vorgehen, das ukrainische Behörden und internationale Organisationen als gezielte Anwendung gegen Zivilisten einordnen. Die russische Führung weist das zurück. In derselben Zeitperiode wurde bei einem russischen Drohnenangriff auf Sumy in der Nähe eines Wohnhauses eine Frau getötet und ein Mann verletzt; die Stadt wurde zudem mit Luftangriffen beschossen, die eine Bildungseinrichtung beschädigten.