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Fünf ukrainische Soldaten in der Region Charkiw getötet – russischer Soldat als Verdächtiger festgenommen

Am 13. Oktober erschoss ein unbekannter Mann in Zivilkleidung in einem Wohnhaus im Dorf Kutusiwka, Kreis Charkiw, fünf Soldaten der 72. selbständigen mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte. Am Abend des 14. Oktober nahm der ukrainische Inlandsgeheimdienst in einem Stadtbezirk von Charkiw einen 36-jährigen russischen Staatsbürger aus St. Petersburg fest, der als Angehöriger des 2. Bataillons des 1009. motorisierten Schützenregiments der russischen Streitkräfte identifiziert wurde. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob der Verdächtige zu einer russischen Sabotage- und Aufklärungsgruppe gehört, und untersuchen zudem seine mögliche Beteiligung an der Tötung eines Zivilisten in der Gemeinde Zyrkuny.

Das Wichtigste

  • 13. Oktober: Unbekannter mit automatischer Waffe tötet fünf Soldaten der 72. selbständigen mechanisierten Brigade in einem Wohnhaus im Dorf Kutusiwka, Kreis Charkiw.
  • Alle fünf Soldaten starben an Schussverletzungen, nach Berichten durch Kopfschüsse.
  • In dem nahe gelegenen Dorf Momotowe wurde ein weiterer Soldat eines motorisierten Schützenbataillons verletzt.
  • 14. Oktober: In einem Stadtbezirk von Charkiw wird ein 36-jähriger russischer Staatsbürger aus St. Petersburg festgenommen, Angehöriger des 2. Bataillons des 1009. motorisierten Schützenregiments der russischen Streitkräfte.
  • Die Ermittlungen wurden unter Teil 2 des Artikels 115 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (vorsätzlicher Mord an zwei oder mehr Personen) eingeleitet, mögliche Strafe 10–15 Jahre oder lebenslange Haft.
  • Geprüft werden Verbindungen zu einer russischen Sabotage- und Aufklärungsgruppe sowie eine mögliche Beteiligung des Verdächtigen an der Tötung eines Zivilisten in der Gemeinde Zyrkuny.

Warum es wichtig ist

Der Vorfall wirft Fragen zur inneren Sicherheit im rückwärtigen Raum der ukrainischen Streitkräfte auf: Fünf Angehörige einer einzigen Brigade wurden in einem Wohnhaus offenbar gezielt getötet. Der festgenommene Verdächtige wurde als dienender Soldat der russischen Streitkräfte identifiziert; die Ermittler prüfen einen möglichen Hintergrund als Angehöriger einer russischen Sabotage- und Aufklärungsgruppe. Eine zweite Tötung – eines Fischers in der Gemeinde Zyrkuny – wird mit Blick auf denselben Verdächtigen untersucht. Der Fall zog offizielle Stellungnahmen der Nationalpolizei, des Innenministeriums, der 72. Brigade und der Generalstaatsanwaltschaft nach sich.

Was geschehen ist

Am 13. Oktober gegen 16:00 Uhr betrat nach bisherigem Ermittlungsstand ein unbewaffnet gekleideter Mann mit einer automatischen Waffe ein Wohnhaus im Dorf Kutusiwka im Kreis Charkiw und erschoss fünf dort untergebrachte Soldaten der 72. selbständigen mechanisierten Brigade (benannt nach den Schwarzen Saporoger), die nach Berichten aus Frontabschnitten zur Erholung dort waren. Nach vorläufigen Erkenntnissen tötete er zunächst einen Soldaten vor dem Haus und feuerte dann im Inneren weiter; die Schusswechsel sollen etwa zwei Stunden gedauert haben, bevor der Täter flüchtete. In dem nahe gelegenen Dorf Momotowe wurde zudem ein Soldat eines motorisierten Schützenbataillons verletzt, vermutlich durch dieselben Täter. Auf dem Weg nach Charkiw tötete der Verdächtige laut Ermittlungen in der Gemeinde Zyrkuny einen ortsansässigen Fischer durch einen Kopfschuss, weil er fürchtete, erkannt zu werden. Am Abend des 14. Oktober wurde in einem Stadtbezirk von Charkiw ein 36-jähriger russischer Staatsbürger aus St. Petersburg festgenommen, der nach ukrainischen Angaben dem 2. Bataillon des 1009. motorisierten Schützenregiments der russischen Streitkräfte angehört. Innenminister Oleh Wynhywskyj erklärte, der Verdächtige sei weniger als einen Tag nach der Tat gefasst worden, die Fahndung habe Dutzende Quadratkilometer umfasst. Die Voruntersuchung wurde am 14. Oktober unter Aufsicht der Kreisstaatsanwaltschaft Charkiw eingeleitet, eingetragen im Einheitlichen Register vorgerichtlicher Ermittlungen nach Teil 2 des Artikels 115 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (vorsätzlicher Mord an zwei oder mehreren Personen).

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt die Opfer und ihre Einheit in den Mittelpunkt: die fünf Soldaten der 72. selbständigen mechanisierten Brigade, die den Beinamen „Schwarze Saporoger" trägt. Wiederholt zitiert werden offizielle Stellen – Innenminister Oleh Wynhywskyj, die Nationalpolizei (Sprecher:innen Wiktorija Ponomarowa und Ljudmyla Prokopenko), die Generalstaatsanwaltschaft und die 72. Brigade selbst. Ukrainische Quellen schildern detailliert, wie der Verdächtige nach der Tat die automatische Waffe wegwarf, durch einen Waldstreifen Richtung Charkiw floh und dort festgenommen wurde, sowie die zusätzliche Tötung eines Zivilisten in der Gemeinde Zyrkuny. Die Rahmung betont einen möglichen Bezug zu russischen Staatsbürgern und zu einer russischen Sabotage- und Aufklärungsgruppe.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige englischsprachige Quelle – die aserbaidschanische Agentur APA – fasst den Vorfall verkürzt zusammen: Sie spricht von einem russischen Kriegsgefangenen, der in der Region Charkiw fünf ukrainische Soldaten erschossen habe, und verzichtet auf spätere Ermittlungsergebnisse wie die Einheit des Verdächtigen, den Zivilistenmord in Zyrkuny und die Umstände der Festnahme. Auch der genaue Tatort (Dorf Kutusiwka), die Einheit der Opfer (72. Brigade) und die mehreren von der Staatsanwaltschaft geprüften Versionen werden nicht erwähnt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen sind sich in den Grundfakten weitgehend einig, gehen aber bei der Anzahl der Täter auseinander: Die meisten Berichte und die offiziellen Stellungnahmen beschreiben einen einzelnen Mann in Zivilkleidung als Schützen. Einige frühe Meldungen – darunter der Ausgang „Dumka" mit Verweis auf drei unabhängige Quellen sowie örtliche Telegram-Kanäle – sprachen dagegen von zwei unbekannten Männern; die Polizei habe demnach nach einem möglichen zweiten Mittäter gesucht. Auch zur Version, der Schütze könne ein aus der Gefangenschaft geflohener russischer Soldat gewesen sein, gibt es widersprüchliche Angaben, die bislang nicht bestätigt sind.

Hintergrund

Die 72. selbständige mechanisierte Brigade der ukrainischen Streitkräfte trägt den Beinamen „Schwarze Saporoger" (Чорні запорожці). Der Fall wurde nach Teil 2 des Artikels 115 des ukrainischen Strafgesetzbuchs eingetragen (vorsätzlicher Mord an zwei oder mehreren Personen); die angedrohte Strafe beträgt 10 bis 15 Jahre Haft oder lebenslange Freiheitsstrafe.