Russischer Soldat wegen Tötung von fünf ukrainischen Soldaten und einem Zivilisten in Charkiw in U-Haft
Ein russischer Staatsbürger, der verdächtigt wird, fünf Angehörige der 72. MechBrigade und einen Zivilisten in der Oblast Charkiw getötet zu haben, ist ohne Recht auf Kaution in Untersuchungshaft genommen worden. Der 36-jährige Leonid Ryzhykow aus Sankt Petersburg, der im 1009. motorisierten Schützenregiment der russischen Streitkräfte diente, gestand bei der Gerichtsverhandlung die Tat und erklärte, nicht nach Russland ausgetauscht werden zu wollen. Die Staatsanwaltschaft der Oblast Charkiw wirft ihm einen Verstoß gegen Artikel 438 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuchs vor.
Das Wichtigste
- Ein russischer Staatsangehöriger wurde ohne Kaution in Untersuchungshaft genommen
- Ihm wird die Tötung von fünf Soldaten der 72. selbstständigen mechanisierten Brigade und eines Zivilisten in der Oblast Charkiw vorgeworfen
- Die Tat wurde am 13. Oktober verübt, am 14. Oktober wurde der Verdächtige im Saltiwskyj-Bezirk von Charkiw festgenommen
- Der Verdächtige ist 36 Jahre alt, stammt aus Sankt Petersburg und diente im 1009. motorisierten Schützenregiment
- Am 15. Oktober wurde Anklage nach Artikel 438 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuchs erhoben – 10 bis 15 Jahre Haft oder lebenslange Freiheitsstrafe
- Der Verdächtige gestand im Gerichtssaal seine Schuld und erklärte, keinen Austausch nach Russland zu beantragen
Warum es wichtig ist
Ein gefasster russischer Soldat sieht sich in der Ukraine wegen Kriegsverbrechen nach dem Strafgesetzbuch verantwortet – wegen der Tötung ukrainischer Soldaten und eines Zivilisten. Das öffentliche Geständnis im Gerichtssaal und die Weigerung des Verdächtigen, sich nach Russland austauschen zu lassen, verleihen dem Fall besonderes Gewicht. Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden ordnen die Tat in ein dokumentiertes Muster russischer Kriegsverbrechen ein, darunter Exekutionen von Kriegsgefangenen und Angriffe auf Zivilisten.
Was geschehen ist
Am 13. Oktober 2026 tötete der Verdächtige nach Ermittlungsangaben in der Oblast Charkiw zunächst einen 60-jährigen Angler im Dorf Mychajliwka, dessen Leiche er ins Wasser warf, und begab sich anschließend in das Dorf Momotowe, wo er in ein Privathaus eindrang und fünf Angehörige der 72. selbstständigen mechanisierten Brigade mit einer automatischen Waffe erschoss. Die ukrainischen Sicherheitskräfte nahmen ihn am 14. Oktober im Saltiwskyj-Bezirk der Stadt Charkiw fest. Am 15. Oktober wurde ihm nach Artikel 438 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuchs förmlich der Verdacht eines Kriegsverbrechens mit Todesfolge mitgeteilt; die vorgesehene Strafe beträgt 10 bis 15 Jahre Haft oder lebenslange Freiheitsstrafe. Am 16. Oktober ordnete die Staatsanwaltschaft der Oblast Charkiw auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft ohne Recht auf Kaution für 60 Tage an. Bei der Haftverhandlung gestand der Verdächtige die Taten und erklärte, er habe aus Angst gehandelt, niemandem ins Gesicht geschossen und wolle keinen Austausch nach Russland beantragen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien ordnen den Fall ausdrücklich als Strafverfolgung wegen Kriegsverbrechen nach Artikel 438 ein und betonen die russische Staatsangehörigkeit des Verdächtigen und die gezielte Tötung ukrainischer Soldaten. Hervorgehoben werden das Geständnis im Gerichtssaal sowie die Aussage des Verdächtigen, er wolle nicht nach Russland ausgetauscht werden. Die Berichte verorten die Tat im Kontext eines dokumentierten Musters russischer Kriegsverbrechen, einschließlich Exekutionen von Kriegsgefangenen und Angriffen auf Zivilisten. Einige ukrainische Quellen stellen zudem die Rolle der 127. Brigade aus Charkiw bei der Suche und Festnahme des Verdächtigen heraus.
Wo die Berichte auseinandergehen
Ukrainische Quellen verwenden unterschiedliche Schreibweisen für den Familiennamen des Innenministers: Einige nutzen «Vyhivsky», andere «Vyhovskyi».
Hintergrund
Die fünf getöteten Soldaten gehörten zur 72. selbstständigen mechanisierten Brigade, benannt nach den Schwarzen Saporoger. Die Taten ereigneten sich in Dörfern im Rajon Charkiw und wurden am 14. Oktober öffentlich. Am 15. Oktober wurde dem Verdächtigen nach Artikel 438 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges mit Todesfolge) der Verdacht mitgeteilt; die Norm sieht 10 bis 15 Jahre Haft oder lebenslange Freiheitsstrafe vor. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den 36-jährigen Leonid Ryzhykow, gebürtig aus Sankt Petersburg, der im 1009. motorisierten Schützenregiment der russischen Streitkräfte diente.