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Erdogan fordert Putin per Telefon zu sicheren Seefahrten im Schwarzen Meer auf

Am 7. Oktober führte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Erdogan betonte die Notwendigkeit sicherer Seefahrt im Schwarzen Meer und erklärte, die Türkei sei bereit, zur Herstellung direkter Kontakte zwischen Russland und der Ukraine beizutragen. Das Gespräch folgt auf Drohnenangriffe auf zivile Frachtschiffe in den Gewässern Bulgariens und Rumäniens am 5. und 6. Oktober, bei denen mehrere Besatzungsmitglieder getötet wurden.

Das Wichtigste

  • Erdogan und Putin führten am 7. Oktober ein Telefongespräch; die türkische Präsidialkanzlei kündigte es über X an.
  • Erdogan unterstrich die Bedeutung sicherer Seefahrt im Schwarzen Meer und bot türkische Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine an.
  • Am 6. Oktober wurden in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens die Frachter ALFA WATAN (Flagge Togos) und ABLE (Flagge Palaus) durch Drohnen angegriffen.
  • ALFA WATAN sank, ABLE geriet in Brand; nach Angaben des rumänischen Innenministeriums starben zwei Menschen.
  • Beide am 6. Oktober getroffenen Schiffe gehören türkischen Unternehmen.
  • Am 5. Oktober wurde das Schiff Royad Mammadov nahe der rumänischen Gasplattform Pescăruș von Drohnen getroffen; der Kapitän starb, 11 Besatzungsmitglieder wurden gerettet.
  • Die EU verurteilt die russischen Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer und stellt Rumänien und Bulgarien auf deren Wunsch Satellitenbilder der Seegebiete zur Verfügung.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe die Angriffe vom 6. Oktober ausgeführt; die ukrainische Marine habe bulgarische Kollegen kontaktiert.
  • Die Türkei hatte zuvor Russland und der Ukraine Vorschläge zur Eindämmung der Feindseligkeiten im Schwarzen Meer übermittelt.

Warum es wichtig ist

Der Anruf eines NATO-Staatspräsidenten beim Kreml nach tödlichen Angriffen auf zivile Frachtschiffe in Gewässern zweier NATO-Anrainer hebt das Risiko einer weiteren Eskalation im westlichen Schwarzen Meer hervor. Drei Besatzungsmitglieder kamen innerhalb von zwei Tagen ums Leben, was die wirtschaftlichen und humanitären Folgen des Konflikts auf neutrale Schifffahrtsrouten ausweitet. Da alle drei betroffenen Schiffe türkische Eigentümer hatten, hat die Türkei ein unmittelbares materielles Interesse und eine diplomatische Öffnung zur Vermittlung. Die EU hat die Angriffe als inakzeptabel verurteilt und Satellitenbilder für Rumänien und Bulgarien bereitgestellt, was auf eine mögliche Verschärfung der westlichen Reaktion hindeutet.

Was geschehen ist

Am 7. Oktober führte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, das die türkische Präsidialkanzlei über die Plattform X bekannt gab. Die beiden Staatschefs erörterten bilaterale Beziehungen sowie regionale und globale Fragen. Erdogan hob laut der Mitteilung die Bedeutung sicherer Seefahrt im Schwarzen Meer hervor und erklärte, die Türkei sei stets bereit, zur Herstellung direkter Kontakte zwischen Russland und der Ukraine beizutragen.

Das Gespräch folgte auf zwei Drohnenangriffe auf zivile Frachtschiffe innerhalb von zwei Tagen. Am 5. Oktober wurde der Frachter Royad Mammadov, der Mais aus der Ukraine nach Italien transportierte, nahe der rumänischen Gasplattform Pescăruș von Drohnen getroffen; der Kapitän kam ums Leben, elf Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Am 6. Oktober griffen Drohnen in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens die Schiffe ALFA WATAN (unter togolesischer Flagge) und ABLE (unter palauischer Flagge) an. ALFA WATAN sank, ABLE geriet in Brand; nach Angaben des rumänischen Innenministeriums starben zwei Menschen. Beide Schiffe gehören türkischen Unternehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe beide Angriffe ausgeführt; die ukrainische Marine habe sich nach dem 6. Oktober an bulgarische Kollegen gewandt. Die Europäische Union bezeichnete die russischen Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer als inakzeptabel und sagte Rumänien und Bulgarien auf deren Wunsch Satellitenbilder der betroffenen Seegebiete zu. Ankara hatte zuvor Vorschläge an die Ukraine und Russland übermittelt, die auf ein Ende der Feindseligkeiten und Angriffe im Schwarzen Meer abzielen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zur Zahl der Todesopfer beim Angriff auf die Royad Mammadov vom 5. Oktober unterscheiden sich zwischen den ukrainischen Quellen: Eine erste Darstellung sprach von mindestens einem Todesopfer, während spätere Berichte, die sich auf Präsident Selenskyj stützen, von zwei Toten – darunter dem Kapitän – berichten.

Hintergrund

Die Türkei hatte zuvor Vorschläge an die Ukraine und Russland übermittelt, die auf ein Ende der Feindseligkeiten und Angriffe im Schwarzen Meer abzielen, und Erdogan erklärte, er habe vom ukrainischen Präsidenten positive Signale zur Wiederaufnahme von Getreideexporten erhalten. Die Royad Mammadov fuhr laut türkischem Botschafter in Bukarest zwar nicht unter türkischer Flagge und hatte keine türkischen Staatsbürger an Bord, doch einer der Miteigentümer ist ein türkisches Unternehmen. Nach bulgarischen Medienberichten war der Drohnenangriff vom 6. Oktober der erste bekannte Drohnenangriff auf Schiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens.