UN dokumentiert 438 Todesfälle ukrainischer Gefangener in russischer Haft
Die Vereinten Nationen haben den Tod von 438 Ukrainern in russischer Gefangenschaft sowie systematische Folter dokumentiert. Zugleich berichteten die Vereinten Nationen über politisch motivierte Prozesse in Russland und fürensische Hinweise auf Misshandlung bei 169 zurückgebrachten Leichen.
Das Wichtigste
- Mindestens 438 Ukrainier starben laut dem ukrainischen Koordinationsstab in russischer Gefangenschaft.
- Zwischen September 2025 und August 2026 wurden in Russland mindestens 285 Ukrainier politisch motiviert angeklagt und verurteilt.
- Unter den 585 Verurteilten waren 226 zivile Geiseln und 359 Militärangehörige.
- Der ukrainische Journalist Dmytro Selyzar wurde zu 18 Jahren Haft und Mykola Kuzmenko zu 27 Jahren verurteilt.
- Von Mai 2025 bis Mai 2026 wurden die Leichen von 169 gefallenen Soldaten und Zivilisten in die Ukraine zurückgebracht.
- Bei allen 169 Leichen fanden die Obduzenten Anzeichen von Folter und unterlassener medizinischer Hilfe.
- Im Juni 2026 identifizierte die ukrainische Regierung 1.877 Zivilisten in russischen Gefängnissen.
Warum es wichtig ist
Die dokumentierten Todesfälle, Foltervorwürfe und politisch motivierten Prozesse zeigen, dass ukrainische Kriegsgefangene und Zivilgefangene einem weit verbreiteten Missbrauch ausgesetzt sind. Die Befunde an 169 zurückgebrachten Leichen liefern zusätzliche forensische Hinweise auf Folter und unterlassene medizinische Hilfe.
Was geschehen ist
Die Vereinten Nationen dokumentierten 438 Todesfälle ukrainischer Gefangener in russischer Haft und systematische Folter. Nach Angaben des ukrainischen Koordinationsstabs für Kriegsgefangene starben im genannten Zeitraum mindestens 585 Ukrainier nach politisch motivierten Gerichtsverfahren in Russland: 226 zivile Geiseln und 359 Militärangehörige. Etwa 90 Prozent der Gefangenen, deren Fälle russischen Gerichten vorgelegt werden, wurden wegen Terrorismus angeklagt. Dmytro Selyzar und Mykola Kuzmenko, обидва der Brigade Asow zugehörig, wurden zu 18 beziehungsweise nach Erhöhung auf 27 Jahren Haft verurteilt. Von Mai 2025 bis Mai 2026 kehrten die Leichen von 169 gefallenen Soldaten und Zivilisten nach Ukraine zurück. Die Obduktionen ergaben Anzeichen von Folter und unterlassener medizinischer Hilfe als unmittelbare Todesursachen. Die ukrainische Regierung hatte im Juni 2026 zudem 1.877 Zivilisten in russischen Gefängnissen identifiziert. Seit Beginn der Invasion wurden insgesamt 9.446 Menschen aus der Gefangenschaft zurückgebracht, darunter 457 Zivilisten. Die ukrainische Journalistin Viktorija Roschyna kam im Gefangenschaftszustand ums Leben.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt die dokumentierte Zahl der Todesfälle, die systematische Folter, die politisch motivierten Prozesse und die forensischen Befunde an den zurückgebrachten Leichen in den Mittelpunkt. Sie hebt zudem die Angaben hervor, dass ukrainische Behörden 1.877 Zivilisten in russischen Gefängnissen identifiziert haben.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Internationale Berichte verweisen auf frühere Feststellungen der Vereinten Nationen, wonach ukrainische Kriegsgefangene und Zivilisten in russischer Haft systematisch gefoltert wurden und in Isolationszellen starben. Diese Feststellungen aus Monitoring, Untersuchungen und Berichten des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte stützen die Berichte über systematischen Missbrauch.
Hintergrund
Die Vereinten Nationen повідомили, що побиття, сексуальне насильство та удари електричним струмом є звичайною практикою в російських тюрмах, а тюремні медичні працівники безпосередньо долучаються до приховування слідів тортур. Оцінка Моніторингової місії ООН з прав людини в Україні у серпні 2024 року встановила, що понад 95% українських військовополонених зазнали тортур у російських в’язницях. Міжнародне розслідування за участю «Української правди» у квітні 2025 року виявило щонайменше 29 російських колоній і СІЗО із систематичними катуваннями під прямим кураторством ФСБ. У вересні 2025 року Управління Верховного комісара ООН з прав людини повідомило, що понад 90% цивільних зазнали тортур у полоні, а десятки померли в ізоляторах через відсутність допомоги.