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Ukrainische Staatsanwälte durchsuchen hochrangigen SBU-Offizier – Sicherheitsdienst soll Ermittler behindert haben

Die ukrainische Nationale Antikorruptionsbehörde NABU hat Sergej Duka, ersten stellvertretenden Leiter der Abteilung für den Schutz der nationalen Staatssicherheit beim Sicherheitsdienst SBU, im Rahmen der Operation „Karthagogen“ durchsucht und festgenommen. Laut Berichten behinderten bewaffnete SBU-Spezialisten die Ermittler, während Duka auf einem Balkon zwei Telefone und eine Festplatte zerstörte. Der SBU bestätigte die Durchsuchungen.

Das Wichtigste

  • Das NABU durchsuchte undnahm am 4. November den Generalmajor Sergej Duka vom SBU fest.
  • Für den Einsatz waren fünf Mitarbeiter der NABU-Spezialoperationseinheit beteiligt.
  • SBU-Spezialisten sollen die NABU-Ermittler mit Waffen bedroht und die Herausgabe Dukas geplant haben.
  • Duka zerstörte auf einem Balkon zwei Telefone und eine Festplatte.
  • Die Durchsuchung war Teil der Operation „Karthagogen“ zur Aufklärung eines Drogenkartells mit russischem Hintergrund.
  • SBU-Chef Olexandr Poklad entlässt zwei hochrangige Beamte, die zu den Ermittlungsfällen gehören.
  • Die veröffentlichten Aufnahmen sollen Gespräche über Bestechung, Gewalt und einen Angriff auf den Journalisten Denys Bigus belegen.

Warum es wichtig ist

Die Durchsuchung gehört zur Operation „Karthagogen“, mit der ein Netzwerk betrügerischer Callcenter aufgedeckt wurde, das nach Angaben der Ermittler von hochrangigen Beamten des SBU und der ukrainischen Nationalpolizei unterstützt wurde. Die dokumentierte bewaffnete Behinderung der Ermittler wirft Fragen über den Einfluss des Sicherheitsdienstes auf die Aufklärung von Korruption und Kriminalität auf. Zudem wurden hochrangige SBU-Beamte festgenommen beziehungsweise entlassen, während veröffentlichte Aufnahmen Hinweise auf Bestechung, Gewalt und einen Angriff auf einen Journalisten enthalten.

Was geschehen ist

Am 4. November führte das NABU im Rahmen der Operation „Karthagogen“ eine Durchsuchung bei Sergej Duka durch, dem ersten stellvertretenden Leiter der Abteilung für den Schutz der nationalen Staatssicherheit des SBU. Fünf Mitarbeiter der Spezialoperationseinheit des NABU nahmen teil. Berichten zufolge kam es zu einem bewaffneten Konflikt: Einer der NABU-Ermittler versuchte, über einen Zaun zu klettern, woraufhin ein SBU-Mitarbeiter eine Waffe mit Laserzielgerät auf ihn richtete und mit dem Feuern drohte. Weitere SBU-Spezialisten sollen die Ermittler bedroht und geplant haben, Duka aus dem Haus zu holen. Vertreter des SBU hielten sich zunächst fern. Duka ging auf einen Balkon und zerstörte mit einem Hammer zwei Telefone sowie eine Festplatte, die möglicherweise Beweise enthalten hatten. Nach einem weiteren Verhandlungsrunde und der Ankunft von Anwälten konnten die Ermittler die Maßnahmen abschließen und Duka festnehmen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien schildern die Chronologie des Einsatzes detailliert und stellen das Zusammentreffen zwischen bewaffneten SBU-Spezialisten und den Ermittlern des NABU in den Mittelpunkt. Sie verbinden die Durchsuchung mit der Operation „Karthagogen“, nennen Beteiligte aus den Sicherheits- und Polizeibehörden und verweisen auf veröffentlichte Aufnahmen über Korruption, Gewalt und einen Angriff auf den Journalisten Denys Bigus.

Wo die Berichte auseinandergehen

Während der NABU-Chef der Abteilung für Detektivarbeit, Olexandr Abakumow, einen „Sturm“ durch das NABU bestritt und die Durchsuchung als gewöhnliche Ermittlungshandlung bezeichnete, berichteten Medien über eine bewaffnete Behinderung durch den SBU, einschließlich Drohungen mit dem Einsatz von Waffen.

Hintergrund

Die Operation „Karthagogen“ wurde im Rahmen der Untersuchung eines Drogenkartells mit russischem Hintergrund geführt. Nach Angaben der Ermittler leitete die Organisation ein Netzwerk betrügerischer Callcenter, das von hochrangigen Beamten des SBU und der Nationalpolizei unterstützt wurde. Zur zentralen Organisation gehörten mindestens zwölf Personen. Das SBU bestätigte die Durchsuchungen seiner Mitarbeiter; kurz darauf entlässt SBU-Chef Olexandr Poklad zwei hochrangige Beamte, die zu den Ermittlungsfällen gehörten.