Kallas fordert Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer zur Wiederherstellung des ukrainischen Getreideexports
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat bei einer UN-Veranstaltung zur Ernährungssicherheit einen Angriffsstopp im Schwarzen Meer gefordert, um die ukrainischen Seeexporte von Getreide wiederherzustellen. Seit August seien die maritimen Getreideexporte der Ukraine durch russische Angriffe faktisch zum Erliegen gekommen, erklärte sie.
Das Wichtigste
- Kaja Kallas rief bei einer UN-Veranstaltung unter EU-Vorsitz zu einem Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer auf.
- Den Vorschlag präsentierte die EU als neuen „Black Sea Grain Deal" mit Angriffsverzicht.
- Nach Angaben von Kallas sind die ukrainischen Seeexporte von Getreide seit August durch russische Angriffe faktisch zum Erliegen gekommen.
- Die Ukraine deckt laut Kallas rund 15 % des weltweiten Maisexports, 10 % des Weizens, 15–20 % der Gerste und etwa 50 % des Sonnenblumenöls.
- Rund 90 % der ukrainischen Agrarexporte laufen nach ihren Angaben über den Schwarzmeer-Korridor.
- Die Türkei hat nach Berichten Vorschläge zur Einstellung der Feindseligkeiten im Schwarzen Meer an die Ukraine und Russland übermittelt.
Was geschehen ist
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat bei einer thematischen Veranstaltung zu Schwarzmeer und globaler Ernährungssicherheit am Rande der UN-Generalversammlung einen Angriffsverzicht im Schwarzen Meer gefordert. Ziel sei die Wiederherstellung der ukrainischen Seeexporte von Getreide, die nach ihren Angaben seit August durch die Eskalation russischer Angriffe faktisch stillstehen. Kallas präsentierte den Vorstoß als neuen „Black Sea Grain Deal" mit einem Moratorium für Angriffe und verwies auf die Rolle der Ukraine als Lieferant von rund 15 % des Weltmaisexports, 10 % des Weizens, 15–20 % der Gerste und etwa 50 % des Sonnenblumenöls. Etwa 90 % dieser ukrainischen Agrarexporte würden über den Schwarzmeer-Korridor transportiert. Sie betonte, dass Nahrungsmittel weder im Schwarzen Meer noch anderswo als Waffe eingesetzt werden dürften. Zugleich wird berichtet, dass die Türkei der Ukraine und Russland Vorschläge zur Einstellung der Feindseligkeiten und Angriffe im Schwarzen Meer übermittelt hat.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die beiden ukrainischen Quellen – die Agentur Ukrinform und die Zeitung Ukrainska Pravda – rahmen den Aufruf von Kallas als moralisches und wirtschaftliches Argument. Sie betonen, dass ukrainisches Getreide „Menschen auf der ganzen Welt ernähre" und Russland die Angriffe auf ukrainische Getreidetransporte im Schwarzen Meer einstellen müsse. Damit wird die Verantwortung für die unterbrochenen Agrarexporte klar bei Moskau verortet.
Hintergrund
Die sogenannte Schwarzmeer-Getreideinitiative (Black Sea Grain Initiative) von 2022 bis 2023 wird als entscheidend für die Eindämmung der globalen Lebensmittelkrise beschrieben. Parallel dazu hat die EU seit Mai 2022 mit ihrer Initiative „Solidaritätskorridore" Handelsströme von rund 304 Milliarden Euro ermöglicht und im Jahr 2025 weitere 2,1 Milliarden Euro zur Stärkung der globalen Ernährungssicherheit mobilisiert.