Kallas fordert Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer zur Wiederherstellung ukrainischer Getreideexporte
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat bei einer von der EU geleiteten Veranstaltung am Rande der UN-Generalversammlung ein Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer gefordert, um die ukrainischen Getreideexporte wiederherzustellen. Sie verwies darauf, dass die ukrainischen Seegetreideexporte seit August 2025 durch russische Angriffe faktisch zum Erliegen gekommen seien.
Das Wichtigste
- Kaja Kallas forderte bei einer von der EU geleiteten UN-Veranstaltung ein Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer.
- Ukrainische Seegetreideexporte sind seit August 2025 durch russische Angriffe faktisch zum Erliegen gekommen.
- Die Ukraine liefert rund 15 % des Weltmaisexports, 10 % des Weizens, 15–20 % der Gerste und etwa 50 % des Sonnenblumenöls.
- Rund 90 % der ukrainischen Agrarexporte werden über den Schwarzmeer-Korridor transportiert.
- Die Initiative „Solidaritätskorridore" der EU hat seit Mai 2022 Warenverkehr im Umfang von etwa 304 Mrd. Euro ermöglicht; 2025 mobilisierte die EU 2,1 Mrd. Euro für globale Ernährungssicherheit.
- Die Türkei hat Russland und der Ukraine Vorschläge zur Deeskalation im Schwarzen Meer übermittelt.
Warum es wichtig ist
Die ukrainischen Getreideexporte über das Schwarze Meer sind seit August 2025 durch russische Angriffe praktisch unterbrochen. Da die Ukraine einen erheblichen Anteil der weltweiten Exporte von Mais, Weizen, Gerste und Sonnenblumenöl liefert und rund 90 % ihrer Agrarexporte über das Schwarze Meer laufen, wirkt sich die Unterbrechung unmittelbar auf die globale Ernährungssicherheit aus. Ein Moratorium könnte die Voraussetzungen für ein neues Abkommen ähnlich der Schwarzmeer-Getreideinitiative von 2022–2023 schaffen, das nach Darstellung der EU eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der globalen Nahrungsmittelkrise spielte.
Was geschehen ist
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat am Rande der UN-Generalversammlung bei einer thematischen Veranstaltung zum Schwarzen Meer und zur globalen Ernährungssicherheit, die unter dem Vorsitz der EU stand, ein Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer gefordert. Ziel ist die Wiederherstellung der ukrainischen Getreideexporte. Kallas erklärte, die ukrainischen Seegetreideexporte seien seit August 2025 durch die Eskalation russischer Angriffe faktisch zum Erliegen gekommen, sodass kommerzieller Schiffsverkehr unmöglich sei. Sie verwies auf den Anteil der Ukraine an den weltweiten Exporten von Mais, Weizen, Gerste und Sonnenblumenöl und darauf, dass etwa 90 % dieser Agrarexporte über den Schwarzmeer-Korridor transportiert werden. Kallas betonte, dass Lebensmittel nicht als Waffe eingesetzt werden dürften, und warf Russland vor, die Exporte über das Schwarze Meer zu blockieren und absichtlich eine globale Nahrungsmittelkrise zu verursachen. Sie fügte hinzu, die Ukraine habe stets Bereitschaft zu einer diplomatischen Lösung gezeigt, auch durch Initiativen für einen vollständigen Waffenstillstand und die Teilnahme ukrainischer Vertreter an diplomatischen Veranstaltungen am Rande der UN.
Hintergrund
Die EU-Initiative „Solidaritätskorridore" hat seit Mai 2022 Warenverkehr im Umfang von rund 304 Mrd. Euro ermöglicht; im Jahr 2025 mobilisierte die EU 2,1 Mrd. Euro zur Stärkung der globalen Ernährungssicherheit. Die Schwarzmeer-Getreideinitiative von 2022–2023 wird von der EU als entscheidend zur Eindämmung der globalen Nahrungsmittelkrise beschrieben. Die EU unterstützt die Ukraine zudem durch die Identifizierung von Getreidelagerkapazitäten, die Unterstützung von Landwirten und kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Optimierung internationaler Transportwege. Die Türkei hat nach Angaben von Außenminister Hakan Fidan Vorschläge zur Deeskalation im Schwarzen Meer an Russland und die Ukraine übermittelt.