Notstromabschaltungen in Kiew und Kiewer Oblast nach russischen Angriffen auf Energieinfrastruktur
Am Morgen des 11. Oktober wurden in Kiew und der Kiewer Oblast auf Anordnung von Ukrenergo Notstromabschaltungen eingeführt, wie der Energieversorger DTEK mitteilte. Während der Notabschaltungen gelten die regulären stundenweisen Abschaltpläne nicht. Die Maßnahme folgte auf russische Angriffe auf Energieanlagen am 10. Oktober, die großflächige Strom- und Wasserversorgungsstörungen sowie eine Unterbrechung des Kiewer Metro-Betriebs verursacht hatten. DTEK erklärte die Notabschaltungen später für beendet und kündigte die Rückkehr zu den regulären stundenweisen Abschaltplänen an.
Das Wichtigste
- Am Morgen des 11. Oktober wurden in Kiew und der Kiewer Oblast Notstromabschaltungen eingeführt.
- Die Abschaltungen wurden auf Anordnung von Ukrenergo verhängt und von DTEK bekanntgegeben.
- Während der Notabschaltungen gelten die regulären stundenweisen Abschaltpläne nicht.
- Am 10. Oktober verursachten russische Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Kiewer Oblast großflächige Strom- und Wasserausfälle; der Kiewer Metro-Betrieb wurde eingestellt.
- Am 9. Oktober waren bereits Notabschaltungen in Kiew verhängt worden; in den Stadtbezirken Obolon, Podil und Swjatoschyn wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt und Punkte der Unbesiegbarkeit (пункти незламності) eingerichtet.
- Ukrenergo erklärte, eine neue russische Taktik – kontinuierliche Angriffe auf Umspannwerke sowie Übertragungs- und Verteilungsleitungen auch in der Nähe großer Städte – sei eine Ursache der Ausfälle.
- In der Oblast Sumy wurden gleichzeitig Notabschaltpläne für zehn Verbraucherwarteschlangen eingeführt.
- DTEK erklärte die Notabschaltungen in Kiew später für beendet und kündigte die Rückkehr zu den regulären stundenweisen Abschaltplänen an.
Warum es wichtig ist
Notabschaltungen setzen die regulären stundenweisen Abschaltpläne außer Kraft, sodass Verbraucher ihre Stromversorgung nicht mehr an einem veröffentlichten Fahrplan ausrichten können. Die Situation folgt auf zwei aufeinanderfolgende Tage (9.–10. Oktober) mit Angriffen, Metrostillegungen und Wasserversorgungsstörungen in Kiew. Ukrenergo führt die Lage auf eine neue russische Taktik kontinuierlicher Angriffe auf Umspannwerke und Übertragungsleitungen nahe großer Städte zurück. Dass in der Oblast Sumy gleichzeitig Notabschaltpläne für zehn Verbraucherwarteschlangen in Kraft traten, zeigt, dass die Störung über Kiew hinausgeht.
Was geschehen ist
Am Morgen des 11. Oktober – einem Sonntag – wurden in Kiew und der Kiewer Oblast auf Anordnung von Ukrenergo Notstromabschaltungen eingeführt. DTEK, der regionale Versorger, gab die Maßnahme bekannt und wies darauf hin, dass während der Notabschaltungen die regulären stundenweisen Abschaltpläne außer Kraft gesetzt sind. Hintergrund waren russische Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Kiewer Oblast am Vortag, 10. Oktober. Diese Angriffe hatten bereits großflächige Strom- und Wasserversorgungsstörungen in der Hauptstadt verursacht; die Kiewer Metro stellte den Zug- und Rolltreppenbetrieb ein. Bereits am 9. Oktober waren Notabschaltungen in Kiew verhängt worden; in den Stadtbezirken Obolon, Podil und Swjatoschyn wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt, und die Behörden richteten dort Punkte der Unbesiegbarkeit (пункти незламності) ein. Nach Angaben von Sumyoblenergo wurden in der Oblast Sumy gleichzeitig Notabschaltpläne für zehn Verbraucherwarteschlangen angeordnet. Ukrenergo erklärte, die Notabschaltungen würden aufgehoben, sobald sich die Lage im Stromnetz stabilisiere, und forderte die Verbraucher zur sparsamen Nutzung auf, solange Strom vorhanden ist. DTEK erklärte die Notabschaltungen in Kiew später für beendet und kündigte die Rückkehr zu den regulären stundenweisen Abschaltplänen an.
Hintergrund
Russland hatte Ende September 2026, vor Beginn der Heizsaison, eine Kampagne von Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur begonnen. Nach Einschätzung von ISW-Analysten zwingen die ukrainischen Erfolge auf dem Schlachtfeld Russland dazu, das Gewicht auf eine Winter-Angriffskampagne zu verlegen, die das Leben in der Ukraine unerträglich machen soll. Am Vorabend der Abschaltungen vom 11. Oktober hatte die Kiewer Stadtverwaltung die Bewohner aufgefordert, Vorräte für mögliche Strom- und Wasserversorgungsstörungen anzulegen.