Russischer Drohnenangriff auf deutsches Kromberg-&-Schubert-Werk bei Schytomyr
Am 22. September hat die russische Armee ein Werk mit ausländischen Investitionen in der Gemeinde Schytomyr (Oblast Schytomyr) mit einer reaktiven Drohne angegriffen. Laut lokalen Behörden handelte es sich um das deutsche Kabelwerk Kromberg & Schubert, das bereits am 9. August schwer beschädigt worden war. Nach dem Angriff brach ein Großbrand aus; Angaben zu Verletzten sind widersprüchlich.
Das Wichtigste
- Angriff erfolgte am 22. September tagsüber mit einer reaktiven Drohne (Typ Shahed)
- Betroffen war das Werk Kromberg & Schubert in Schytomyr, 100 % in deutscher Hand
- Der Angriff löste einen Großbrand aus, dessen schwarze Rauchsäule über der Stadt sichtbar war
- Rettungs- und Aufräumarbeiten zogen sich bis in den Abend und die Nacht hin; das Feuer wurde gelöscht, beschädigte Metallkonstruktionen wurden demontiert
- Freiwillige des Roten Kreuzes waren an den Folgemaßnahmen beteiligt
- Das Werk war bereits am 9. August durch einen russischen Angriff stark beschädigt worden; der Betrieb wurde auf unbestimmte Zeit ausgesetzt
- Kromberg & Schubert beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter und beliefert Audi, BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz, Škoda und Porsche
Warum es wichtig ist
Bei dem Ziel handelt es sich um ein vollständig in deutschem Besitz befindliches Werk und einen der größten Arbeitgeber im Oblast Schytomyr mit rund 3.500 Beschäftigten. Das Werk stellt Kabelsysteme für Audi, BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz, Škoda und Porsche her – der Angriff hat damit unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung über die Ukraine hinaus. Dasselbe Werk wurde bereits am 9. August schwer beschädigt; die erneute Attacke auf dieselbe Anlage unterstreicht die gezielte Natur dieser Schläge gegen industrielle Investitionen aus dem Ausland.
Was geschehen ist
Am 22. September griff die russische Armee tagsüber mit einer reaktiven Drohne ein Werk mit ausländischen Investitionen in der Gemeinde Schytomyr an. Nach Angaben der Militärverwaltung des Oblasts handelte es sich um das deutsche Werk Kromberg & Schubert. Der Leiter der Oblast-Militärverwaltung, Vitalij Bunetchko, meldete den Angriff über Facebook. Durch den Einschlag entstand ein Großbrand; über der Stadt war eine schwarze Rauchsäule sichtbar. Rettungskräfte sowie Spezialisten arbeiteten bis in den Abend und die Nacht an der Brandbekämpfung und Beseitigung der Schäden; das Feuer wurde gelöscht, beschädigte Metallkonstruktionen wurden demontiert. Auch Freiwillige des Roten Kreuzes waren im Einsatz. Bereits am 9. August war das Werk durch einen russischen Angriff erheblich beschädigt worden, woraufhin der Betrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde. Am Morgen desselben 22. September hatte zudem eine russische Drohne ein Verkehrsinfrastrukturobjekt im Oblast Schytomyr getroffen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen widersprechen sich bei der Zahl der Verletzten durch den Angriff vom 22. September: Mehrere Quellen und die offiziellen Angaben der Oblast-Militärverwaltung berichten, es habe keine Toten oder Verletzten gegeben. Eine Quelle meldet hingegen zwei Verletzte.
Hintergrund
Kromberg & Schubert ist in der Ukraine seit 2015–2016 tätig und Teil einer internationalen Unternehmensgruppe, die seit 1902 besteht und weltweit über 50.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk in Schytomyr stellt Kabelsysteme für die Automobilindustrie her und ist mit rund 3.500 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber des Oblasts. Bereits am 9. August hatte ein russischer Angriff schwere Schäden verursacht und den Betrieb auf unbestimmte Zeit stillgelegt. Am Morgen desselben 22. September hatte eine russische Drohne bereits ein Verkehrsinfrastrukturobjekt im Oblast Schytomyr getroffen. Am 21. September hatten russische Kräfte zweimal Tankstellen an der M-06 (Kyjiw–Chop) bei Swjahel angegriffen, darunter eine WOG-Tankstelle. Am 17. September war zudem ein Industriepark im Rajon Korosten attackiert worden, wobei zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden waren.