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Russischer Drohnenangriff auf deutsches Werk Kromberg & Schubert in Schytomyr

Am 22. September hat die russische Armee das deutschgeführte Werk Kromberg & Schubert in der Gemeinde Schytomyr mit einer Shahed-Kamikazedrohne angegriffen. Dabei brach ein Großbrand aus, es gab jedoch keine Verletzten. Es ist bereits der zweite Angriff auf das Werk innerhalb weniger Wochen.

Das Wichtigste

  • 22. September: Russische Kräfte griffen das deutschgeführte Werk Kromberg & Schubert in der Gemeinde Schytomyr mit einer Shahed-Kamikazedrohne an.
  • Durch den Einschlag entstand ein Großbrand mit einer schwarzen Rauchsäule über der Stadt; es gab keine Verletzten.
  • Das Werk ist zu 100 Prozent in deutscher Hand, beschäftigt rund 3.500 Menschen und produziert Kabelstränge für Audi, BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz, Skoda und Porsche.
  • Bereits am 9. August wurde das Werk schwer beschädigt; der Betrieb ruht seitdem auf unbestimmte Zeit.
  • Es war der zweite Drohnenangriff auf das Gebiet Schytomyr an diesem Tag; am Morgen hatte eine Drohne eine Verkehrsinfrastruktureinrichtung getroffen.
  • Am 21. September hatte die russische Armee zwei Tankstellen an der M-06 nahe Swjahel getroffen, am 17. September einen Industriepark im Rajon Korosten, wobei zwei Menschen getötet und zwei verletzt wurden.

Warum es wichtig ist

Der Angriff auf Kromberg & Schubert ist bereits der zweite Treffer innerhalb weniger Wochen auf denselben Standort eines internationalen Großunternehmens. Das Werk ist einer der größten Arbeitgeber im Gebiet Schytomyr und als reines deutsches Kapital direkt in die Lieferketten großer deutscher Automobilhersteller eingebunden. Der Vorfall reiht sich in eine ganze Serie russischer Drohnenschläge im Gebiet Schytomyr binnen weniger Tage ein, die auch zivile Infrastruktur wie Tankstellen und Verkehrseinrichtungen betraf.

Was geschehen ist

Am 22. September tagsüber griff die russische Armee nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung des Gebiets Schytomyr, Vitalij Bunechko, ein Unternehmen mit ausländischen Investitionen in der Gemeinde Schytomyr mit einer reaktiven Drohne vom Typ Shahed an. Durch den Einschlag entstand ein Großbrand, über der Stadt war eine schwarze Rauchsäule sichtbar. Rettungsdienste und Spezialisten waren im Einsatz, um die Folgen zu beseitigen und die Schäden zu dokumentieren. Nach Angaben der Behörden gab es keine Verletzten. Lokale Kanäle identifizierten das Ziel als das Werk Kromberg & Schubert, einen zu 100 Prozent in deutschem Besitz befindlichen Hersteller von Kabelsträngen für die Automobilindustrie, der rund 3.500 Menschen beschäftigt und bereits am 9. August schwer beschädigt worden war.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle sechs vorliegenden Quellen sind ukrainische Medien und geben die offizielle Darstellung der Gebietsverwaltung Schytomyr wieder. Sie betonen den Status des Ziels als Unternehmen mit ausländischen, konkret deutschem Kapital und rahmen den Angriff als Schlag gegen internationale Wirtschaftsinteressen und einen der größten Arbeitgeber der Region. Einige Schlagzeilen stellen den Aspekt der ausländischen Investitionen in den Vordergrund, andere das Bild der Rauchsäule über der Stadt. Übereinstimmend wird die Wiederholung des Angriffs auf ein bereits im August getroffenes Werk hervorgehoben und in den Kontext einer breiteren Drohnenkampagne russischer Streitkräfte im Gebiet Schytomyr gestellt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen sind sich nicht vollständig einig, ob es sich bei dem angegriffenen Unternehmen tatsächlich um Kromberg & Schubert handelt. Einige Berichte und lokale Kanäle identifizieren das Werk namentlich, während andere, darunter Bunetchkos erste Mitteilung, nur allgemein von einem Unternehmen mit ausländischen Investitionen sprechen und die Identifizierung als Kromberg & Schubert als wahrscheinlich oder von lokalen Kanälen gemeldet einstufen.

Hintergrund

Kromberg & Schubert ist eine internationale Unternehmensgruppe, gegründet 1902, mit über 50.000 Mitarbeitern und mehr als 40 Produktionsstandorten weltweit. Das Werk in Schytomyr besteht seit 2015–2016 und ist vollständig in deutscher Hand; ein zweites ukrainisches Werk betreibt die Gruppe in Luzk. Bei einem russischen Angriff am 9. August wurden die Produktionskapazitäten und die Infrastruktur des Standorts erheblich beschädigt, woraufhin der Betrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde. Der 22. September markierte den zweiten Drohnenangriff russischer Streitkräfte auf das Gebiet Schytomyr an diesem Tag; am Morgen war bereits eine Verkehrsinfrastruktureinrichtung getroffen worden. Am Vortag (21. September) hatten russische Kräfte Tankstellen an der M-06 nahe Swjahel angegriffen, und am 17. September hatte ein Angriff auf einen Industriepark im Rajon Korosten zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt.