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Russische Drohnenangriffe auf Saporischschja treffen Universität und Einkaufszentrum

In der Nacht zum 21. September 2026 hat Russland die Stadt Saporischschja mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. Zwei neunstöckige Wohnhäuser, das Einkaufszentrum Intrade am Sobornyj-Avenue sowie drei Gebäude der Nationalen Universität Saporischschja (ZNU) wurden getroffen. Das unter Denkmalschutz stehende dritte Lehrgebäude der ZNU von 1902 erhielt einen direkten Treffer und brannte großflächig aus. Bei dem Angriff wurden mehrere Zivilisten verletzt.

Das Wichtigste

  • Russische Drohnen griffen Saporischschja in der Nacht zum 21. September an.
  • Zwei neunstöckige Wohnhäuser gerieten in Brand; 38 Wohnungen wurden als unbewohnbar erklärt.
  • Der Intrade-Shopping-Mall am Sobornyj-Avenue (3.250 m², zweistöckig) wurde zerstört.
  • Direkter Treffer auf das 1902 errichtete Gebäude Nr. 3 der Nationalen Universität Saporischschja – ein architektonisches Denkmal – das großflächig ausbrannte; Gebäude Nr. 4 und 5 wurden durch die Druckwelle beschädigt.
  • Anfangs wurde ein Verletzter gemeldet; die Zahl stieg später auf fünf (drei Männer, zwei Frauen), einige spätere Berichte nennen sechs Verletzte.
  • Rettungskräfte retteten fünf Menschen und evakuierten 14 weitere; 348 Bewohner meldeten Sachschäden an.
  • Der Angriff war Teil einer landesweiten Drohnennacht mit 172 Angriffsdrohnen; an 14 Orten in der Ukraine wurden Einschläge registriert.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf mit dem dritten Lehrgebäude der Nationalen Universität Saporischschja ein Bauwerk, das als architektonisches Denkmal von Anfang des 20. Jahrhundert unter Schutz steht und seit 1987 die Biologische Fakultät der Universität beherbergte. Der Verlust eines Teils dieses historischen Gebäudes sowie die Zerstörung des Intrade-Einkaufszentrums im Stadtzentrum verdeutlichen die direkten Auswirkungen auf kulturelles Erbe und zivile Infrastruktur. Eingebettet in eine landesweite Drohnennacht mit 172 Angriffsdrohnen verweist der Vorfall auf das anhaltende Ausmaß russischer Luftangriffe auf ukrainische Städte.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 21. September 2026 führte Russland einen massiven Drohnenangriff auf Saporischschja durch. Nach Angaben des Ko-Vorsitzenden des Verteidigungsrats des Gebiets, Iwan Fjedorow, und des amtierenden Leiters der Gebiets-Militärverwaltung, Mychajlo Semikin, wurden zwei neunstöckige Wohnhäuser, das Einkaufszentrum Intrade am Sobornyj-Avenue und drei Gebäude der Nationalen Universität Saporischschja (ZNU) getroffen. Das dritte Lehrgebäude der ZNU – errichtet 1902–1903 als Oleksandriwsker Frauengymnasium und heute Biologische Fakultät der Universität – erhielt einen direkten Treffer; ein Großteil des Gebäudes brannte aus (Brandfläche 2.400 m²). In den Gebäuden Nr. 4 und 5 zerstörte die Druckwelle zahlreiche Fenster. Anfangs wurde ein Verletzter gemeldet; die Zahl stieg später nach Angaben Semikins auf fünf (drei Männer und zwei Frauen, davon vier in einem Wohnhaus und einer in einem anderen). Einige spätere Berichte und eine Aktualisierung der OVA nennen sechs Verletzte. Rettungskräfte retteten fünf Menschen und evakuierten 14 weitere. In der Oblast Saporischschja wurden 38 Wohnungen in zwei schwer beschädigten Häusern für unbewohnbar erklärt; 348 Bewohner meldeten Sachschäden an, mehr als 280 erhielten Beratung zum Programm „eWiederherstellung". Der Angriff war Teil einer landesweiten russischen Drohnennacht mit 172 Angriffsdrohnen (Shahed, darunter 64 reaktive), Gerbera-Drohnen, Parodija-Drohnen und Banderole/Dan-T-Munition; nach Luftwaffenangaben wurden 147 Drohnen und eine Munition neutralisiert, Einschläge an 14 Orten registriert. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe in der Nacht auch neun weitere Regionen der Ukraine getroffen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien rücken die Schäden an der Nationalen Universität Saporischschja und den Denkmalstatus des 1902 errichteten Gebäudes Nr. 3 in den Vordergrund. Sie benennen lokale und nationale Amtsträger – Iwan Fjedorow, den amtierenden OVA-Leiter Mychajlo Semikin und den stellvertretenden Bildungsminister Denys Kurbatow – als zentrale Quellen. Der Angriff wird in den Kontext einer landesweiten Drohnennacht mit 172 Angriffsdrohnen gestellt, mit weiteren Treffern in Kiew, der Oblast Kiew und Sumy. Ukrainische Berichte stufen die Angriffe auf zivile und Bildungsinfrastruktur wiederholt als vorsätzlich begangene Kriegsverbrechen ein.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Der einzige US-amerikanische Beitrag im Quellenbestand ordnet den Angriff auf Saporischschja als russische Reaktion auf einen vorangegangenen großangelegten ukrainischen Drohnenangriff ein und bettet ihn in ein "wie-du-mir-so-ich-dir"-Narrative ein. Im Mittelpunkt stehen die Gesamtzahl der Verletzten und die Kombination aus Universität, Wohnblocks und Einkaufszentrum; die architekturgeschichtliche Bedeutung des Universitätsgebäudes wird nicht vertieft. Zudem enthält der Beitrag die Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums, wonach 244 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und dem Schwarzen Meer abgeschossen worden seien – ein russisches militärisches Framing, das in ukrainischen Quellen fehlt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen bei der Zahl der Verletzten voneinander ab: Die meisten Berichte sowie der amtierende OVA-Leiter Mychajlo Semikin nennen fünf Verletzte (drei Männer, zwei Frauen), während mehrere spätere Berichte und eine spätere OVA-Aktualisierung von sechs Verletzten sprechen. Darüber hinaus unterscheiden sich die Quellen bei der Person, die die erste Verletztenmeldung veröffentlichte: Die Mehrheit nennt Mychajlo Semikin als amtierenden OVA-Leiter, ein einzelner Fakt im Eingangsmaterial benennt hingegen Oleksandr Kornenko als den OVA-Leiter, der die erste Opferzahl meldete.

Hintergrund

Das Gebäude Nr. 3 der ZNU wurde 1902–1903 als Oleksandriwska Frauengymnasium errichtet und beherbergte zum Zeitpunkt des Angriffs die Biologische Fakultät der Universität. Der Intrade-Shopping-Mall am Sobornyj-Avenue war ein zweistöckiges Geschäftshaus von 3.250 m² mit Filialen von Foxtrot, Comfy, Roshen und Vyna switu. Nach Angaben des stellvertretenden Bildungsministers Denys Kurbatow wurde im selben nächtlichen russischen Drohnenangriff auch die Staatliche Universität Sumy getroffen, ohne dass dort Opfer gemeldet wurden.