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Ukrainische Drohnen zeigen mutmaßliche Zwangsumsiedlung von Zivilisten durch Gasleitung bei Kupjansk

Aufklärungsdrohnen des 2. Korps der Nationalgarde „Chartija" haben nach eigenen Angaben am 27. September russische Soldaten gefilmt, die Zivilisten — darunter Kinder, ältere Menschen und eine Person an Krücken — durch die Gasleitung „Schebelynka — Ostrohosk" aus der Gemeinde Kupjansk in der Oblast Charkiw getrieben haben. Demnach mussten die Betroffenen über zehn Kilometer in der Leitung zurücklegen, deren Ausgang in einem Wald auf besetztes Gebiet liegt. Ukrainische Soldaten eröffneten das Feuer nicht, weil Zivilisten anwesend waren; die Aufnahmen werden für eine Kriegsverbrechenuntersuchung dokumentiert.

Das Wichtigste

  • Vorfall am 27. September vom 2. Korps der Nationalgarde „Chartija" per Aufklärungsdrohne dokumentiert
  • Zivilisten wurden aus Kupjansk über das Dorf Holubiwka zur Gasleitung „Schebelynka — Ostrohosk" geführt
  • Laut „Chartija" waren Kinder, ältere Menschen und eine Person an Krücken unter den Betroffenen
  • Die Strecke in der Gasleitung wird mit mehr als zehn Kilometern angegeben
  • Ukrainische Kräfte eröffneten kein Feuer, da Zivilisten anwesend waren
  • Das Material wird für eine Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen gesichert

Warum es wichtig ist

Der Vorgang wirft schwerwiegende Vorwürfe einer Zwangsumsiedlung von Kindern und älteren Menschen durch eine Gasleitung Richtung besetztes Gebiet auf — Praktiken, die „Chartija" als Verstöße gegen das internationale Recht einstuft. Da dieselbe Pipeline russischen Quellen zufolge zugleich zur verdeckten Verlegung von Sturmtruppen nach Kupjansk genutzt wird, verdeutlicht der Vorfall die Doppelrolle der Infrastruktur als militärischer und als Mittel der Zwangsumsiedlung. Dass ukrainische Einheiten den Anblick der Gruppe in Kauf nahmen, um Zivilisten nicht zu gefährden, unterstreicht zudem die ethische Belastung der Verteidiger.

Was geschehen ist

Am 27. September zeichneten Drohnen des 2. Korps der Nationalgarde „Chartija" nach eigenen Angaben auf, wie russisches Militärpersonal Zivilisten aus der Gemeinde Kupjansk in der Oblast Charkiw durch die Gasleitung „Schebelynka — Ostrohosk" führte. Die Aufnahmen zeigen demnach mehrere Personen, darunter Kinder, ältere Menschen und eine Person an Krücken. Die Betroffenen wurden aus Kupjansk über das Dorf Holubiwka zum Eingang der Pipeline gebracht und mussten dort mehr als zehn Kilometer im Inneren der Leitung zurücklegen. Der Ausgang der Pipeline liegt laut „Chartija" in einem Wald, von wo aus die Personen voraussichtlich in besetztes Gebiet gebracht würden. Russische Kräfte filmten die Gruppe während des gesamten Weges durch die Leitung. Ukrainische Soldaten sahen die Gruppe, eröffneten jedoch nicht das Feuer, da Zivilisten anwesend waren. Das ukrainische Militär sicherte das Material und kündigte an, es für eine Kriegsverbrechenuntersuchung zu übergeben. „Chartija" warnte zudem, das Filmmaterial könne bald in russischen Medien als „Evakuierung" oder „Rettung von Zivilisten" mit Interviews pro-russischer Ortsansässiger veröffentlicht werden.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die verfügbaren Faktenangaben widersprechen sich bei der Zahl der durch die Pipeline getriebenen Zivilisten: Eine Angabe nennt neun Personen — darunter Kinder, ältere Menschen und eine Person an Krücken —, während die Ereigniszusammenfassung elf Personen anführt.

Hintergrund

Bereits im März 2025 wurde berichtet, dass russische Sturmtruppen durch die Gasleitung „Urengoy — Pomary — Uschhorod" in Richtung der Stadt Sudscha in der Oblast Kursk vorgedrungen seien; ukrainische Fallschirmjäger unter dem Offizier Myroslav Hai sollen den Ausgang der Pipeline daraufhin zum Einsturz gebracht haben. Im September 2025 meldete das 429. selbständige Regiment für unbemannte Systeme „Achilles", dass die Besatzer über eine unterirdische Gasleitung bis an die nördlichen Randgebiete von Kupjansk gelangt seien; ukrainische Kräfte beschädigten die Leitung zunächst und gaben im Dezember 2025 an, sie zerstört zu haben.