Prozess in Charkiw: 35-Jähriger wegen geplanten Terroranschlags im Auftrag Russlands angeklagt
Ein 35-jähriger Bewohner der Oblast Kirowohrad muss sich in Charkiw vor Gericht verantworten, weil er im Auftrag russischer Geheimdienste rund 12 Kilogramm eines Sprengstoffs auf Basis von Triaceton-Triperoxid (TATP) hergestellt und einen ferngezündeten Bombenanschlag in der Stadt geplant haben soll. Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat die Anklage dem Novobavarsky-Bezirksgericht Charkiw zugestellt.
Das Wichtigste
- 35-Jähriger aus der Oblast Kirowohrad steht in Charkiw vor Gericht
- Er soll rund 12 kg eines Sprengstoffs auf Basis von TATP hergestellt haben
- Anschlag sollte per Mobiltelefon ausgelöst werden
- Im Mai 2026 heuerte er über Telegram einen Auftraggeber an, der rund 10.000 US-Dollar bot
- Bei einer Durchsuchung Anfang Juni wurden die Sprstoffkomponenten und der fertige Sprengstoff sichergestellt
- Anklage wegen Vorbereitung eines Terrorakts und illegaler Herstellung sowie Lagerung von Sprengstoffen
- Verhandlung vor dem Novobavarsky-Bezirksgericht Charkiw
Warum es wichtig ist
Der Fall zeigt einen mutmaßlichen russischen Geheimdienstauftrag für einen großangelegten Terroranschlag in Charkiw mit einer ferngezündeten TATP-Bombe. Durch die Sicherstellung von rund 12 Kilogramm eines fertiggestellten Sprengstoffs wurde offenbar ein potenziell verheerender Anschlag vereitelt. Gleichzeitig unterstreicht die Rekrutierung über Telegram mit einer angebotenen Zahlung von rund 10.000 US-Dollar, wie Messaging-Plattformen für die Planung solcher Taten genutzt werden.
Was geschehen ist
Im Mai 2026 fand der 35-jährige Bewohner von Svitlowodsk in der Oblast Kirowohrad über den Messenger Telegram einen Auftraggeber, der ihm rund 10.000 US-Dollar für einen Terroranschlag in Charkiw anbot. Er reiste auf dessen Anweisung in die Stadt, mietete eine Wohnung, beschaffte die nötigen Komponenten und stellte rund 12 Kilogramm eines Sprengstoffs auf Basis von Triaceton-Triperoxid (TATP) her. Der fertige Sprengstoff sollte nach den Plänen per Mobiltelefon ferngezündet werden. Anfang Juni durchsuchten Strafverfolgungsbehörden seine Wohnung, stellten die Komponenten und den fertigen Sprengstoff sicher und nahmen den Mann fest. Ein Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft der Oblast Charkiw hat nun die Anklageschrift dem Gericht zugestellt. Die Vorermittlungen und die operative Begleitung oblagen Mitarbeitern der SBU-Abteilung in der Oblast Charkiw. Dem Angeklagten wird die Vorbereitung eines Terrorakts durch eine zuvor abgesprochene Gruppentat sowie die illegale Herstellung und Lagerung von Sprengstoffen zur Last gelegt. Der Fall wird vom Novobavarsky-Bezirksgericht Charkiw verhandelt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Der einzige verfügbare Quellenhintergrund stammt von einer ukrainischsprachigen Medienquelle, die über einen Fall der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden berichtet. Dementsprechend konzentriert sich die Darstellung vollständig auf die innerukrainische Strafverfolgung und die mutmaßliche Verbindung zu russischen Geheimdiensten.